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Welche Riesaer Geschäfte noch aufhaben

Die Corona-Vorschriften legen große Teile des Handels lahm. Aber mancher lässt sich was einfallen.

Geöffnet: Der Real im Riesapark verkauft normal, auch die Imbissbuden davor. Viele kleine Geschäfte im Einkaufszentrum dagegen müssen derzeit zubleiben.
Geöffnet: Der Real im Riesapark verkauft normal, auch die Imbissbuden davor. Viele kleine Geschäfte im Einkaufszentrum dagegen müssen derzeit zubleiben. © Sebastian Schultz

Riesa. Beim Real im Riesapark ist die Sache klar: Einer der größten Lebensmittelmärkte der Region darf auch unter Corona-Bedingungen aufhaben. Am Montagvormittag nach Weihnachten herrscht hier normaler Betrieb: Fast alle Kassen sind besetzt, die Warteschlangen nur kurz. 351 Kunden dürfen gleichzeitig in den Laden, informiert ein Aushang am Eingang. Gegenüber den Kassen ergibt sich ein Bild, das so in vielen sächsischen Städten zu sehen sein dürfte: Eine Bäckereifiliale hat auf, das Reisebüro direkt daneben bleibt zu.

Und dieser Anblick wiederholt sich in den Gängen des Einkaufszentrums Riesapark, das sonst Kunden aus dem Kreis Meißen, aus Nordsachsen und Südbrandenburg anzieht: Modeläden, Schuhläden, Taschengeschäfte haben zu. Lebensmittelhändler wie Aldi oder Drogerien wie Rossmann dazwischen haben normal geöffnet. Viele Aushänge verweisen auf den 10. Januar, ab dem es "voraussichtlich" wieder normale Öffnungszeiten geben könnte - wenn die neuen Corona-Regeln des Freistaats dann mitspielen. So lange setzten die Händler im Riesapark auch auf Nachbarschaftshilfe: So mancher bittet darum, die Pakete so lange bei Bäcker Steinecke abzugeben, der genauso geöffnet hat wie das Post- und Lotto-Geschäft einige Schaufenster weiter. Die Imbiss-Betreiber im Einkaufszentrum halten es mal so, mal so: Ein Stand ist offen, einer zu. Der Hähnchengrill und der Wagen mit Spreewald-Spezialitäten auf dem Parkplatz sind normal geöffnet.

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Geöffnet: Im und am Weida-Center an der Chemnitzer Straße sind die meisten Läden auf. Bei Bäcker und Fleischer sind lediglich die Tische und Stühle gesperrt.
Geöffnet: Im und am Weida-Center an der Chemnitzer Straße sind die meisten Läden auf. Bei Bäcker und Fleischer sind lediglich die Tische und Stühle gesperrt. © Sebastian Schultz
Geöffnet: Auch rund um den Rewe an der Merzdorfer Straße haben viele kleine Geschäfte geöffnet. Sie verkaufen in der Regel Waren des täglichen Bedarfs.
Geöffnet: Auch rund um den Rewe an der Merzdorfer Straße haben viele kleine Geschäfte geöffnet. Sie verkaufen in der Regel Waren des täglichen Bedarfs. © Sebastian Schultz
Mit Einschränkungen geöffnet: Im Toom-Baumarkt im Riesapark dürfen derzeit nur Handwerker und Gewerbetreibende einkaufen - und müssen vorher klingeln.
Mit Einschränkungen geöffnet: Im Toom-Baumarkt im Riesapark dürfen derzeit nur Handwerker und Gewerbetreibende einkaufen - und müssen vorher klingeln. © Sebastian Schultz

Beim Sonderpostenmarkt Wreesmann dagegen sieht es aus, als würde renoviert: Mehrere Regalreihen sind mit transparenter Malerfolie verhängt. Tatsächlich ist geöffnet. Als "Nahversorgungs-Discounter", so wirbt die Kette neuerdings im Internet für sich, führe man ja auch Lebensmittel, Hygieneartikel, Tiernahrung. Verkauft werden auch Fahrradreifen, von denen sich eine Kundin gerade einen über die Schulter hängt. Lippenstifte, Romane und Schreibwaren gehören dagegen zu den Waren, die mit Folie und Flatterband abgeklebt sind und also derzeit nicht zum Verkauf stehen.

