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Das Signal von Dresden

Das deutschlandweit erste Eishockey-Turnier mit Zuschauern nach der Corona-Pause verläuft problemfrei. Sorgen macht ein anderer Beschluss.

Immer dicht dran. Der spieltechnisch überlegene Erstligist aus München um Nationalspieler Yasin Ehliz (weißes Trikot) musste eine vielbeinige Gegenwehr brechen. Hier sind Torwart Riku Helenius, Arne Uplegger und Nick Huard (v. l.) zur Stelle.
Immer dicht dran. Der spieltechnisch überlegene Erstligist aus München um Nationalspieler Yasin Ehliz (weißes Trikot) musste eine vielbeinige Gegenwehr brechen. Hier sind Torwart Riku Helenius, Arne Uplegger und Nick Huard (v. l.) zur Stelle. © Matthias Rietschel

Dresden. Eishockey funktioniert – sogar in einer Turnierform und vor Zuschauern. Das ist eine der wichtigsten Botschaften, die die Dresdner Eislöwen am Wochenende in die Republik sendeten.

Das erste Eishockey-Turnier Deutschlands mit Fans um den „So geht Sächsisch-Cup“ nach den coronabedingt abgebrochenen Spielzeiten beendeten am Sonntag erwartungsgemäß die Gäste vom EHC Red Bull München als Sieger. Im Finale bezwang die deutsche Topmannschaft der vergangenen fünf Jahre die gastgebenden Eislöwen mit 5:2.

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Das Virus war jedoch auch in Dresden allgegenwärtig – zum einen, weil Erstligist Eisbären Berlin am Freitag kurzfristig seine Turnierteilnahme absagen musste. Im Umfeld des deutschen Rekordmeisters habe es einen positiven Covid-19-Test gegeben. Die Mannschaft musste in Quarantäne. Dafür sprang Oberligist SC Riessersee ein. Zum anderen, weil das Hygiene- und Sicherheitskonzept der Dresdner Eislöwen offenkundig ohne große Probleme funktionierte. Allerdings wurde die maximal mögliche Besucherzahl von 1.800 Zuschauern an beiden Tagen nicht erreicht. Am Samstag standen offiziell 1.408 verkaufte Tickets zu Buche, am Sonntag 1.012.

„Das war ein positives Wochenende für die Jungs. Wichtig ist, dass wir wieder Eishockey gespielt haben“, sagte Eislöwen-Trainer Rico Rossi. Der 55-Jährige hofft auf eine noch größere Bedeutung. „Ich glaube, das wird sicherlich gute Auswirkungen auf unsere Liga haben“, sagte der Italo-Kanadier. Denn noch ist offen, unter welchen Einschränkungen viele Vereine in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Liga konkret am 6. November starten – und wie lange sich dieser Weg sportlich, wirtschaftlich und mit möglichen positiven Corona-Tests durchhalten lässt. „Wir hoffen, dass die Politik sieht, dass man Eishockey spielen und gesund bleiben kann“, sagte Rossi.

Eislöwen-Trainer Rico Rossi hofft auf positive Folgen für die Liga.
Eislöwen-Trainer Rico Rossi hofft auf positive Folgen für die Liga. © Matthias Rietschel

Denn das von Dresden ausgehende positive Signal wurde von einem anderen übertönt. Die DEL hat den Saisonstart zum zweiten Mal verschoben. Nun soll nicht ab 13. November, sondern erst ab der zweiten Hälfte des Dezembers gespielt werden. Als Grund dafür nannte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke, dass eine erhoffte verbindliche Zusage der Politik über Finanzhilfen an die massiv von Zuschauereinnahmen abhängigen Erstliga-Vereine ausblieb. Für den im Konjunkturpaket beschlossenen Ausgleich von bis zu 800.000 Euro gebe es auch „noch keine verbindlichen Bescheide“, sagte Tripcke. Die neu gegründete Spielergewerkschaft hatte die erneute Verschiebung kritisiert.

Dass sich diese Spirale der Ungewissheit nach unten weiterdreht, befürchtet Rossi nicht. „Wir haben in der DEL 2 unseren Plan. Und wir sind zuversichtlich, dass unser Plan gesund, sicher und wirtschaftlich machbar ist. Wir bleiben dabei“, sagte der charismatische Coach. Dennoch wird das Problem in seinem Team auch diskutiert. „Das ist ärgerlich. Dass die DEL ihre Saison immer weiter nach hinten verschiebt, gibt schon ein bisschen Unsicherheit“, sagte Eislöwen-Profi Erik Betzold. „Davon lassen wir uns nicht aus der Bahn werfen. Wir werden fokussiert bleiben, wollen alle wieder Eishockey spielen. Wir fiebern darauf hin“, sagte der Neuzugang aus Bad Nauheim. „Alle Seiten müssen sich annähern, um einen guten Kompromiss zu finden. Wir als Eishockey-Deutschland packen das“, sagte er.

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Zumindest sportlich muss den Dresdner Eislöwen nicht bange sein. Das durchaus beachtliche 2:5 gegen München weckt Hoffnungen. „Das war sportlich fast eine Eins – gegen eines der besten Teams in Europa. Wir sind alle zufrieden, haben gut geackert, sind viel gelaufen“, sagte Stürmer Dennis Swinnen. Allerdings beklagen die Dresdner zwei neue Verletzte – neben Alexander Dotzler. Toni Ritter erlitt einen Cut durch einen Stockschlag. Steve Hanusch hat nach einem Pucktreffer ins Gesicht nun Kieferschmerzen. „Es sind zum Glück keine Muskelverletzungen. Das macht mir keine Sorgen“, sagte Rossi. Die kommen derzeit aus ganz anderen Richtungen.

Ergebnisse, Halbfinals: München – Weißwasser 9:2 (2:1, 5:1, 2:0), Dresden – Riessersee 8:1 (2:0, 3:0, 3:1). Spiel um Platz 3: Riessersee – Weißwasser 3:2 (3:0, 0:2, 0:0). Endspiel: München – Dresden 5:2 (1:0, 2:0, 2:2).

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