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Neuer Feralpi-Parkplatz ist fertig

Nach gut vier Jahren kann das Riesaer Stahlwerk das Areal in Betrieb nehmen. Für das Unternehmen ist die Parkfläche nur ein Teil eines größeren Vorhabens.

Feralpi-Werksdirektor Christian Dohr (l.) und Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU, r.) eröffnen den Parkplatz. Die Wiese im Hintergrund gehört ebenfalls dem Stahlwerk, dort sollen noch Bäume und Sträucher gepflanzt werden.
Feralpi-Werksdirektor Christian Dohr (l.) und Riesas Oberbürgermeister Marco Müller (CDU, r.) eröffnen den Parkplatz. Die Wiese im Hintergrund gehört ebenfalls dem Stahlwerk, dort sollen noch Bäume und Sträucher gepflanzt werden. © Sebastian Schultz

Riesa. Christian Dohr musste vermutlich nicht lange überlegen, mit welchen Worten er seine Rede eröffnet. "Was lange währt, wird endlich gut", sagt der Werksdirektor von Feralpi am Freitagvormittag, kurz bevor er gemeinsam mit Riesas OB das grüne Band vor dem neuen Mitarbeiterparkplatz durchschneidet.

Tatsächlich hat es deutlich länger gedauert als geplant, ehe das Vorhaben an der Uttmannstraße auch Realität wurde. Über mehr als drei Jahre zogen sich allein die Planungen. Die SZ berichtete erstmals im Mai 2016 über das Vorhaben, damals befassten sich die Stadträte mit dem Thema. Insgesamt dreimal legte Feralpi danach die Pläne öffentlich aus, erklärt Mathias Schreiber, im Stahlwerk zuständig für den Umweltschutz.

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Über die Treppe im Hintergrund geht es vom Parkplatz hinauf zur Uttmannstraße.
Über die Treppe im Hintergrund geht es vom Parkplatz hinauf zur Uttmannstraße. © Sebastian Schultz

Erst im Rahmen der Auslegung meldeten Naturschützer Bedenken an, weil am Rand des heutigen Parkplatzgeländes Zauneidechsen heimisch waren. "Das ist eine Rote-Liste-Art", erklärt Schreiber. Man habe deshalb ein Fachbüro damit beauftragt, die Tiere einzusammeln und umzusiedeln. Etwa 25 Zauneidechsen haben jetzt ein neues Zuhause - ein Stück weiter Richtung Elbe. Dort gibt es bereits ein Habitat, das im Rahmen anderer Bauvorhaben für die Umsiedlung genutzt wurde, sagt Schreiber. "Weil die Eidechsenpopulation bei uns relativ klein war, konnten die Tiere noch dazu gesetzt werden."

Platz für mehr als 300 Pkw

Die Tierschutzmaßnahme kostete allerdings Zeit, denn die beauftragten Biologen mussten die Reptilien im Frühjahr und Herbst absammeln. So lange durfte nicht gebaut werden. Man habe im Vorfeld nicht damit gerechnet, dass bis zur Einweihung der Stellfläche so viel Zeit vergehen würde, sagt Mathias Schreiber. "Es ist am Ende ja 'nur' ein Parkplatz."

Über einen Nebeneingang kommen die Feralpi-Mitarbeiter auf das Werksgelände. Das ist sicherer als der alte Weg über die Lkw-Zufahrt.
Über einen Nebeneingang kommen die Feralpi-Mitarbeiter auf das Werksgelände. Das ist sicherer als der alte Weg über die Lkw-Zufahrt. © Sebastian Schultz
Auch an die Radfahrer wurde gedacht: Etwas mehr als 50 überdachte Fahrradstellplätze hat Feralpi angelegt.
Auch an die Radfahrer wurde gedacht: Etwas mehr als 50 überdachte Fahrradstellplätze hat Feralpi angelegt. © Sebastian Schultz

Die eigentlichen Bauarbeiten gingen dann immerhin recht zügig vonstatten, sagt der Werksdirektor. Für die mittlerweile 714 Mitarbeiter des Unternehmens stehen jetzt an dieser Stelle etwas mehr als 300 Pkw-Stellplätze zur Verfügung. Eine Stahltreppe führt vom etwas tiefer gelegenen Parkplatz hinauf zur Uttmannstraße. "Für uns ist das eine wesentliche Verbesserung der Sicherheit", sagt Christian Dohr. Bisher müssen viele Stahlwerksmitarbeiter im Eingangsbereich parken. Beim Weg zur Arbeit kreuzen sie danach auch das Tor, an dem die Lkw ein- und ausfahren und gewogen werden.

Der Weg vom neuen Parkplatz hingegen führt nun über einen Nebeneingang aufs Gelände. Die Mitarbeiter überqueren dann nur noch eine Straße im Werk. Das sei weniger gefährlich als die derzeit unübersichtliche Situation an der Lkw-Einfahrt. "Der Parkplatz wirkt entzerrend", fasst Dohr zusammen. Im gleichen Zug hat Feralpi an besagtem Nebeneingang noch 52 neue Fahrradständer angeschafft, weil mittlerweile auch viele Mitarbeiter mit dem Rad kommen. Und unter der Parkfläche liegt auch schon die Technik an, um später Ladesäulen für E-Autos zu installieren. Bisher sei das unter den Mitarbeitern aber noch kein Thema, heißt es.

Baumpflanzung auf Frühjahr verschoben

Völlig fertig ist der neue Mitarbeiterparkplatz übrigens noch nicht. Um ihn von den benachbarten Wohnhäusern in Richtung Paul-Greifzu-Straße abzuschirmen, will Feralpi noch Bäume und Sträucher pflanzen. Das sollte eigentlich schon in diesem Jahr passieren, sagt Mathias Schreiber. "Das Problem war die extreme Trockenheit. Wir hoffen, dass der Boden nach dem Winterhalbjahr feuchter ist."

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Die neue Stellfläche ist Teil einer größeren Entflechtungsstrategie. Etwa eine Million Euro hat sie gekostet, sagt Werkdirektor Christian Dohr. Die Investition wird auch Folgen für das Gelände vor dem Werk haben: "Die Lkw-Zufahrt wird der nächste Schritt", so Dohr. Da, wo bis jetzt noch Pkw geparkt haben, entsteht eine Freifläche, die mittelfristig als Puffer dienen kann. Damit würden sich die Lastwagen nicht mehr von der Zufahrt bis an die Straße stauen. Dohr rechnet damit, dass die Zufahrt im kommenden Jahr angepasst wird. Mit einer größeren Verzögerung sei in dem Fall eher nicht zu rechnen, heißt es - schließlich wird diesmal nur ein Parkplatz umgenutzt.

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