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Brandbaudenwirt: "Ich befürchte eine längere Schließung"

Wirt Michael Dora war mit den neuen Ferienwohnungen in der Brandbaude in der Sächsischen Schweiz gerade fertig. War die Investition umsonst?

Im Sommer konnte Michael Dora, Wirt der Brand-Baude, noch lachen. Seine nagelneuen Ferienwohnungen waren gut belegt.
Im Sommer konnte Michael Dora, Wirt der Brand-Baude, noch lachen. Seine nagelneuen Ferienwohnungen waren gut belegt. © Steffen Unger

Michael Dora, Chef der Brandbaude in Hohnstein, konnte vor wenigen Wochen die neuen Ferienwohnungen präsentieren. Er hat viel Geld investiert. Die Ferienwohnungen waren ausgebucht. Doch jetzt macht er sich Sorgen. Saechsische.de hat mit Michael Dora über die jetzige Situation und seine Forderungen an die Regierung gesprochen. 

Was bedeutet die Novemberschließung für Ihr Haus?

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Saubere Hände? Aber bitte richtig!
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Pauschales Desinfizieren kann der Gesundheit schaden. Stattdessen sollte der Fokus auf gründlichem Händewaschen liegen. Welche Mittel dafür geeignet sind.

Vor allem Unsicherheit in Hinsicht auf die weitere Entwicklung. Ich befürchte eine längere Schließung als nur bis Ende November, da zu diesem Zeitpunkt gegebenenfalls die jede Entscheidung absolut dominierenden Infektionszahlen noch nicht ausreichend gesunken sein werden. Wir wollen und müssen alle Mitarbeiter im Unternehmen halten, um auf die Zeit nach der Schließung vorbereitet zu sein. Es bedeutet unter anderem viel Mehraufwand, allein für die Kurzarbeitsabrechnung. Ohne die versprochenen Hilfen ist diese neuerliche Zwangsschließung nicht zu überstehen.

Weshalb ist das so kritisch?

Nur ein Beispiel. Alle Löhne inklusive dem Kurzarbeitergeld müssen vom Unternehmen am Monatsende verauslagt werden. Die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes erfolgt aber erst etwa zwei Wochen später.

Gab es Vorbestellungen für Feiern, die nun abgesagt werden müssen?

Natürlich hatten wir Vorbestellungen.

Wie ist das mit eingekaufter Ware?

Da die Verfügung zu kurzfristig kam, konnten wir nicht mehr ausreichend reagieren. Ein Teil der Ware wird verderben.

Was fordern Sie von der Regierung?

Die Einhaltung des Versprechens der 75-prozentigen Unterstützung in tatsächlich dieser Höhe. Wenn man genau hingehört hat, wurde gesagt: „…von bis zu 75 Prozent...“ Und dann fordere ich möglichst eine schnelle Bearbeitung aller diesbezüglichen Anträge. Ich fordere eine schnelle Auszahlung vor Ende November. Vor dem Hintergrund der neuerlichen Zwangsschließung aller Gaststätten fordere ich eine Verlängerung der ermäßigten Mehrwertsteuer auf den Speisenumsatz bis über den 31. Dezember hinaus. Bislang endet diese Erleichterung am Jahresende.

Und wie sieht es bei Übernachtungen aus?

Neue Buchungen ab Dezember kommen sehr zögerlich, da die Menschen verunsichert sind. Und es fehlen außerdem alle Buchungen aus dem Ausland.

Was wird aus dem Personal?

Wir behalten alle Mitarbeiter, solange es irgendwie geht. Die Mitarbeiter können durch das Kurzarbeitergeld gehalten werden, müssen aber mit dieser erheblichen Einkommenseinbuße leben, was für sie vor Weihnachten nicht gerade leicht ist.

Ist der angekündigte Ersatzzahlung, 75 Prozent des Umsatzes aus November 2019, angemessen?

Ich möchte realistisch bleiben und nicht maßlos werden: die versprochenen 75 Prozent wären ausreichend. Bedingung: es werden tatsächlich 75 Prozent gezahlt. Außerdem sollte diese Hilfe nicht als Gewinn versteuert werden müssen, was bei dem Bundeszuschuss im April allerdings der Fall ist. 

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