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Sebnitzer Museum bleibt noch lange zu

Allein die Planung für das Großprojekt Museumssanierung hat ein ganzes Jahr in Anspruch genommen. Jetzt gibt es einen Termin für den Baubeginn.

Afrikahaus und Museum: Die Städtischen Sammlungen Sebnitz sind wegen der anstehenden Sanierung schon seit einem Jahr geschlossen.
Afrikahaus und Museum: Die Städtischen Sammlungen Sebnitz sind wegen der anstehenden Sanierung schon seit einem Jahr geschlossen. © Steffen Unger

Bei alten Gemäuern steckt der Teufel oftmals im Detail. Das dürfte auch auf das Kunstblumen- und Heimatmuseum in Sebnitz zutreffen. Das verschachtelte Gebäude mitsamt dem benachbarten Afrikahaus soll von oben bis unten komplett saniert werden. Bereits seit einem Jahr sind die Ausstellungen der Städtischen Sammlungen deshalb für Besucher geschlossen, die Exponate lagern verpackt in mehreren Depots über das Stadtgebiet verteilt. 

Die Vorbereitungen für den Umbau laufen laut Aussage des Sebnitzer Rathauses weiter auf Hochtouren. Dabei geht es um die detaillierten Leistungsverzeichnisse für Elektroanlagen, Museumsbeleuchtung, Klimatechnik, Heizung und Sanitär sowie die Neugestaltung des Übergangs zwischen den beiden Gebäuden. Es handelt sich um das größte städtische Hochbauvorhaben der kommenden Jahre mit Kosten von über zwei Millionen Euro. 

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Ein grober Ablaufplan liege mittlerweile vor, erklärte Oberbürgermeister Mike Ruckh (CDU) kürzlich im Stadtrat. Anfang November soll eine letzte Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde stattfinden, mit der Erteilung einer Baugenehmigung durch das Landratsamt rechnet die Stadt noch vor dem Jahresende, der Antrag läuft. 

Als Termin für den tatsächlichen Baubeginn gilt aktuell der 1. März 2021. Vor einem Jahr war man optimistisch noch vom Mai 2020 ausgegangen. Damit verschiebt sich auch die Wiedereröffnung weiter nach hinten. Die Planer gehen von einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren aus. Der anfangs erhoffte Fertigstellungstermin pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum des Afrikahauses Ende 2021 ist damit nicht mehr zu halten. 

Neue Alarmanlage schon installiert

Offen ist auch noch ein Teil der Finanzierung des 2-Millionen-Euro-Projekts. Die Förderanträge für Programme der Stadtentwicklung sowie aus dem Kulturbereich sind bereits gestellt, damit lassen sich allerdings längst nicht alle Kosten decken. Bisher sind Eigenmittel von insgesamt rund 850.000 Euro aus der Stadtkasse eingeplant. Sebnitz hofft, die Sparkassen-Stiftung für eine zusätzliche finanzielle Unterstützung gewinnen zu können. Die Stadt hatte sich dazu entschlossen, trotz der nicht komplett geklärten Finanzierung mit dem Sanierungsprojekt zu beginnen - damit es endlich losgeht.   

Museumsdepot im Sebnitzer Sängerhof (Gebäude in der Mitte): neues Dach und neue Fassade.
Museumsdepot im Sebnitzer Sängerhof (Gebäude in der Mitte): neues Dach und neue Fassade. © Stadt Sebnitz

Der äußerlich hervorstechendste Teil des Umbaus ist ein komplett neuer Eingangsbereich. Dieser soll, den bisher bekannten Entwürfen zufolge, in die Mitte zwischen Museum und Afrikahaus verlegt werden. Von einem zentralen Empfangsbereich mit Infotheke aus könnten die Besucher dann nach links ins Afrikahaus und nach rechts ins Museum eintreten. Bisher befand sich der Eingang am Museumsgebäude. Um ins Afrikahaus zu gelangen, mussten Besucher das komplette Museum durchqueren. 

Zudem sind neuen Ausstellungsflächen im Erdgeschoss geplant. In den Räumen der früheren Museumsbibliothek, die nur für Fachbesucher zugänglich war, sollen nach dem Umbau die wechselnden Sonderausstellungen ihren Platz finden. Bisher stand dafür nur ein kleines Zimmer im Dachgeschoss zur Verfügung. 

Damit das derzeit ungenutzte Gebäudeensemble von Museum und Afrikahaus auch während der Schließzeit keinen ungebetenen Besuch bekommt, hat die Stadt Sebnitz jetzt in eine neue Alarmanlage investiert. Für 13.000 Euro wurde sie im September installiert. Die Anlage sei so konzipiert und installiert worden, dass sie auch über die kommenden Umbauarbeiten hinaus in den Häusern bestehen bleibt, erklärte OB Mike Ruckh. 

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Bereits seit Längerem im Gange sind die Arbeiten am neuen Museumsdepot im Sängerhof an der Schandauer Straße. In den teilweise klimatisierten Räumen lagert unter anderem die 6.000 Werke umfassende Fachbibliothek des Hauses mit bis zu 200 Jahre alten Schriften. Hier wurde zuletzt das Dach neu gedeckt und die Fassade gemalert. Im kommenden Jahr geht es auch hier weiter. 

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