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Die Wahl ist ein Desaster für Sachsens CDU

Das Ergebnis der Bundestagswahl bedeutet für die CDU eine historische Niederlage. In Sachsen steht die Partei nun unter Druck.

© dpa

Das Trauma der sächsischen CDU wiederholt sich: Wieder ist sie bei einer Bundestagswahl hinter der AfD. Vor vier Jahren war es nur ein Hauch von Vorsprung für die AfD. Kurz darauf trat damals ein ratloser CDU-Ministerpräsident namens Stanislaw Tillich zurück.

Diesmal sind es mehr als zehn Prozentpunkte, in mancher Region Sachsens sogar deutlich mehr, die Sachsens einst dominierende Partei einer Entwicklung abgeschlagen hinterherhechelt. Dabei wird sie sogar noch von der SPD überholt, deren Existenz manche schon gefährdet sahen. Diese in jeder Hinsicht historische Niederlage der CDU ist ein Einschnitt. Aber hat sie diesmal auch Folgen?

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Michael Kretschmer unter Druck

Ja, es war eine Bundestags-, keine Landtagswahl. Aber es zeigt sich, dass sich da etwas im sächsischen Wahl-Volk verfestigt hat. Etwas, das bisher nicht gelöst ist. Die AfD kann weiterhin auf ein relativ stabiles Potenzial von Protestwählern in Sachsen setzen. Doch „liefern“ kann sie nichts – niemand will auf Bundes- oder Landesebene mit ihr regieren.

An der Blau-Färbung der Sachsen-Karte hat die CDU einen erheblichen Anteil, auch wenn sie jetzt versuchen wird, die Schuld für das Desaster ganz nach Berlin zu schieben. Zu lange setzte man auf Wunschkandidat Friedrich Merz und „bockte“ bis zuletzt gegen Armin Laschet. Doch wer selbst nicht begeistert ist, kann auch andere nicht begeistern.

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Personell ausgebrannt und mit einem diffusem Wahlkampf hat sie sich selbst und ihren Landeschef, Ministerpräsident Michael Kretschmer nun in eine äußerst schwierige Ausgangslage für die nächste Zeit manövriert. Die Niederlage bringt vor allem ihn erheblich unter Druck. Noch hat er Zeit umzusteuern, beispielsweise durch eine Kabinettsumbildung.

E-Mail an Annette Binninger

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