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Romantisches Licht in den Abendstunden

Glashütte investiert in die Straßenbeleuchtung. Das soll sich auch finanziell auszahlen.

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© Weihs

Von Maik Brückner

Glashütte. Allmählich werden die Nächte länger. Und das merken auch die Dittersdorfer. Aufmerksamen Zeitgenossen ist auch aufgefallen, dass die Hauptstraße anders beleuchtet wird, berichtet Ortsvorsteher Heiko Schiebel (CDU). „Bisher war es an der Hauptstraße abends taghell.“ Jetzt leuchten die Lampen nicht mehr mit ganzer Leistung. Heiko Schiebel findet das angenehmer. „Der Farbton ist warm.“ Der Ortschef freut sich schon auf den Winter. Der Flockenwirbel sieht bei dieser Beleuchtung sicherlich romantisch aus, glaubt er. Bürgermeister Markus Dreßler (CDU) weiß, wie es dazu gekommen ist. Die Stadt hat die Dittersdorfer Anlage umbauen lassen. Sie hat eine neue Steuerung bekommen. Anfang dieser Woche lüftete er das Geheimnis mit Elektromeister Ray Papadopulos. Der Schlottwitzer, der sich seit Jahren um die Straßenbeleuchtung in Dittersdorf kümmert, hatte den Auftrag dazu.

Damit kann das Licht nachts gedimmt werden.
Damit kann das Licht nachts gedimmt werden. © Schiebel

Neue Dimmgeräte

Papadopulos installierte drei neu entwickelte Dimmgeräte der Firma KD Elektroniksysteme aus Zerbst. Mit denen lassen sich die vorhandenen Natriumdampf-Leuchten bedarfsabhängig regeln. „Das hat den Vorteil, dass wir Strom sparen können, ohne auf LED-Technik umrüsten zu müssen“, sagt Dreßler. Ein Austausch der Leuchtkörper wäre wirtschaftlich auch kaum vertretbar gewesen, da die Natriumdampf-Leuchten erst im Zuge der Straßensanierung im Jahr 2005 installiert wurden, ergänzt Lutz Grämer vom Bauamt. Er ist auch für die Straßenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet zuständig.

Bisher dimmte die Stadt die Dittersdorfer Straßenlampen zwischen Mitternacht und 4 Uhr runter. „Doch die bisherige Technik war störanfällig“, erklärt Lutz Grämer. Zudem sei sie nicht sehr effizient gewesen. Deshalb wurde hier investiert. Mit der neuen Schalttechnik werden die 86 Straßenleuchten in Dittersdorf nun zentral gesteuert. Vom Einbruch der Dunkelheit bis 20 Uhr leuchten die Lampen mit voller Leistung, danach wird diese um 30 Prozent gedrosselt. Zwischen 22 und 5 Uhr senkt die Steuerung die Leistung nochmals. Die Lampen arbeiten mit knapp 70 Prozent weniger Leistung. „Das bringt pro Tag eine Kostenersparnis von knapp 50 Prozent“, erläutert Roland Sandler von der Firma KD Elektroniksysteme. Die jährliche Einsparung beläuft sich auf gut 13 000 kWh. „Das entspricht nach derzeitigen Preisen rund 3 000 Euro“, erklärt Sandler.

Sollte sich die Technik bewähren und auch in den nächsten Jahren dieses Einsparpotenzial bringen, hätte sich ihr Einbau nach viereinhalb Jahren amortisiert. Für die neuen Schaltkästen inklusive deren Ausstattung und den Einbau hat Glashütte rund 13 000 Euro ausgegeben. Sandler geht davon aus, dass sich die Anlage schneller rechnen wird, weil der Energiepreis in den nächsten Jahren schneller steigen wird.

Die neue Steuertechnik hat noch zwei weitere Effekte. So wird durch das Stromsparen der Ausstoß von Kohlendioxid pro Jahr um etwa 8 300 Kilogramm gemindert. „Und auch die Lichtverschmutzung – eine erst in jüngster Vergangenheit wissenschaftlich intensiver untersuchte Beeinträchtigung von Flora und Fauna mit vermutet negativen Folgen auch für den Menschen – nimmt deutlich ab“, erklärt Sandler. Das hat die Stadt Glashütte bewogen, nach dem Pilotprojekt Dittersdorf auch über den Umbau anderer Anlagen nachzudenken. Deshalb wurde Ray Papadopulos beauftragt, die vom Hersteller angegebene Energieeinsparung zu überprüfen und zu dokumentieren. Sollt es die geben, möchte die Stadt schon recht bald die Straßenbeleuchtungen in Glashütte und in Schlottwitz entlang der Müglitztalstraße umbauen, erklärt Dreßler. Dort seien die Beleuchtungsanlagen noch so gut, dass sich ein Umbau auf LED-Technik ebenfalls nicht rentiert. Prinzipiell könnten alle alten Anlagen, auch die aus DDR-Zeiten, mit der neuen Steuertechnik ausgestattet werden, ergänzt Sandler. Doch das wird in Glashütte nicht geschehen. Dort, wo noch eine „alte“ Anlage steht, strebt die Stadt weiterhin den Neubau an. Dabei wird LED-Technik verwendet. Diese Art Leuchten gibt es derzeit in Bärenhecke, Hermsdorf am Wilisch, Hirschbach und an der Ortsdurchfahrt in Luchau. In Reinhardtsgrimma werden LED-Lampen im Zuge des gegenwärtigen Straßenausbaus errichtet. Zudem wird die Stadt Glashütte auch andere Möglichkeiten nutzen – zum Beispiel wenn der Energieversorger Enso Oberleitungen erneuert –, Lampen zu ersetzen.