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So stürmen die Dresdner Eislöwen in die Play-offs

Der Eishockey-Zweitligist aus Dresden macht vorzeitig den Einzug in die erste K.-o.-Runde perfekt. Der Trainer findet trotzdem einige kritische Töne.

Von Alexander Hiller
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Timo Walther stürmt auf und davon - der Stürmer erzielte drei Treffer gegen Regensburg.
Timo Walther stürmt auf und davon - der Stürmer erzielte drei Treffer gegen Regensburg. © www.loesel-photographie.de

Dresden. Die Dresdner Eislöwen haben den Direkteinzug in die Play-off-Runde der DEL2 am Sonntagnachmittag perfekt gemacht. In der mit 4.296 Zuschauern fast ausverkauften Joynext-Arena setzten sich die Elbestädter mit 6:3 (0:0; 3:2; 3:1) gegen die Eisbären Regensburg durch.

Damit bleibt die Mannschaft seit der Amtsübernahme von Petteri Kilpivaara nicht nur im siebenten Spiel ungeschlagen, sondern ist auch in den restlichen beiden Partien der Hauptrunde nicht mehr aus den Top Sechs der zweithöchsten deutschen Spielklasse zu verdrängen. Die ersten sechs Teams der Hauptrunde ziehen direkt in die K.-o.-Runde um die DEL2-Meisterschaft ein, die Mannschaften auf den Rängen sieben bis elf spielen die restlichen beiden Plätze aus. Derzeit liegen die Dresdner auf Platz vier – und dürften aller Voraussicht nach auf dieser Position in die Play-offs einziehen, was zum Auftakt zunächst Heimrecht garantieren würde.

Gegen Regensburg mussten sich die Hausherren ihre Vorteile jedoch erst mühsam erarbeiten. Die Gäste überraschten mit aggressivem Forechecking im Drittel der Gastgeber, das schmeckte dem Kilpivaara-Team überhaupt nicht. In Abschnitt eins erspielten sich die Dresdner nur sieben eigene Torschüsse – die meisten davon nicht einmal sonderlich gefährlich. "Ich bin nicht zufrieden mit unserer Leistung als Mannschaft über 60 Minuten. Schwendi war bereit im ersten Drittel, alle anderen fast nicht", kritisierte Petteri Kilpivaara und lobte dabei ausdrücklich Schlussmann Janick Schwendener.

Das änderte sich im zweiten Abschnitt. Zunächst vergab Timo Walther noch eine Riesenchance zur Führung, wenige Sekunden später hatte der 25-Jährige dann mehr Glück (24.). Der Stürmer stand drei Minuten darauf erneut goldrichtig, als er einen Schuss seines Team-Kollegen Simon Karlsson unhaltbar zum 2:0 abfälschte (27.). Jussi Petersen erhöhte kurz vor Schluss des Mitteldurchgangs sogar auf 3:0 (37.) – die Partie schien entschieden. Diese Ansicht machte Corey Trivino mit dem Anschlusstreffer (38.) zunichte, nur 22 Sekunden nach dem Wiederanpfiff erzielte Tomas Gulda sogar das zweite Regensburger Tor.

Im Schlussdrittel steckte somit wieder jede Menge Spannung. Allerdings nur für Zeit. Matej Mrazek staubte aus spitzem Winkel zum vorentscheidenden 4:2 ab (49.). Vladislav Filin lieferte den fünften Treffer prompt nach (53.). Das dritte Gäste-Tor durch Korbinian Schütz (58.) fiel da lediglich in die Kategorie Resultatskosmetik. Dennoch setzte Regensburg nochmals alles auf eine Karte, nahm den Torwart für einen zusätzlichen Feldspieler aus dem Kasten. Das Risiko zahlte sich nicht aus. Im Gegenteil: Nach Zuspiel von Mike Schmitz marschierte Timo Walther auf das verlassene Gehäuse zu und schoss in der Schlussminute zum 6:3-Endstand ein. "Ich muss unsere vierte Reihe loben, die haben das Spiel gespielt, was wir wollten", hob Kilpivaara die Aufstellung mit Timo Walther hervor.

Eislöwen-Trainer Petteri Kilpivaara steht seit sieben Spielen als Cheftrainer an der Bande der Eislöwen und ist seither noch ungeschlagen.
Eislöwen-Trainer Petteri Kilpivaara steht seit sieben Spielen als Cheftrainer an der Bande der Eislöwen und ist seither noch ungeschlagen. © kairospress

Mit diesem Torspektakel stürmen die Eislöwen in die Play-offs. „Das ist schön, dass wir jetzt mindestens den sechsten Platz sicher haben“, sagte Dreifachtorschütze Walther. „Unser Anspruch ist aber, dass wir uns das Heimrecht erkämpfen, Vierter bleiben.“ Zuvor hatten die Dresdner Eislöwen am Freitagabend einen 4:3-Erfolg beim Tabellenzweiten ESV Kaufbeuren erzielt.

Der sechste Sieg unter Kilpivaara war zum Ende ein etwas glücklicher. Kapitän Jordan Knackstedt traf 0,7 Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit zum 4:3. Nur drei Minuten zuvor hatte Tomas Andres den Ausgleich für die Eislöwen geschossen. Die weiteren Torschützen der Gäste waren Adam Kiedewicz (2.) und Niklas Postel (51.). „Wir haben gut angefangen, gleich die Führung gemacht, danach hat Kaufbeuren anderthalb Drittel besser, einfacher gespielt, mehr Scheiben zum Tor gebracht. Wir haben nicht genug Druck aufgebaut, trotzdem ist das Spiel eng geblieben“, analysierte Kilvipaara. Der Finne hat die Eislöwen mit einer klaren Spieltaktik und ein paar kreativen Freiheiten zu einer beachtlichen Siegesserie geführt. „Wir kämpfen uns wieder zurück, uns gelingt in letzter Sekunde das Siegtor, das sind große drei Punkte für uns gegen einen sehr guten Gegner“, betonte der 37-Jährige.