Medimax dagegen hat diese Möglichkeit nicht: Der Elektronik-Fachmarkt im Riesapark ist genauso geschlossen wie sein Pendant in der Innenstadt, Media-Markt in der Elbgalerie. Einen Mittelweg geht dagegen der Baumarkt Toom, ein weiterer Kundenmagnet im Riesapark - zumindest in normalen Zeiten. Hier ist momentan nur für Handwerker und Gewerbetreibende geöffnet, die zuvor an der Tür klingeln müssen. Auch die Öffnungszeiten sind diese Woche etwas ungewöhnlich: nur Montag bis Mittwoch und auch nur von 8 bis 16 Uhr. Ähnlich sieht es beim Handelshof nebenan aus. So aber kommt der Klempner auch beim Rohrbruch noch dieses Jahr an Ersatzteile.

Bei den Fastfood-Ketten an der Rostocker Straße zeigt sich bei beiden das gleiche Bild: Sowohl bei McDonald's als auch bei Burger King ist drinnen sitzen tabu, dafür stauen sich die Autos am Drive-in-Schalter, wo es Burger zum Mitnehmen gibt.

Ein Stück weiter im Wohngebiet im Weida-Center haben die meisten Geschäfte normal auf: Der Discounter Penny sowieso, Bäcker, Fleischer, Obst-/Gemüse-Händler auch. Genauso der Tabak-Presse-Laden und auch die Außenstelle des Meißner Bestattungsunternehmens daneben. Dort werden lediglich Angehörige von coronapositiven Gestorbenen per Aushang gebeten, sich telefonisch anzumelden - und nicht unangekündigt im Geschäft aufzutauchen. Und das Sanitätshaus nebenan darf genauso auf bleiben wie die Apotheke um die Ecke.

Teils auf, teils zu: In der Riesaer Elbgalerie sind beispielsweise Kaufland und Rossmann auf, C&A und Mediamarkt dagegen müssen zubleiben.
Teils auf, teils zu: In der Riesaer Elbgalerie sind beispielsweise Kaufland und Rossmann auf, C&A und Mediamarkt dagegen müssen zubleiben. © Sebastian Schultz
Geöffnet: Optiker wie Augenoptik Dathe dürfen auch unter Corona-Bedingungen weiter machen. Auf der Riesaer Hauptstraße befinden sich vier Optiker.
Geöffnet: Optiker wie Augenoptik Dathe dürfen auch unter Corona-Bedingungen weiter machen. Auf der Riesaer Hauptstraße befinden sich vier Optiker. © Sebastian Schultz
Geöffnet: Mit Alippi ist ein neues Fachgeschäft für Sanitätsprodukte im früheren Sporthaus Henle eingezogen. Die Branche darf weiter verkaufen.
Geöffnet: Mit Alippi ist ein neues Fachgeschäft für Sanitätsprodukte im früheren Sporthaus Henle eingezogen. Die Branche darf weiter verkaufen. © Sebastian Schultz

Derselbe Anblick beim Rewe an der Merzdorfer Straße - wo Bäcker, Postladen, Apotheke geöffnet sind und es Döner im Bistro nur zum Mitnehmen gibt.

Dort, wo es viele Mode- und Schuhgeschäfte gibt, dominieren dagegen die geschlossenen Ladentüren. In der Riesaer Elbgalerie etwa. Dort ist es derzeit leichter, die geöffneten Geschäfte aufzuzählen: Kaufland natürlich, Apotheke, Apollo-Optik, Post und Fleischer, Bäcker, Rossmann und Tabakladen. Immerhin: Die Grillhütte und der Fischbrötchen-Verkaufswagen verkaufen direkt vor der Elbgalerie weiter ihre Waren.

Nebenan auf der Hauptstraße haben Optiker wie Augenoptik Dathe, Pro-Optik oder Fielmann offen. An den Döner-Geschäften - auch das frühere Restaurant Primavera ist jetzt wieder ein Imbiss - bilden sich teils Schlangen bei der Abholung. Der Drogeriemarkt DM hat auf, Mäc Geiz ebenso, Apotheken, mit Alippi auch ein ganz neues Geschäft: Das verkauft seit diesem Monat in einem Teil des früheren Sporthauses Henle nun Sanitätswaren wie Rollatoren, Blutdruckmessgeräte, Bad-Hilfen.

