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Immer der Nase nach

In der Sächsischen Schweiz waren am Sonnabend Rettungshundestaffeln unterwegs und stellten ihr Können unter Beweis.

Rettungshunde müssen auch üben. In schwierigem Gelände zeigten die Schnüffelnasen ihr Können.
Rettungshunde müssen auch üben. In schwierigem Gelände zeigten die Schnüffelnasen ihr Können. © Mike Jäger

Am Wochenende übten Rettungshundestaffeln in der Sächsischen Schweiz in schwierigem Gelände. Hundestaffeln jeweils vom ASB Dresden, Ostthüringen, Chemnitz und Salzgitter trainierten gemeinsam nahe dem ehemaligen Wismut-Bergbaugelände bei Leupoldishain, einem Ortsteil von Königstein. Bei der realitätsnahen Übung am Sonnabend waren 19 Rettungshundeführer sowie 18 Vierbeiner im Wald-Felsgebiet nahe dem Aussichtspunkt Franzosensprung im Einsatz.

„Unsere Hunde werden in der Flächensuche ausgebildet“, beschreibt Isabell Graichen (41), Ausbildungsleiterin vom ASB der sächsischen Landeshauptstadt, die Aufgabe. Die Hundestaffeln trainieren oft zusammen und sind auch gemeinsam zu Einsätzen unterwegs. Suchaktionen werden zum Beispiel notwendig, wenn Wanderer sich verlaufen, von der Dunkelheit überrascht werden oder wegen gesundheitlicher Probleme nicht weiterkommen. Bei sehr unübersichtlichen und zu Fuß schwierig begehbaren Suchgebieten werden zur Unterstützung Rettungshundestaffeln angefordert. Um für solche Situationen vorbereitet zu sein und bei einem Einsatz professionell zusammenarbeiten zu können, sind regelmäßige Übungen unabdingbar.

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Bei der Flächensuche sucht der Hund ein festgelegtes Gebiet, z.B. ein Waldstück, nach jeglicher menschlicher Witterung ab. Findet der Hund die vermisste Person, zeigt er dies seinem Hundeführer an. Die sechsjährige Hundedame Luna findet den gespielt verletzten Alexander Gerlach (36) und bellt solange bis der Hundeführer bei ihr ist. „Die Hunde sind unersetzliche Helfer, wenn Menschen in unübersichtlichen Wäldern vermisst werden“, erklärt Herrchen Dirk Strauß (46) vom ASB Ostthüringen. Thüringen- und sachsenweit sei er dieses Jahr mit seinem Australian Shepherd schon zu 30 Einsätzen unterwegs gewesen.

© Mike Jäger
© Mike Jäger
© Mike Jäger
© Mike Jäger

Die Vierbeiner haben die unterschiedlichsten Charaktere. Die Hunde sollen lebhaft, aber gehorsam und freundlich gegenüber Menschen und Artgenossen sein. Die Rasse spielt keine Rolle. Verschiedenste Gemüter sind vertreten. Manche Hunde suchen gemächlich und genau, andere springen extrem aktiv und schnell durchs Dickicht. Dabei muss der Hund wissen, wo seine Grenzen sind, gerade hier im Elbsandsteingebirge, wo oft Absturzgefahr besteht.

Allyn Große (34) vom ASB Chemnitz ist mit der Mischlingshündin Mia vor Ort. Mit einem halben Jahr hat sie den Hund aus einem rumänischen Tierheim geholt. Jetzt ist die Hündin 5 Jahre alt. „Rettungshund und Hundeführer sind immer ein eingeschworenes Team“, sagt Allyn Große. Sie weiß, dass sie sich auf Mia blind verlassen kann. „Die Rettungshundeausbildung ist eine tolle Möglichkeit zur Auslastung des Hundes, während man gleichzeitig einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leistet. Es macht viel Spaß, ist aber auch mit einem hohen Zeitaufwand durch Trainingseinheiten und Ausbildungen verbunden“ berichtet Große.

Die Suchhunde sind mit Kenndecke, Signalglöckchen und Positionslicht gekennzeichnet, sodass sie selbst schnell gefunden werden können. „Gerade im Dunkeln benötigen wir die Glöckchen, um den Wegen der Tiere zu folgen", erläutert Nadine Kleiber (35) vom ASB Dresden. Mit dem richtigen Geruchssinn ist es kein Problem im unüberschaubaren Dickicht oder unwegsamen Felsgebieten eine vermisste Person zu finden. Der Geruchssinn eines Hundes ist etwa eine Million Mal besser als der eines Menschen. Diese besondere Fähigkeit ermöglicht es den vierbeinigen Rettern zuverlässig menschliche Witterung aufzuspüren und somit Leben zu retten. Und das mit relativ wenig Personal. Im Einsatz bewältigt ein Suchhund bis zu 15 Hektar. Das entspricht etwa der Fläche von 21 Fußballfeldern.

Leckerli für Sucherfolg

Paula, eine Catahoula-Hündin, ist sieben Jahre alt. Sie findet eine versteckte Person in einer Felsspalte und wird für ihren Sucherfolg mit einem besonderen Leckerli von Nadine Kleiber belohnt. „Wenn sich ein Kind verlaufen hat oder ein verwirrter Mensch den Weg nach Hause nicht mehr findet, sind Suchhunde die besten Helfer“, ist Nadine Kleiber stolz auf ihre Paula.

Die Ausbildungsleiterin Isabell Graichen betont: „Unsere Arbeit ist rein ehrenamtlich.“ Was aber alle auszeichne, sei eine gewisse Kombination aus Hundevernarrtheit und Helfersyndrom.“ Am Sonnabend, dem Welthundetag, wurde eine erfolgreiche Übung durchgeführt, bisherige Erfahrungen angewandt und neue gesammelt.

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