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Corona: So plant Sachsen den Schul-Neustart

In Etappen soll der Präsenz-Unterricht in den nächsten Wochen wieder aufgenommen werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wann wird in Sachsen der Unterricht unter Corona-Bedingungen wieder aufgenommen?
Wann wird in Sachsen der Unterricht unter Corona-Bedingungen wieder aufgenommen? © Philipp von Ditfurth/dpa (Symbolbild)

Eine gute Stunde vor Mitternacht trat Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) am Dienstagabend vor die Presse, um zu erklären, was die Staatsregierung wenige Minuten zuvor in puncto Schulneustart und Verlegung der Winterferien entschieden hatte. Beide Themen sorgen bei Schülern, Lehrern und Eltern für viele Fragen, der Erklärungsbedarf ist groß. Sächsische.de fasst die wichtigsten Punkte zusammen.

Warum wollte man die Winterferien erst streichen und dann wieder nicht?

Die komplette Streichung der diesjährigen Winterferien in Sachsen war nur eine Option von mehreren, mit denen man die gegenwärtigen Ausfälle beim Präsenz-Unterricht zumindest etwas kompensieren wollte. Einig war sich die Koalitionsregierung aus CDU, Grünen und SPD darüber aber nie. Während sich die Befürworter davon mehr Lernzeit direkt in den Schulen versprachen, verwiesen Kritiker vehement darauf, dass die Schüler auch in der häuslichen Lernzeit – unter anderem durch eine Flut von Hausaufgaben – starken Belastungen ausgesetzt sind und eine Ferienpause brauchen. Ein Argument, das am Ende den Ausschlag zugunsten der Winterferien gab.

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Ab wann genau soll es in diesem Jahr Winterferien geben und wie lange?

Ursprünglich waren für die Winterferien in diesem Jahr zwei Wochen vorgesehen – exakt der Zeitraum vom 8. bis zum 19. Februar. Diese zwei Ferienwochen werden nun aber aufgeteilt: Eine wird auf die Woche vom 1. bis zum 6. Februar vorgezogen, die andere auf die Karwoche, also die Woche vor Ostern, verlegt. Im Februar gibt es damit nur eine Woche Winterferien und die Osterferien verlängern sich dadurch diesmal auf zwei Wochen am Stück – nämlich vom 29. März bis zum 9. April.

Was ist, wenn man für Mitte Februar eine Ferienunterkunft gebucht hat?

Die Staatsregierung verweist darauf, dass es sich hier nur um Einzelfälle handeln kann, da Hotels und Pensionen deutschlandweit nicht für Touristen öffnen dürfen. Sollte es trotzdem eine gültige Buchung geben, soll eine Kulanzregelung gelten. Das heißt: Die betroffenen Schüler können sich dann auch für die ursprüngliche Ferienzeit vom Schulbesuch freistellen lassen.

Wie lange bleiben die Schulen in Sachsen noch geschlossen?

Nach der Ankündigung von Bund und Ländern, den gegenwärtigen Lockdown über den 10. Januar hinaus bis zum 31. Januar zu verlängern, werden auch in Sachsen die Schulen bis zum Monatsende nicht für einen Präsenz-Unterricht genutzt und die häusliche Lernzeit für alle Schüler entsprechend fortgeführt. Der Freistaat plant hier nur eine Ausnahme: Zum Zweck der besseren Prüfungsvorbereitungen sollen allein die Abschluss- und Abiturklassen bereits ab dem 18. Januar wieder in der Schule lernen dürfen. Konkret betrifft das Abschlussklassen an Oberschulen (Klassenstufen 9 und 10), an Gymnasien (Klassenstufen 11 und 12), an beruflichen Gymnasien (Klassenstufen 12 und 13) und an Fachoberschulen.

Ab wann dürfen alle anderen Schüler zurück in den Präsenz-Unterricht?

Dafür gibt es seit Dienstagabend einen konkreten Stufenplan, der allerdings unter einem wichtigen Vorbehalt steht. So will der Freistaat ab dem 8. Februar – und damit in der Woche nach den verkürzten Winterferien – sowohl die Schulen als auch die Kindertagesstätten wieder öffnen. Allerdings nur, wenn die Infektionszahlen bis dahin deutlich gesunken sind. Eine genaue Vorgabe wie zum Beispiel einen konkreten Inzidenzwert, der erreicht sein muss, gibt es dafür bisher nicht. Die Staatsregierung wird absehbar Ende Januar entscheiden, ob es beim 8. Februar bleibt oder nicht.

Welche Vorgaben gelten dann beim Neustart in den Schulen und Kitas?

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In den Kitas gilt dann wieder das bekannte Prinzip der strikten Gruppentrennung. Für die Klassenstufen 1 bis 4 soll der Neustart mithilfe von Klassentrennungen und speziell zugeteilten Räumen und Lehrpersonal erfolgen. Ab der 5. Klasse aufwärts wird ein Wechselunterricht eingeführt, bei dem jeweils eine Klassenhälfte in der Schule ist und die andere zu Hause lernt. Minister Piwarz kündigte für den Neustart zudem die Möglichkeit von freiwilligen Tests für alle Lehrer und die Schüler höherer Klassenstufen an, um das Infektionsrisiko zu senken.

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