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Solarpark muss teils neu verkabelt werden

Vor Kurzem wurde auf der Anlage im Industriegebiet zwischen Zeithain und Glaubitz wertvolle Technik gestohlen. Zum wiederholten Mal in kurzer Zeit.

Von einem Hochspannungs-Warnschild und einem Zaun ließen sich Diebe kürzlich nicht abhalten: Sie ließen mehr als 30 Wechselrichter mitgehen. Die Bauteile dienen dazu, Gleichspannung in eine Wechselspannung umzuwandeln.
Von einem Hochspannungs-Warnschild und einem Zaun ließen sich Diebe kürzlich nicht abhalten: Sie ließen mehr als 30 Wechselrichter mitgehen. Die Bauteile dienen dazu, Gleichspannung in eine Wechselspannung umzuwandeln. © Eric Weser

Zeithain. Die Meldung sorgte auch im Nachbarbundesland Thüringen für Aufsehen: Laut der Polizei war es vorige Woche in einem Glaubitzer Solarpark zu einem Einbruch gekommen, bei dem Technik im Wert von 100.000 Euro entwendet wurde.

Allzu viele Solarparks gibt es auf Glaubitzer Flur nicht. Der prominenteste dürfte jener auf der TS-Bau-Deponie sein. Dessen Betreiber, die Firma SEB aus Erfurt, teilt auf Nachfrage aber mit: Die Anlage sei nicht betroffen gewesen.

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Tatsächlich ereignete sich der Einbruchsdiebstahl einen knappen Kilometer Luftlinie entfernt auf einer Anlage von Sachsen-Energie (kürzlich hervorgegangen aus der Fusion von Enso und Drewag) auf Zeithainer Flur. Das bestätigt eine Unternehmenssprecherin. Demnach wurden aus dem Solarpark 33 sogenannte Wechselrichter gestohlen – Metallkästen mit rund 55 Kilogramm Gewicht.

Wie Sachsen-Energie bekräftigt, ist der Schaden tatsächlich so hoch, wie in der Polizeimeldung angegeben. Jeder Wechselrichter sei rund 2.200 Euro wert. "Dazu kommen Montage, Neuverkabelung et cetera", erklärt die Sprecherin.

Mitarbeiter der Firma Sachsen-Energie waren diese Woche im Solarpark unterwegs.
Mitarbeiter der Firma Sachsen-Energie waren diese Woche im Solarpark unterwegs. © Jörg Richter

Am Montag waren Mitarbeiter der Firma vor Ort, um sich die Sache genauer anzusehen. Laut Sachsen-Energie ist von den Problemen infolge des Diebstahls nicht die gesamte Anlage außer Betrieb, sondern "lediglich die betroffenen Modulfelder, die etwa die Hälfte des Solarparks umfassen."

Dem Energieunternehmen zufolge sind jetzt verschiedene Reparaturarbeiten nötig. So zum Beispiel die Neuinstallation der Wechselrichter, Verkabelung, Prüfungen. Dann kann eine Wiederinbetriebnahme erfolgen. Wann es soweit ist, blieb offen. Am Mittwoch war der Schaden augenscheinlich noch nicht behoben.

Dass es Diebe auf Solarparks absehen, kommt immer wieder vor. Auch der Sachsen-Energie-Solarpark an der Zeithainer Industriestraße war demnach erst vor Kurzem betroffen: Im Juli 2020 wurden ebenfalls mehrere Dutzend Wechselrichter gestohlen. Auch damals belief sich der Schaden auf geschätzte 100.000 Euro.

Im Oktober vorigen Jahres ertappte die Polizei Diebe in einem Solarpark im südbrandenburgischen Plessa (bei Elsterwerda). Die vier Polen im Alter zwischen 27 und 45 Jahren waren seinerzeit gerade dabei, mehrere Solarmodule zu stehlen. Ende September vorigen Jahres hatte es in einem seinerzeit erst ganz neu errichteten Solarpark bei Bornitz (zwischen Riesa und Oschatz) einen Diebstahl gegeben: mehr als 400 Solarmodule kamen dabei abhanden.

Der Solarpark befindet sich im Industriegebiet zwischen Glaubitz und Zeithain. Die Halle im Hintergrund gehört zum Stahlhandel Gröditz, die Windräder gehören zum Windpark Streumen-Glaubitz.
Der Solarpark befindet sich im Industriegebiet zwischen Glaubitz und Zeithain. Die Halle im Hintergrund gehört zum Stahlhandel Gröditz, die Windräder gehören zum Windpark Streumen-Glaubitz. © Eric Weser

Auch bei der Polizei hat man das Thema Solarpark-Einbrüche schon länger auf dem Schirm. "Die Täter sind oft sehr gut organisiert, die Diebstähle erfolgen arbeitsteilig, in kurzer Zeit und vermutlich nachts", heißt es auf einer Informationsseite des Landeskriminalamts Sachsen (LKA). Die Diebe machten sich die gute Erreichbarkeit der Anlagen über befestigte Wege zu Nutze und transportierten das Diebesgut mit Kleintransportern oder Lastkraftwagen ab, so die Erkenntnisse der Ermittler.

Um die Anlagen zu sichern, empfiehlt das LKA den Betreibern, es den Dieben schwer zu machen. "Je mehr Aufwand der Diebstahl erfordert, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Täter von seinem Handeln absieht." So wird für Freiflächenanlagen ein sogenannter Doppelstabgittermattenzaun mit 2,50 Meter Höhe empfohlen – "mit Übersteig-/Unterkriechschutz". Auch "Einbruchmelde- und Videoüberwachungsanlagen" seien ratsam.

Eine Videoüberwachung gibt es laut Sachsen-Energie an der Zeithainer Anlage bisher nicht, auch keine Bestreifung. "Bisherige von uns ergriffene Sicherungsmaßnahmen waren die Einzäunung des Areals und verschlossene Tore." Nach dem letzten Einbruch habe man die Installation diebstahlhemmender Verschraubungen veranlasst.

Nach dem jüngsten Vorfall sollen nun weitere Maßnahmen ergriffen werden, so das Unternehmen, ohne Details zu nennen.

Auf dem Schaden aus der Vorwoche muss Sachsen-Energie womöglich nicht sitzenbleiben. Wie das Unternehmen bestätigt, ist es gegen Vorfälle wie den aus der Vorwoche versichert.

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