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Hoyerswerda
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„Runter vom Sofa und rein ins Leben“

Der 3. Hoyerswerdaer Seniorentag war ein voller Erfolg: viele zufriedene Besucher und glückliche Organisatoren.

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Große Sprünge: Karla Kümmig (links) und Nicole Petrick (rechts) von der ZooKultur mit einer Besucherin.
Große Sprünge: Karla Kümmig (links) und Nicole Petrick (rechts) von der ZooKultur mit einer Besucherin. © Foto: Silke Richter

Von Silke Richter

Wird Gabriele Mark nach ihrem Alter gefragt und hört man dann die verblüffende Antwort, stellt sich heraus, dass man sie vorher meist sehr viel jünger geschätzt hat. 71? Nie und nimmer! Und doch ist es so. Gabriele Mark hat freilich ein Rezept gegen das Älterwerden: „Runter vom Sofa und rein ins Leben“. Das heißt konkret: tägliche Morgengymnastik, ein leitendes Ehrenamt im Hoyerswerdaer Seniorenbeirat, die Mitarbeit in der Rheumaliga und das Singen im Oratorienchor – das alles halte sie geistig und körperlich fit.

Viel für die Generation „50 plus

„Runter vom Sofa und rein ins Leben“ ist auch gleichzeitig eine Botschaft an die Generation „50 plus“. Denn schließlich werde für diese Altersgruppe in Hoyerswerda sehr viel angeboten, weiß Gabriele Mark. Um Interessierten den Zugang zu erleichtern und Hemmschwellen abzubauen, wird seit drei Jahren der Seniorentag organisiert, der aber durchaus auch für jüngere Menschen gedacht ist. „Es gibt so viele Möglichkeiten, um dauerhaft eine neue, sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu finden und aktiv zu bleiben. Oftmals braucht es dafür Überwindung. Wir wollen mit dem Aktionstag die Hemmschwelle verringern. Die Leute müssen jetzt nur noch kommen und sich davon überzeugen“, ermuntert Gabriele Mark kurz vor Beginn der diesjährigen Veranstaltung.

Kleiner „Markt der Möglichkeiten“

In Zusammenarbeit mit der Stadt, dem VdK-Sozialverband, der Volkssolidarität und weiteren Helfern und Partnern wurde am Mittwoch, dem 17. April, für den nunmehr 3. Aktionstag ein abwechslungsreicher und vielfältiger Nachmittag vorbereitet, der fast keinen Wunsch offenließ. Das Bürgerzentrum „Braugasse 1“ verwandelte sich in eine generationsübergreifende Begegnungsstätte. Die „Elsterkids“ aus der Grundschule „An der Elster“ und der Chor der Volkssolidarität präsentierten ihr musikalisches Können. Die Tanzgruppe des Nachbarschaftshilfevereins (NHV) zeigte, dass man auch im Alter die Beweglichkeit fördern und dabei gemeinsam Spaß haben kann. Das Thema „Enkeltrick“ wurde von Angelika Große, der Leiterin der Verbraucherzentrale Hoyerswerda, bei einem Vortrag näher beleuchtet.

Die Präsentation der etwa dreißig Vereine, Institutionen, Verbände erinnerte an einen kleinen „Markt der Möglichkeiten“. Ganz besonders gefragt war die Taschengeldbörse, ein mit dem Generationspreis ausgezeichnetes Projekt des Jugendstadtrates, in dessen Rahmen Jugendliche hilfsbedürftige Senioren bei verschiedenen Dingen im Alltag unterstützen. Eigentlich war beim Seniorentag auch der Besuch von Stefan Skora geplant. Der Oberbürgermeister musste aber wegen eines sehr kurzfristigen Termins leider absagen. Dessen Grußworte überbrachte deshalb Jana Nitschmann, Fachbereichsleiterin im Bürgeramt: Senioren leisten für die Stadt im Ehrenamt Unverzichtbares, das nicht hoch genug gewürdigt werden könne. Was in Hoyerswerda dank vieler Vereine und Verbände alles möglich sei, habe sich besonders anno 2018 beim 750-Jahr-Stadtjubiläum auf sehr vielfältige Art und Weise gezeigt – worauf die Stadt stolz sein könne. Die Mitglieder des Seniorennetzwerkes seien sehr gut aufgestellt und leisteten bei der Vorbereitung und Umsetzung des 3. Seniorentages sehr gute Arbeit, ließ Stefan Skora den Besuchern dieser Veranstaltung übermitteln.

Eine rundum gelungene Sache

Man gewann rasch den Eindruck, dass dieser Seniorentag die Beteiligten und Besucher glücklich machte: Überall zufriedene Gesichter, fröhliche Menschen, ein voller Saal beim Bühnenprogramm und reichlich Informationen und Mitmachangebote.

Stefan Biewald von der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek informierte über den sozialen Bücherhausdienst, der ältere, kranke und behinderte Menschen mit Medien versorgt. Dieses soziale Engagement auf Rädern erfreut sich zunehmend an Beliebtheit und zeigt, dass man auch bei solchen Wünschen Unterstützung erfahren kann. Wer die Gemeinsamkeit mag, ist dagegen bei der Hoyerswerdaer „Spätlese“ genau richtig: Der Senioren-Verein unter Leitung von Renate Rebbitz möchte die künstlerische Betätigung von Senioren und die Gesundheitsfürsorge fördern. Bei Handarbeiten, Vorträgen, Reisen und anderen Veranstaltungen möchte die „Spätlese“ vor allem der Vereinsamung entgegenwirken.

Nur noch das Richtige finden

Ein Anspruch, dem übrigens jeder Verein, Verband und jede Interessengruppe, der/die sich auf dem Seniorentag präsentierte, gerecht wird. Man muss nur das Richtige für sich finden – ganz nach dem einprägsamen Motto von Gabriele Mark: „Runter vom Sofa und rein ins Leben.“ In Hoyerswerda gibt es viele Möglichkeiten dazu.