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Deutschlandweiter Temperaturrekord in Sachsen

In Aue sind am Sonntag 26,6 Grad gemessen worden, der höchste Tageswert in Deutschland. Für einen bundesweiten Oktoberrekord reicht das zwar nicht, aber für einen sächsischen.

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Sommerfeeling am 30. Oktober: Eine Fähre überquert im Wörlitzer Park bei milden 23 Grad mit Besuchern den See. Deutschlandweit war es in Sachsen am wärmsten.
Sommerfeeling am 30. Oktober: Eine Fähre überquert im Wörlitzer Park bei milden 23 Grad mit Besuchern den See. Deutschlandweit war es in Sachsen am wärmsten. © Waltraud Grubitzsch/dpa

Dresden/Offenbach. Die Temperaturen fühlen sich eher wie Sommer an, nicht wie Herbst. Ende Oktober war es in Sachsen noch nie so warm wie jetzt. Am Sonntag hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) den Höchstwert in Aue gemessen, mit 26,6 Grad Celsius. Nirgendwo in Deutschland war es so warm. Die nächsthöchsten Werte gab es laut DWD in Ellwangen in Baden-Württemberg mit 25,7 und Rockendorf in Thüringen mit 25,6 Grad. Zwar reicht der Aue-Wert nicht für einen neuen Oktoberrekord, wie Meteorologe Marcel Schmid vom DWD gegenüber Sächsisch.de erklärte. In Müllheim in Baden-Württemberg kletterte das Thermometer vergangene Woche auf 28,7 Grad. In Ort nahe Freiburg war auch am 7. Oktober 2009 mit 30,9 Grad der höchste Oktoberwert seit Aufzeichnungsbeginn nachgewiesen worden. Eins steh am Ende dieses Oktober fest: "Es ist viel zu warm im Moment." Auch in Sachsen.

Zwar wurde in Aue am 4. Oktober 1985 mit 27,2 Grad der höchste je gemessene Oktoberwert registriert, "aber an einem 30. Oktober war es dort noch nie so warm", sagte Schmid. Nach Recherchen des MDR lag die Temperatur Ende des Monats in ganz Sachsen noch nie so hoch wie am Sonntag in Aue. Laut MDR gab es auch auf dem Fichtelberg einen neuen Rekord. Mit 21,7 Grad sei es seit Beginn der Wetteraufzeichnungen so warm auf Sachsens höchstem Berg. Damit sei der bisherige Oktoberrekord aus dem Jahr 1966 übertroffen worden - damals wurden 21,3 Grad gemessen, berichtet der Sender.

Für die aktuell ungewöhnliche Wärme ist nach Angaben der Meteorologen eine starke Luftströmung aus Süden verantwortlich, die auf ihrem Weg nach Deutschland über Nordafrika die Hitze aufgenommen hat. Diese Strömung trifft auf ein Hochdruckgebiet, dass die warme Luft auf der Nordseite des Erzgebirges nach unten und hinein nach Sachsen drückt. Zwischen einem Tiefdruckkomplex über dem Nordostatlantik und einem Hoch über Südosteuropa gelangt nach Angaben des DWD weiterhin sehr milde Luft nach Sachsen. Am Dienstag soll damit aber erstmal Schluss ein und die Temperaturen sollen deutlich sinken. Für Mittwoch werden noch Höchstwerte von 13 bis 16 und für Donnerstag von 14 bis 16 Grad im Freistaat vorhergesagt. Zumindest soll es weithegend sonnig bleiben.

Zweitwärmster Oktober in Sachsen seit Start der Aufzeichnungen

Der Oktober 2022 ist in Sachsen einer vorläufigen Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zufolge der zweitwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Die Durchschnittstemperatur lag bei 12,2 Grad - wärmer war es nur im Jahr 2001, als eine Durchschnittstemperatur von 12,4 Grad erreicht wurde, wie der DWD am Montag mitteilte. Der langjährige Durchschnitt von 1961 bis 1990 liegt in Sachsen demnach bei 9,0 Grad. In Deutschland werden Temperaturen und Niederschläge seit 1881 kontinuierlich aufgezeichnet.

Im Vergleich zu anderen Regionen zählte Sachsen zu einer der kühlen Regionen, was laut DWD an den vielen Gebirgen im Freistaat liegt. Der Niederschlag lag bei 25 Liter pro Quadratmeter, 22 Liter unter dem vieljährigen Mittel. Die Sonne zeigte sich 150 Stunden, 32 Stunden mehr als der langjährige Durchschnitt.

In Deutschland gehört der Oktober 2022 nach bisherigen Daten mindestens zu den beiden wärmsten zehnten Monaten seit Aufzeichnungsbeginn. Nach aktuellem Stand gehen die Meteorologen von einem Durchschnittswert von 12,5 Grad aus, das entspricht dem Rekordwert aus dem Jahr 2001. Da es um Zehntelgrad gehe, sei noch offen, ob der bisherige Oktober-Spitzenwert vielleicht sogar noch übertroffen werde, hieß es. (jep, mit dpa)