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Sachsen plant Hunderte neue Windräder

Die Regierung beschließt ein neues Energie- und Klimaprogramm und eine neue Bauordnung für Windkraftanlagen.

Windräder stehen bei Stollberg im Erzgebirge: Künftig soll noch viel mehr Windenergie erzeugt werden.
Windräder stehen bei Stollberg im Erzgebirge: Künftig soll noch viel mehr Windenergie erzeugt werden. © kairospress

Dresden. Dresden. Sachsen will die Energiewende voranbringen. Dafür hat das Kabinett am Dienstag ein Energie- und Klimaprogramm (EPK) beschlossen. Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) sprach von einem „Meilenstein“ und einem der wichtigsten Vorhaben der schwarz-grün-roten Koalition. Das neue Programm regelt die strategische Ausrichtung der Energie- und Klimapolitik im Freistaat bis 2030.

Laut Günther soll das Energie- und Klimaprogramm festlegen, wie zum Beispiel mehr Strom aus Sonne und Wind erzeugt werden kann. Es bildet die Grundlage für kommende Richtlinien und Förderprogramme. „Wir stecken mittendrin im Klimawandel und müssen dem begegnen.“

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Unter anderem geht es darum, die im Koalitionsvertrag genannten Ausbauziele umzusetzen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Wind- und Sonnenenergie. Bis 2030 sollen rund 65 Prozent des erwarteten Stromverbrauchs in Sachsen aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

Regionale Planungsverbände werden mit dem Programm verpflichtet, Flächen für erneuerbare Energien auszuweisen. Planungs- und Genehmigungsverfahren sollen beschleunigt werden.

Wie viele Windräder und Solaranlagen gebaut werden müssen, um die Ziele zu erreichen, hängt laut Günther davon ab, wie effizient die Anlagen seien. Der Minister geht davon aus, dass in den nächsten Jahren eine „untere dreistellige Anzahl“ an Windkraftanlagen gebaut werden müsse und sprach von einer „überschaubaren Größe.“ Ende 2020 gab es in Sachsen den Angaben zufolge 904 Windenergieanlagen.

Mehr Geld für die Energieagentur

Der neue Doppelhaushalt sieht rund 650.000 Euro mehr pro Jahr für die Energieagentur Saena vor. Diese soll nun auch Konflikte mit Bürgern vor Ort moderieren. Ausbau der Erneuerbaren müsse mit Akzeptanz verbunden werden, so Günther. Sachsen wolle sich für verschiedene Beteiligungsmodelle einsetzen, etwa für Bürgersolarparks und dafür, Gemeinden an Erlösen der Anlagen zu beteiligen.

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Regionalentwicklungsminister Thomas Schmidt (CDU) stellte zudem den Entwurf für die Änderung der Sächsischen Bauordnung vor. Diese sieht für den Bau von Windrädern einen Mindestabstand von 1.000 Metern zu Wohngebäuden vor, unter anderem bei der Wohnbebauung im Außenbereich mit mehr als drei Wohneinheiten. Schmidt sprach von einem Kompromiss zwischen dem Schutz der Anwohner „vor schädlichen oder belästigenden Auswirkungen von Windenergieanlagen“ und dem Ausbau der Windenergie.

Der Dresdner Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst (FDP) sieht darin eher einen „faulen Kompromiss“. „Warum sind vier Einraumwohnungen schützenswerter als eine Vierraumwohnung oder zwei Zweiraumwohnungen?“, fragte Herbst. (dpa)

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