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Sachsen

Sächsisch schäkern

Am Montag startet der Vorverkauf für die Gala zur Kür der sächsischen Worte des Jahres 2019. Und es gibt erstmals eine Dialekt-Charmeoffensive.

© imago

Auf Sächsisch flirten, geht das? Schwierig, denn der Dialekt soll ja angeblich eine Art verbales Verhütungsmittel sein. Das jedenfalls behaupten diverse Umfragen auf elitepartner.de oder von Frauenzeitschriften wie „Lisa“. Hat Lisa recht oder fragt sie einfach nur falsch?

Denn es geht ja schon mal damit los, dass „flirten“ zwar gern benutzt wird, aber sprachlich keinen sächsischen Ursprung besitzt, sondern aus dem Englischen hierher kam. Flatterhafte Frauen schienen einst auf der Brexitinsel empfänglicher für Schmeicheleien zu sein, als Damen im hiesigen Sprachraum. Im Deutschen wurde getändelt, angebändelt oder geliebäugelt. Das Ziel indes war überall das selbe: Der oder die eine spielte mit dem Gedanken, mit höflichem Wortgeplänkel den oder die für sich zu gewinnen.

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Für das Sächsische könnte diverses Flirtverhalten mit „schägern“ oder „bossiern“ übersetzt werden, wobei das erste vom Jiddischen und das zweite vom Französischen abstammt. Der liebevolle Versuch eines zarten Anbahnungsgespräches wird zudem auch in Sachsen immer komplizierter, denn der Grad der Prüderie nimmt stetig zu und verhindert normales charmantes Verhalten. Die sächsische Mundart stellt zusätzlich noch verbale Hürden auf, einer Frau oder einem Mann ein nettes Wort zu sagen. 

Wie also sprechen Sie auf Sächsisch ihre Zuneigung aus? Antwort darauf erhofft sich jetzt die Sprachjury, die das sächsische Wort des Jahres kürt und jetzt eine Charmeoffensive für den Dialekt startet. Denn gesucht werden neben dem bedrohten, dem schönsten sowie dem beliebtesten sächsischen Wörtern des Jahres Vokabeln, mit denen Sachsen „herzerweechend durdeln", also herzerweichend turteln können. Dafür ist die Hilfe der SZ-Leser gefragt:

Schicken Sie Ihre Vorschläge an [email protected]

Am 3. Oktober 2019 verkünden dann die Jurymitglieder im Dresdner Schauspielhaus die Gewinnerwörter. Am kommenden Montag startet der Vorverkauf für die Veranstaltung, die seit 2008 von der Sächsischen Zeitung, MDR Sachsen und der Ilse-Bähnert-Stiftung organisiert wird. Mit der Aktion wollen die Organisatoren aussterbende sächsische Wörter retten und die sächsische Mundart als wichtigen Teil der deutschen Sprache fördern und beleben.

Karten für die Gala zur Kür des „Sächsischen Wortes des Jahres“ gibt es ab Montag, dem 18. März, ab 10 Uhr unter www.sz-ticketservice.de und in allen SZ-Treffpunkten.

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