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Rutschpartie auf schneeglatten Straßen

Das Wetter im Osterzgebirge ist ungemütlich geworden. Aber für Wintersportler gibt es jetzt Hoffnung.

Von Franz Herz
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Dieser Sattelzug ist am Dienstag in Oberfrauendorf von der Straße abgerutscht und kam aus eigener Kraft nicht mehr weiter. Zeitweise war die Straße voll gesperrt. Ähnliche Probleme gab es auch auf der Kammstraße bei Hermsdorf.
Dieser Sattelzug ist am Dienstag in Oberfrauendorf von der Straße abgerutscht und kam aus eigener Kraft nicht mehr weiter. Zeitweise war die Straße voll gesperrt. Ähnliche Probleme gab es auch auf der Kammstraße bei Hermsdorf. © Foto: Egbert Kamprath

Der Wind hat sich in Richtung Nordwesten gedreht und bringt feuchte Luft ins Osterzgebirge. Die ließ es beispielsweise an der Wetterstation Zinnwald von Montagabend bis Dienstagmittag ununterbrochen schneien. Der Schneefall wurde von einem kräftigen Wind begleitet, der immer wieder Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 80 Stundenkilometern brachte. Am Dienstagmorgen lag bei minus zwei Grad eine Schneedecke von 20 Zentimetern, wie der Wetterverein Zinnwald mitteilte.

Autofahrer bekamen vor allem am Dienstag um die Mittagszeit Probleme. Da ist es auf den Straßen, die hoch ins Gebirge führen, äußerst glatt geworden. Gegen 11 Uhr ist in Oberfrauendorf nahe Dippoldiswalde ein Sattelzug ins Rutschen gekommen und im Straßengraben gelandet. Er stand dann quer über die Straße, die erst völlig blockiert war, wie die Polizei informierte. Autos kamen nicht mehr durch, hatten aber auch Schwierigkeiten, auf der glatten Fahrbahn zu wenden. Später leitete die Polizei den Verkehr an der Unfallstelle vorbei. Auch in Hirschsprung bei Altenberg ist ein Pkw in den Straßengraben gerutscht. Am Nachmittag kam es zu Problemen auf der Kammstraße von Frauenstein nach Hermsdorf. Wegen Glätte hatten sich mehrere Lkw quergestellt. Die Straße war zeitweise nicht passierbar.


Böen bis zu 80 Stundenkilometer blasen in Zinnwald.
Böen bis zu 80 Stundenkilometer blasen in Zinnwald. © Foto: Egbert Kamprath

Der Regionalverkehr hatte ebenfalls zu kämpfen. Die Buslinie 368 konnte nicht mehr bis Fürstenau fahren. Auch die Linie 365, die Hennersdorf und Frauenstein erreicht, hatte zeitweise 50 Minuten Verspätung, wie Sabine Schuricht vom Regionalverkehr informierte.

Bereits am Morgen ist in Kreischa-Lungkwitz ein Auto von der Straße abgekommen. Ansonsten ist der morgendliche Berufsverkehr im Osterzgebirge langsam, aber noch ohne Unfälle gelaufen. Die Probleme sind erst später aufgetreten.

Was für die Autofahrer sehr ungemütlich war, gibt den Wintersportlern Hoffnung. Manuel Püschel, Betriebsleiter am Skilift in Altenberg, geht davon aus, dass er am Freitag um 10 Uhr den Lift in Altenberg in Betrieb nehmen kann. „Es schneit schön, aber der Wind gefällt uns gar nicht. Der weht den Schnee in Ecken, wo wir ihn nicht haben wollen“, sagt er. Deswegen hat er am Dienstag begonnen, kleine Kämme am Skihang zurechtzuschieben. Die brechen den Wind und der Schnee bleibt dort liegen. Von Vorteil ist auch, dass die Piste bereits eine Kunstschnee-Unterlage hat, die aus den vergangenen kalten Tagen noch liegt.

Wenn es in den kommenden Tagen wieder kälter wird, wird Püschel auch wieder die Kunstschneelanzen und -kanonen in Betrieb nehmen, um die Schneegrundlage weiter zu verbessern. Sein Ziel ist es, für die Weihnachtsferien gute Ski- und Rodelmöglichkeiten anzubieten. Jedenfalls soll der Lift am kommenden Freitag von 10 bis 20 Uhr, am Sonnabend von 9 bis 20 Uhr und am Sonntag von 9 bis 18 Uhr laufen.

Maria Ulbig räumt hier den Schnee in der Schulstraße in Altenberg.
Maria Ulbig räumt hier den Schnee in der Schulstraße in Altenberg. © Foto: Egbert Kamprath