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Kreis Meißen: Arbeitsmarkt erreicht Vor-Corona-Niveau

Arbeitslosenquote liegt wieder unter fünf Prozent – erstmals seit 2019. Außerdem gibt es mehr als 2.600 Stellen.

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Seit dem November 2019 liegt die Arbeitslosenquote für den Landkreis Meißen erstmals wieder bei 4,9 Prozent.
Seit dem November 2019 liegt die Arbeitslosenquote für den Landkreis Meißen erstmals wieder bei 4,9 Prozent. © Sebastian Schultz

Riesa. Der Arbeitsmarkt erreichte im vergangenen Monat das Niveau vor der Corona-Pandemie. Für den November hat die Arbeitsagentur Riesa 6.121 Arbeitslose gemeldet. Das sind 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr und 13 Prozent weniger als 2019. Damit liegt die Arbeitslosenquote nun nur noch bei 4,9 Prozent. Vor einem Jahr waren es 5,6 Prozent.

"Insbesondere in den Bereichen Verkehr und Logistik, Handel, Büro und Erziehung fanden Arbeitsuchende eine neue Beschäftigung", ordnet Thomas Stamm, Chef der Arbeitsagentur Riesa, die sinkende Arbeitslosenquote ein. Die Unternehmen hätten dem Arbeitgeber-Service im zurückliegenden Monat 512 neue Stellen gemeldet. Das sind 58 Stellen weniger als im Oktober. Gesucht wird Personal: im verarbeitenden Gewerbe (122 Stellen), im Bereich der Arbeitnehmerüberlassung (97 Stellen), im Handel (45 Stellen), im Baugewerbe (32 Stellen) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (29 Stellen).

Insgesamt waren 2.671 freie Arbeitsstellen in der Region zur Besetzung gemeldet. Das sind 62 Stellen mehr als im Oktober 2021. Im Vergleich zum November 2020 sind rund 500 Angebote mehr gemeldet.

Wieder mehr Anfragen zum Kurzarbeitergeld

Trotz der positiven Zahlen macht sich die Corona-Pandemie an anderer Stelle bemerkbar. Vermutlich wegen sächsischer Corona-Notfall-Verordnung: Die Arbeitsagentur habe in den zurückliegenden Wochen vermehrt Anfragen zum Kurzarbeitergeld erhalten, so Thomas Stamm. "Ich möchte an dieser Stelle an das Saisonkurzarbeitergeld erinnern. Es ermöglicht den Betrieben des Baugewerbes in der Schlechtwetterzeit von Dezember bis März, Entgeltausfälle für ihre Beschäftigten auszugleichen. Dies trifft auf Unternehmen des Bauhauptgewerbes, des Gerüstbauerhandwerks, des Dachdeckerhandwerks sowie auf Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus zu."

Derzeit haben vom 1. bis zum 24. November 56 Unternehmen für 434 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Wie viele Betriebe tatsächlich davon Gebrauch machen – dafür gibt es nur Daten bis Juli 2021. Laut Berechnungen der Arbeitsagentur Riesa haben im Juli 2.509 Arbeitnehmende Kurzarbeitergeld erhalten, verteilt auf 542 Unternehmen im Landkreis Meißen. Im Juni waren es noch fast doppelt so viele Arbeitnehmerinnen in mehr als 800 Betrieben. Zudem gibt es nun endgültige Daten für den Monat Mai: Fast 6.000 Menschen in 1.092 Unternehmen arbeiteten verkürzt. Der durchschnittliche Arbeitsausfall betrug so 46,2 Prozent.

Neben offiziell registrierten Arbeitslosen gibt es auch noch eine Gruppe, die nicht in diese Statistik fällt, weil sie an Maßnahmen wie Weiterbildungen oder Praktika in Betrieben teilnehmen oder über Arbeitsgelegenheiten beschäftigt sind. Das betraf im Oktober 1.104 Frauen und Männer. (SZ/mas)

So stehen die vier Geschäftsstellen im Kreis Meißen im November 2021 da:

  • Riesa: 1.671 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 6,1 Prozent, Stellenzugänge: 119 Stellen
  • Großenhain: 1.019 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 4,6 Prozent, Stellenzugänge: 72 Stellen
  • Meißen: 2.114 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 5,4 Prozent, Stellenzugänge: 155 Stellen
  • Radebeul: 1.317 Arbeitslose, Arbeitslosenquote: 3,6 Prozent, Stellenzugänge: 166 Stellen