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Wo Sachsens große Melonen wachsen

In unserer Sommerserie besuchen wir die schönsten Hofläden in Sachsen: Heute: Obstbau Rüdiger am Fuße des Dresdner Elbhangs.

Die Renner im Hofladen von Florian Lassig: Melonen. Die rot- und gelbfleischigen Sorten sind dieses Jahr besonders gut gewachsen und schmecken herrlich süß.
Die Renner im Hofladen von Florian Lassig: Melonen. Die rot- und gelbfleischigen Sorten sind dieses Jahr besonders gut gewachsen und schmecken herrlich süß. © Jürgen Lösel

Prall und grün gestreift liegen sie auf dem Feld am Wasserwerk Hosterwitz, schöner könnten Melonen nicht aussehen. „Sie wachsen dieses Jahr richtig gut“, sagt Florian Lassig, Vertriebsleiter beim Obstbau Rüdiger. Die süßen rot- und gelbfleischigen Früchte sind der Renner im Hofladen. „Jetzt hat sich die Experimentierfreude meines Chefs gelohnt.“ Der hatte vor drei Jahren begonnen, die sonnenhungrigen Gewächse auszusäen, zunächst mit geringem Erfolg. Inzwischen denkt er wegen der immer wärmer werdenden Sommer darüber nach, auch Feigen anzupflanzen. Aber der Plan muss erst noch reifen.

Doch auch jetzt wächst schon eine Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten auf den 32 Hektar großen Feldern, die sich am Fuße des Elbhanges erstrecken. Die meisten davon können Dresdner und Gäste selbst pflücken. Die Saison beginnt im Juni mit den Erdbeeren, auf die Kunden stets ungeduldig warten. Dass beim Ernten viele Beeren in die Münder wandern, sei beim Preis schon einkalkuliert, sagt Florian Lassig. „Erdbeeren sind leicht verderblich, die Selbstpflücke ist die beste Erntemethode.“

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Trendgemüse Grünkohl

Weiter geht es im Jahresverlauf mit Süßkirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren und Sauerkirschen. Vor allem russischstämmige Kunden interessierten sich sehr für die kleinen, dunklen Früchte der Schattenmorellen. Nicht zum Selbsternten sind die Bohnen, Salate, Kräuter, Kohlsorten und Kartoffeln, die kurz vor dem Pillnitzer Schlosspark wachsen. Sie sind im Hofladen erhältlich, wie viele andere Produkte auch. Immer stärker nachgefragt ist dabei des Trendgemüse Grünkohl.

„Wir legen Wert auf regionale Erzeugnisse und haben deshalb Kooperationen mit hiesigen Herstellern“, sagt der Vertriebsleiter. Ein Teil der Hosterwitzer Äpfel, Birnen und Quitten beispielsweise wird in der Kelterei Kühne in Reichenbach zum Pulsnitztaler Saft verarbeitet. Das Café Wippler in Dresden stellt aus den Früchten vom Hof verschiedene Marmeladen her. In den Regalen finden sich zudem regional produzierte Soßen aus Saupsdorf, Bienenhonig aus dem Schönfelder Hochland und Gewürze von Kräuter Seifert aus Dresden.

Die meisten Obst- und Gemüsesorten, vor denen Vertriebsleiter Florian Lassig steht, sind auf den Hosterwitzer Feldern gewachsen. Bald sind auch die Kürbisse wieder im Angebot, die im Feld am Wasserwerk Hosterwitz neben den Melonen wachsen.
Die meisten Obst- und Gemüsesorten, vor denen Vertriebsleiter Florian Lassig steht, sind auf den Hosterwitzer Feldern gewachsen. Bald sind auch die Kürbisse wieder im Angebot, die im Feld am Wasserwerk Hosterwitz neben den Melonen wachsen. © Jürgen Lösel
Dieser Apfel fällt ins Auge. Er ist das Markenzeichen des Hofladens und lässt auch Neugierige anhalten. Die 32 Hektar großen Felder erstrecken sich unterhalb des Hosterwitzer Elbhanges, hier beginnt im Juni die Erdbeer-Selbstpflücke. Derzeit sind Himbeeren und Brombeeren zum Pflücken reif.
Dieser Apfel fällt ins Auge. Er ist das Markenzeichen des Hofladens und lässt auch Neugierige anhalten. Die 32 Hektar großen Felder erstrecken sich unterhalb des Hosterwitzer Elbhanges, hier beginnt im Juni die Erdbeer-Selbstpflücke. Derzeit sind Himbeeren und Brombeeren zum Pflücken reif. © Jürgen Lösel
Den Hofladen hat bereits Robert Rüdigers Vorgänger Lothar Schlage bauen lassen. Inzwischen ist er kein Geheimtipp mehr, immer mehr Kunden kaufen hier die eigenen Produkte des Obstbaus sowie regionale Produkte von Herstellern aus der Region. Mittlerweile steht Qualität über dem Preis.
Den Hofladen hat bereits Robert Rüdigers Vorgänger Lothar Schlage bauen lassen. Inzwischen ist er kein Geheimtipp mehr, immer mehr Kunden kaufen hier die eigenen Produkte des Obstbaus sowie regionale Produkte von Herstellern aus der Region. Mittlerweile steht Qualität über dem Preis. © Jürgen Lösel

