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Der Lockdown ist eine leere Drohung

Für Geimpfte wird es keinen Lockdown mehr geben. Michael Kretschmer sollte sich und uns leere Drohungen ersparen, kommentiert Karin Schlottmann.

Von Karin Schlottmann
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Michael Kretschmer sollte aufhören, vom Lockdown zu sprechen. Diese Instrument steht ihm nicht mehr zur Verfügung, kommentiert SZ-Redakteurin Karin Schlottmann.
Michael Kretschmer sollte aufhören, vom Lockdown zu sprechen. Diese Instrument steht ihm nicht mehr zur Verfügung, kommentiert SZ-Redakteurin Karin Schlottmann. © dpa

Es ist eine gute Nachricht: Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen steigt wieder an, die mobilen Impfteams des DRK können den Ansturm kaum bewältigen. Lange genug hat die Landesregierung vergeblich gebettelt und geworben, um die Impfquote möglichst vor dem Herbst zu verbessern.

Dank der strengen 2G-Regel und den rapide steigenden Infektionszahlen entscheiden sich inzwischen auch viele Ungeimpfte für den Schutz. Die Impfstellen sollten daher so schnell wie möglich ausgebaut werden. Sachsen benötigt keine Impfzentren mehr, aber dafür noch viel mehr Angebote in Einkaufszentren und Innenstädten.

Ein Lockdown ist nicht mehr möglich

Leider bieten zu viele niedergelassene Ärzte keine Impfungen an. Für die älteren Menschen, die auf ihre Booster-Impfung warten, ist das ein Ärgernis. Die Landesregierung kann die Ärzte nicht zwingen, aber sie könnte von ihnen stärkeres Engagement einfordern.

Es waren schließlich die Ärzte selbst, die das Impfen als ihre ureigenste Aufgabe beschrieben haben. Wenn die große Nachfrage anhält, sollte das Gesundheitsministerium auch den Vorschlag prüfen, die Bundeswehr um Unterstützung der Impfteams zu bitten.

Dieser Herbst verläuft schwieriger als gedacht. Impfungen und strenge Kontrollen der 2G-Regeln sind die einzig verbliebenen Instrumente. Immer wieder betont Michael Kretschmer, dass er einen erneuten Lockdown unbedingt vermeiden wollte.

Doch diese leere Drohung sollte der Ministerpräsident sich und uns ersparen. Ein Lockdown, der auch die Geimpften treffen würde, steht ihm zu Recht nicht mehr zur Verfügung.

Mail an Karin Schlottmann.