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Wenn der Bagger am Mast rüttelt

Mit Spezialgerät ist eine Firma an Straßenlaternen in Riesa zugange. Hinter den Arbeiten steht der Präventionsgedanke.

Den Mast fest im Griff: Mit spezieller Messtechnik haben Mitarbeiter einer Lübecker Firma jetzt in Riesa die Träger der Straßenbeleuchtung untersucht. Nicht nur an der Elbstraße.
Den Mast fest im Griff: Mit spezieller Messtechnik haben Mitarbeiter einer Lübecker Firma jetzt in Riesa die Träger der Straßenbeleuchtung untersucht. Nicht nur an der Elbstraße. © Eric Weser

Riesa. Ein ungewöhnliches Bild hat sich Passanten und Autofahrern dieser Tage an verschiedenen Stellen in Riesa geboten: Ein Minibagger, der Laternenmasten umgreift. Was auf den ersten Blick wie Abbrucharbeiten wirken kann, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Messung: Mit dem Bagger und weiterer Spezialtechnik wird die Standsicherheit der Masten überprüft.

In Riesa hat das die Firma Roch Services aus Lübeck übernommen, die nach eigenen Angaben auf solche Untersuchungen spezialisiert ist. Auf der Internetseite des Unternehmens wird das eingesetzte Verfahren genauer erklärt. Demnach wird der Mast mit einem Prüfgerät gezielt belastet und mittels Sensoren gemessen, wie er sich dabei verhält. Eine von der Firma entwickelte Software wertet die Messdaten aus. Erste Ergebnisse gebe es dabei bereits vor Ort.

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Auftraggeber der Überprüfung ist das Riesaer Rathaus, bestätigt dieses auf Nachfrage. Das Ganze passiere als Teil der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht, die die Stadt als Betreiber der Straßenbeleuchtungsanlage hat, so Sprecher Uwe Päsler. Auf das besagte Verfahren werde zurückgegriffen, weil man bestimmte Probleme wie Roststellen an den Masten im Erdreich mit dem bloßen Auge nicht erkennen könne.

Neben Feuchtigkeit machen viele Umwelteinflüsse Masten im Laufe der Zeit zu schaffen – seien es Kollisionen mit Autos, der Kontakt mit Streusalz, Hundekot oder heftiger Wind. Dadurch hervorgerufene Schäden können die Standfestigkeit so verringern, dass Masten abknicken und zu Schäden führen.

Streusalz, Feuchtigkeit, Hundekot und andere Substanzen setzen Masten zu. Bei genauerem Hinsehen kann Schadstellen erkennen – soweit sie oberirdisch liegen. Nicht immer muss das die Standsicherheit eines Mastes gefährden. Um die zu testen, war in Riesa je
Streusalz, Feuchtigkeit, Hundekot und andere Substanzen setzen Masten zu. Bei genauerem Hinsehen kann Schadstellen erkennen – soweit sie oberirdisch liegen. Nicht immer muss das die Standsicherheit eines Mastes gefährden. Um die zu testen, war in Riesa je © Eric Weser

Die Stadtverwaltung beauftrage eine Überprüfung der Masten daher seit mehreren Jahren. "Aber immer nur für einen Bruchteil des Anlagenbestandes der Straßenbeleuchtung." Welche Masten untersucht werden, wähle das städtische Bauamt aus. Dieses Jahr seien es 200 Stück; die vergangenen Jahre zusammengenommen sind es inzwischen 1.000 Masten. Untersucht würden in Riesa lediglich Metallmasten und damit nur ein Teil der insgesamt 4.000 Laternenmasten in der Stadt.

In Einzelfällen seien bei der Überprüfung auch schon Mängel festgestellt worden, heißt es aus dem Rathaus. An der Chemnitzer Straße in Weida sei dabei sofort die Demontage eines beschädigten Mastes beauftragt und ein Ersatz errichtet worden.

Was die Überprüfung die Kommune kostet, ließ das Rathaus mit Verweis darauf, dass es sich um ein europaweit zertifiziertes Prüfverfahren handle, offen. (SZ/ewe)

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