Wer möchte, kann hier auch den Wocheneinkauf erledigen, denn in den Kühlregalen gibt es außerdem Wild aus Obercarsdorf, Forellen und Lachs von der Firma Ermisch aus Neustadt/Sachsen und verschiedene Milch- und Käserzeugnisse aus Lebuse und Wehrsdorf. Das vielfältige Angebot hat sich herumgesprochen, immer mehr Leute kommen in den Hofladen. „Wir merken ganz deutlich, dass sich die Prioritäten zugunsten guter und einheimischer Qualität verschieben, wo früher lediglich der Preis zählte, sagt Gartenbauingenieur Lassig.

Auf dem Weg zum Hofladen laufen die Kunden dieser Tage vorbei an blühenden Sonnenblumen, Gladiolen und Dahlien. Wer möchte, bekommt ein Messer und kann sich die schönsten Exemplare aus dem Blütenmeer selber abschneiden. Das geht sogar, wenn der Hofladen geschlossen hat. In die Kasse des Vertrauens wird gut eingezahlt, wenn auch manchmal mit unbekannter Währung.

Ungespritzt? Nicht ganz

„Die vergangenen trockenen Sommer haben wir dank unseres Brunnens gut überstanden, mit dessen Wasser wir die Pflanzen bewässern konnten. Dieses Jahr kommt ja eher zu viel Wasser von oben.“ Eine Frage wird dem 25-Jährigen immer wieder gestellt. „Bei Ihnen ist doch alles ungespritzt?“ Das muss Florian Lassig aber verneinen. „Wir sind ein konventionell arbeitender Betrieb, verwenden aber so wenig Pflanzenschutzmittel wie möglich. Das ergibt sich auch aus unserer Lage im Trinkwasserschutzgebiet.“

Möglicherweise orientiere sich Obstbau Rüdiger in der Zukunft mal in Richtung Bio-Anbau. „Doch dann müssen die Kunden auch mit nicht so bilderbuch-schönen Früchten klarkommen oder mit Kohl, der zum Beispiel von der weißen Fliege befallen ist.“ Lassig gefällt, dass auf den Hosterwitzer Feldern viel ausprobiert wird. Seien es ausgefallene Obst- und Gemüsesorten oder deren Menge. Bald werden die Kürbisse wieder ganz oben in der Gunst der Kunden stehen. Die Sorten Hokkaido und Butternut sind prächtig gewachsen, auch wenn sich jetzt etwas Mehltau auf den Blättern ausbreitet. Und auch die Halloween-Kürbisse haben bereits die richtige Größe.

Auch Sonntag geöffnet

Der Obstbau Rüdiger mit seinem Hofladen hat seinen Sitz auf der Pillnitzer Landstraße 301. Parkplätze sind ausreichend vorhanden, außerdem hält die Buslinie 63 ganz in der Nähe an der Haltestelle Nussallee

Geöffnet ist täglich. Montags bis freitags können Kunden von 9 bis 19 Uhr einkaufen, samstags von 9 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Momentan können selbst gepflückt werden: Gelbe Renekloden (1,50 Euro pro Kilo), Himbeeren (7 Euro pro Kilo) und Brombeeren (5 Euro pro Kilo.) Außerdem können Gladiolen und Sonnenblumen für 90 Cent pro Stück und Dahlien für 1 Euro pro Blüte geschnitten werden.

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