Dazwischen hat das meiste zu. So nutzt der frühere SZ-Treffpunkt die vorgeschriebene Schließung gleich für einen Umzug an die Hauptstraße 53, wo er nächstes Jahr als neues DDV Lokal öffnen will. Uhren/Schmuck-Herkner verkauft nichts, bietet auf telefonische Anmeldung aber weiter Reparaturen und Batteriewechsel an. Modeläden verweisen per Aushang auf Gutscheine, ein Reisebüro auf eine Telefonnummer in Meißen.

Geöffnet: Die Döner-Läden an der Riesaer Hauptstraße verkaufen weiter, wenn auch nur außer Haus. Zu manchen Uhrzeiten bilden sich dort Warteschlangen.
Geöffnet: Die Döner-Läden an der Riesaer Hauptstraße verkaufen weiter, wenn auch nur außer Haus. Zu manchen Uhrzeiten bilden sich dort Warteschlangen. © Sebastian Schultz
Geschlossen: Das Blumen-Eck nimmt ab dem 5. Januar immerhin wieder Bestellungen an. Ansonsten ist es auf diesem Teil der Hauptstraße derzeit ziemlich ruhig.
Geschlossen: Das Blumen-Eck nimmt ab dem 5. Januar immerhin wieder Bestellungen an. Ansonsten ist es auf diesem Teil der Hauptstraße derzeit ziemlich ruhig. © Sebastian Schultz
Geschlossen: Der frühere SZ-Treffpunkt an der Hauptstraße 56 nutzt die Zwangsschließung gleich für einen Umzug - ein paar Häuser weiter in die Nr. 53.
Geschlossen: Der frühere SZ-Treffpunkt an der Hauptstraße 56 nutzt die Zwangsschließung gleich für einen Umzug - ein paar Häuser weiter in die Nr. 53. © Sebastian Schultz

Ein ungewöhnliches Bild gibt es an der Thalia-Filiale auf der Hauptstraße: Dort können Kunden nicht nur telefonisch oder online Bücher bestellen, sondern auch auf einem vor der Tür stehenden Bücherwagen einen Bestellzettel ausfüllen - und in den Briefkasten werfen. Auch Klopfen oder Klingeln sei möglich, heißt es.

Leben herrscht auch hinter den Fenstern der Riesa-Information: Zur Überraschung mancher Kunden hat der Laden geöffnet. "Wir verkaufen Fahrkarten, die neuen Fahrpläne und geben Auskünfte", sagt Chefin Heike Kandel. Seit der Schließung der VVO-Zentrale am Bahnhof ist das der einzige derartige Anlaufpunkt in Riesa - und gerade jetzt zum Fahrplanwechsel kauften vor allem ältere Kunden sonst mehrere Hundert Fahrpläne. Der Rest des Sortiments ist allerdings mit rot-weißem Band abgesperrt: Wer etwa ein Riesa-Buch kaufen will, muss es telefonisch bestellen und bekommt es anschließend geliefert. So wollen es die Corona-Vorschriften.

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Nur Reparaturen: Uhren/Schmuck-Herkner bietet derzeit nur Reparaturen und Batterietausch an, auf telefonische Voranmeldung: 03525 734589.
Nur Reparaturen: Uhren/Schmuck-Herkner bietet derzeit nur Reparaturen und Batterietausch an, auf telefonische Voranmeldung: 03525 734589. © Sebastian Schultz
Geöffnet: Die Riesa-Information bleibt als Verkaufsstelle für Fahrkarten und Fahrpläne offen. Alle anderen Produkte gibt es nur auf Bestellung und per Lieferung.
Geöffnet: Die Riesa-Information bleibt als Verkaufsstelle für Fahrkarten und Fahrpläne offen. Alle anderen Produkte gibt es nur auf Bestellung und per Lieferung. © Sebastian Schultz
Nur auf Bestellung: Die Thalia-Buchhandlung hat vor ihrem Schaufenster Bestellkärtchen liegen - so kann man sein Wunschbuch aussuchen und liefern lassen.
Nur auf Bestellung: Die Thalia-Buchhandlung hat vor ihrem Schaufenster Bestellkärtchen liegen - so kann man sein Wunschbuch aussuchen und liefern lassen. © Sebastian Schultz

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