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Mercedes landet im Gröditzer Gleisbett

Schnell kursieren Gerüchte in der Stadt, die sich zum Glück nicht bestätigen. - Autos auf Schienen sind in Sachsen häufiger als man denkt.

Ein ungewöhnliches Bild: Was macht das Auto da am Bahnsteig in Gröditz?
Ein ungewöhnliches Bild: Was macht das Auto da am Bahnsteig in Gröditz? © FB /

Gröditz. Mit einem großen Schrecken ist eine Frau am Gröditzer Bahnhof davongekommen. Die Seniorin landete am Montag mit ihrem Mercedes Kombi im Gleisbett und blieb unverletzt. 

Die Bundespolizei sei um 17.10 Uhr von dem Unfall informiert worden, bestätigt ein Pressesprecher in Dresden. Sofort sei die Bahnstrecke gesperrt worden. "Zum Glück befand sich zu diesem Zeitpunkt kein Zug in der Anfahrt", sagt er. "Zu keiner Zeit bestand eine Gefahr." 

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In den sozialen Netzwerken wurde der Vorfall schnell bekannt. Sogar von einem mutmaßlich entgleisten Zug war die Rede. Doch das konnte verhindert werden. 

Wie der Unfall geschehen konnte, muss noch untersucht werden. Sie war in ihr am Bahnhof abgestelltes Auto eingestiegen und wollte rückwärts ausparken. Möglicherweise hat sie dabei den Gang verwechselt. Sie schoss vorwärts in Richtung Gleisanlage und durchbrach einen Holzjägerzaun. An der Bahnsteigkante blieb sie stehen.   

Zwei Züge verspäteten sich

Die Freiwillige Feuerwehr Gröditz kam diesmal nicht zum Einsatz. Stattdessen wurde ein Abschleppdienst herbeigerufen, der den Mercedes aus dem Gleisbett herauszog. Wie hoch der Schaden am Auto und am Zaun ist, darüber hat die Bundespolizei keine Information. Der Notfallmanager der Deutschen Bahn konnte die Strecke um 18.45 Uhr wieder freigeben. 

Wie Bahnsprecher Jörg Bönisch mitteilt, waren von dem Ereignis zwei Personenzüge betroffen. Sie hatten jeweils rund eine Stunde Verspätung. Außerdem kam es zu Teilausfällen einiger Personenzüge zwischen Wülknitz und Elsterwerda.

Auf dieser Strecke fahren seit dieser Woche mehr Züge als sonst. Denn dieser Abschnitt (Riesa – Elsterwerda) wird bis 11. Dezember als Umleitungsstrecke genutzt, weil auf der Bahnstrecke Zeithain-Leckwitz zurzeit gebaut wird. Allerdings nur in der Zeit von 8 bis 16 Uhr. „Davor und danach fahren die Züge ganz normal von Riesa nach Dresden“, so Bönisch. Demzufolge waren Pendler, die nach der Arbeit zurück aus der Landeshauptstadt in Richtung Riesa wollten, nicht von dem späteren Zwischenfall in Gröditz betroffen. 

Verfolgungsjagd und lose Bremsen

Dass Autos im Gleisbett landen, kommt in Sachsen hin und wieder einmal vor. Und das aus sehr unterschiedlichen Gründen.

Im März 2020 lieferte sich in Görlitz ein 39-Jähriger eine Verfolgungsjagd mit der Polizei. Der Deutsche hatte nicht nur Kraftstoff getankt, sondern reichlich Alkohol. Sein Fluchtversuch endete im Gleisbett. Die Beamten ließen ihn pusten und stellten 1,76 Promille fest.

Im Juli stellte ein 75-Jähriger in Kemtau (bei Burkhardtsdorf) seinen Nissan ab. Allerdings an einer abschüssigen Straße und ohne, die Handbremse richtig anzuziehen. Der Wagen rollte los und kam erst nach etwa einem Kilometer zum Stehen – auf den Gleisen der Erzgebirgsbahn.

Ähnliche Bilder wie jetzt in Gröditz lieferte ein Lkw-Fahrer Ende August in Chemnitz. Der Sattelschlepper landete ebenfalls auf der Bahnsteigkante. Der 55-jährige Fahrer blieb zum Glück unverletzt. Sein 17 Tonnen schwerer, unbeladener Lkw musste jedoch aufwendig geborgen werden, berichtete damals die Freie Presse. (SZ/jö)(SZ/jö)

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