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Kommentar zum neuen Bildungsplan: Gute Ideen erfordern eine schwierige Entscheidung

Sachsens neuer Bildungsplan soll das eigene Schulsystem noch erfolgreicher machen. Das hat aber seinen Preis. Ein Kommentar von Gunnar Saft.

Von Gunnar Saft
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Was geht künftig noch besser an Sachsens Schulen? Nach langen Debatten hat sich das Kultusministerium jetzt für 64 Maßnahmen entschieden. Ausgerechnet eine der wichtigsten ist aber auch die teuerste.
Was geht künftig noch besser an Sachsens Schulen? Nach langen Debatten hat sich das Kultusministerium jetzt für 64 Maßnahmen entschieden. Ausgerechnet eine der wichtigsten ist aber auch die teuerste. ©   dpa (Symbolfoto)

Sachsens Schulsystem lebte lange Zeit gut mit dem Ruf eines Pisa-Siegers und den regelmäßig ersten Plätzen bei bundesweiten Bildungsvergleichen. Aber auch ein erfolgreiches System sollte sich ständig neu erfinden, um im Spitzenfeld mitzuhalten – und zudem die immer noch vorhandenen Defizite gezielt anzugehen.

Die Idee, dafür die Ideen aller Beteiligten wie Lehrer, Schüler und Eltern zusammenzutragen, ist da nicht die Schlechteste. Auch, wenn nicht alle 218 diskutierten Änderungsvorschläge in dem nun beschlossenen Reformpaket landeten. An der Gesetzgebung scheiterte auch der Wunsch, dass Sachsens Schulen individuelle Ferienzeiten für sich festlegen dürfen. Dafür soll es dort aber bald mehr Freiheiten bei den Lehrplänen und viele Pilotprojekten geben, mit denen man sich vernünftigerweise Zeit nimmt und deren landesweite Einführung allein vom Erfolg der neuen Maßnahmen abhängig ist. Alles Dinge, die das Lernen effektiver und erfolgreicher machen können - und die vergleichsweise wenig kosten.

Genau damit bleibt aber ein sehr viel wichtigerer Punkt offen. So sieht das neue Konzept auch eine stärkere personelle Unterstützung vor. Neben ausreichend Lehrkräften hofft das Kultusministerium auf eine Vielzahl von neuen Assistenz- und Beraterstellen, die das Bildungssystem wirksam unterstützen könnten. Doch die Gefahr, dass es hier nur beim Versuch bleibt, ist groß.

Neben dem Problem, ausreichend Bewerber zu finden, steht die ungeklärte Kostenfrage. Sachsen müsste sich in dem Fall für enorm hohe Investitionen entscheiden, so dass viele andere Projekte ersatzlos wegfallen müssten. Damit steht für die Politik – und somit auch für uns Wähler – die wichtige Entscheidung an, welche Prämissen man bei der Entwicklung des eigenen Landes setzen will und welche eher nicht.

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