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Riesas alter Portalkran soll versetzt werden

Wenn der Bahnhof modernisiert wird, sollen mehrere technische Denkmäler für die Nachwelt erhalten werden.

Der alte Portalkran vor der Blechbrücke im Riesaer Bahnhofsgelände soll erhalten bleiben.
Der alte Portalkran vor der Blechbrücke im Riesaer Bahnhofsgelände soll erhalten bleiben. © KDB

Riesa. Er steht über einem Abstellgleis, sieht verrostet aus - die Seitenwände fehlen. Der alte Portalkran im Riesaer Rangierbahnhof hat seine besten Zeiten schon längst hinter sich. Es wäre wenig verwunderlich, wenn ihn die Deutsche Bahn beim Ausbau des Knotenpunktes, der 2028 beginnen soll, einfach demontieren und verschrotten würde.

Doch für Eisenbahnfans und -romantiker gibt es eine gute Nachricht: Der Riesaer Portalkran bleibt für die Nachwelt erhalten. Das bestätigte jetzt Organisationsberater Lars Enzmann von der Deutschen Bahn in Dresden, der für die Ausbauplanung des hiesigen Bahnhofs zuständig ist. "Der Portalkran ist denkmalgeschützt und soll umgesetzt werden", sagt Enzmann. Denn da, wo er momentan steht, könnte er nicht bleiben.

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Der Portalkran befindet sich in unmittelbarer Nähe der alten Blechbrücke. Über die Fußgängerbrücke sind früher die Stahlwerker gegangen, um nach getaner Arbeit auf kurzem Weg nach Hause zu gelangen oder sonnabends aller 14 Tage zu den Oberliga-Heimspielen der BSG Stahl Riesa im Ernst-Grube-Stadion. Doch anders als für den Portalkran, gibt es für die Blechbrücke keine Zukunft. Sie soll im Winter 2021/22 abgerissen werden. Eine entsprechende Vereinbarung mit der Bahn hatte der Stadtrat im Juli beschlossen.

Das Stellwerk W3 wurde 1966 im Zusammenhang mit dem Neubau der Eisenbahnbrücke gebaut und steht unter Denkmalschutz.
Das Stellwerk W3 wurde 1966 im Zusammenhang mit dem Neubau der Eisenbahnbrücke gebaut und steht unter Denkmalschutz. © KDB
Mit diesem Wasserkran wurden einst auf dem Riesaer Bahnhof die Dampfloks mit Wasser befüllt.
Mit diesem Wasserkran wurden einst auf dem Riesaer Bahnhof die Dampfloks mit Wasser befüllt. © KDB

Der Denkmalschutz, der für die Blechbrücke offenbar nicht genug Wirkung erzielte, hat sie für weitere technischen Anlagen und Gebäude auf dem eigentlichen Bahnhofsgelände dafür um so mehr. Denn nicht nur der Portalkran soll erhalten werden, sondern auch die Wasserkräne, mit denen einst die Wassertanks der Dampflokomotiven befüllt wurden.

Von den Wasserkränen gibt es zwei Stück am Riesaer Bahnhof. Einer davon sieht gut erhalten aus. Zumindest wurde ihm ein neuer Anstrich verpasst. Der zweite Wasserkran ist dagegen stark verrostet und müsste genauso wie der Portalkran aufpoliert werden.

Und noch etwas muss keiner Abrissbirne weichen. Das Stellwerk Riesa W 3 steht ebenfalls unter Denkmalschutz. Das Gebäude am östlichen Ende des Riesaer Bahnhofs wurde 1966 zusammen mit dem zweiten Gleis über die Elbe errichtet. Bis heute hinterlässt das Stellwerk 3 bei Bahnreisenden einen prägenden Eindruck, wenn die Züge Riesa verlassen oder hier ankommen.

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