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RB steht in Champions-League-K.o.-Runde

Die Leipziger bezwingen Manchester United mit 3:2 und erreichen dadurch das Achtelfinale. Ob sie dort als Gruppensieger antreten ist aber noch offen.

Freude über den entscheidenden Treffer: Justin Kluivert (M.) jubelt nach seinem Tor zum 3:0 mit Amadou Haidara (l.) und Marcel Sabitzer. Dass Manchester noch auf 3:2 herankam, änderte nichts am Einzug in die K.-o.-Runde der Champions League.
Freude über den entscheidenden Treffer: Justin Kluivert (M.) jubelt nach seinem Tor zum 3:0 mit Amadou Haidara (l.) und Marcel Sabitzer. Dass Manchester noch auf 3:2 herankam, änderte nichts am Einzug in die K.-o.-Runde der Champions League. © dpa-Zentralbild

Leipzig/St. Petersburg. RB Leipzig kann nach einem Prestigesieg auf Europas großer Fußball-Bühne von weiteren Erfolgen in der Champions League träumen. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann gewann am Dienstag das abschließende Gruppenspiel gegen Manchester United vor allem dank einer überzeugenden ersten Halbzeit mit 3:2 (2:0) und zog zum zweiten Mal ins Achtelfinale der Königsklasse ein - obwohl die Leipziger am Ende doch noch zittern mussten.

Zudem nahm RB Revanche für die bislang höchste Niederlage der jungen Klubgeschichte, die Manchester den Messestädtern beim 0:5 in Old Trafford Ende Oktober zugefügt hatte. Die Red Devils müssen ihre Europapokalsaison in der Europa League fortsetzen.

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Spielabbruch in Paris

Ob RB als Gruppensieger die K.o.-Runde in Angriff nimmt, war nach Spielende noch offen. Das Parallelspiel der Gruppe H zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir war wegen einer angeblichen rassistischen Äußerung des Vierten Offiziellen aus Rumänien unterbrochen worden. Bei einem Sieg der Franzosen wäre Leipzig Zweiter.

Der überragende Spanier Angelino (2.) und Amadou Haidara (13.) sorgten früh für die beruhigende Führung für die Leipziger, die für das sichere Weiterkommen einen Sieg benötigten. Justin Kluivert (69.) erhöhte. Für United trafen dann aber noch Bruno Fernandes (80.) per Foulelfmeter und Paul Pogba (82.).

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann jubelt nach dem Sieg.
Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann jubelt nach dem Sieg. ©  dpa/Jan Woitas

Nagelsmann war gegen den englischen Rekordmeister in der Abwehr zum Umstellen gezwungen, für den gelbgesperrten Dayot Upamecano spielte Willi Orban. Der ungarische Nationalspieler überzeugte. Zudem kehrten Kevin Kampl und Dani Olmo in die Startelf zurück.

Man habe in der Vorsaison in der K.o.-Phase "Blut geleckt", hatte Nagelsmann vor Anpfiff am Sky-Mikrofon gesagt: "Das würden wir gerne wiederholen."

Seine Mannschaft ließ daran von Beginn an keinen Zweifel - und das lag nicht nur am Traumstart durch Angelino. Der nominelle Linksverteidiger hatte eine Flanke des spielstarken Kapitäns Marcel Sabitzer aus vollem Lauf vollendet, es war bereits der dritte Treffer im laufenden Wettbewerb für den 23-Jährigen.

Manchester kommt mit kleinen Fouls zurück

Das Fehlen eines klassischen Stürmers kompensierte RB mit Spielfreude und geschlossenem Offensivdrang. Ein probates Mittel waren dabei schnelle Diagonalverlagerungen. Der häufigste Adressat war Angelino, der Haidara vor dem zweiten Tor bediente und kurz darauf fast eine weitere Torvorlage verbuchen konnte. Spielmacher Emil Forsberg zielte jedoch freistehend daneben (17.).

So stark Leipzig im Angriff agierte, so gut nahm Nagelsmanns Mannschaft auch die Defensivaufgaben wahr. Mit frühem Pressing schaffte RB häufig Überzahlsituationen in den Zweikämpfen, die enorme Körperlichkeit machte es United schwer. Die seltenen Entlastungsangriffe spielten die Engländer ungenügend aus.

Die Leipziger Dominanz bröckelte erst nach rund einer halben Stunde etwas, nachdem Orbans Treffer nach Videobeweis wegen Abseits aberkannt worden war. Große Fehler leistete sich Leipzig aber nicht.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich der Verlauf der Begegnung deutlich. Manchester drängte Leipzig in die eigene Hälfte und provozierte viele kleinere Fouls. Die Standards der Briten sorgten stets für Gefahr, dabei hatten die Leipziger auch das Glück auf ihrer Seite. Beim Freistoß von Bruno Fernandes rettete die Latte (69.).

Im Gegenzug nahm Kluivert dann den größten Druck von seiner Mannschaft, allerdings nur vermeintlich. Denn danach kamen die Gäste durch einen Doppelschlag noch einmal heran.

Witsel schießt Dortmund zum Gruppensieg

Dortmunds Axel Witsel freut sich nach dem Spielende über den Gruppensieg.
Dortmunds Axel Witsel freut sich nach dem Spielende über den Gruppensieg. © Dmitri Lovetsky/AP/dpa

Das Ende der Ergebniskrise quittierte Lucien Favre mit einem Dauerlächeln. Sichtlich erleichtert ging der Trainer von Borussia Dortmund nach dem Schlusspfiff von Profi zu Profi und bedankte sich für das Happy End im finalen Kraftakt der Vorrunde. Nach zuletzt drei Pflichtspielen ohne Sieg bescherte das knappe 2:1 (0:1) bei Zenit St. Petersburg den Gruppensieg in der Champions League und erhöhte die Chance auf einen vermeintlichen leichteren Gegner bei der Auslosung der ersten K.o.-Runde am kommenden Montag.

"Es war ein dreckiger Sieg, aber endlich mal wieder ein Sieg", sagte Marco Reus bei DAZN und sprach von einer "hart umkämpften Partie". Vor rund 16 000 Zuschauern im auf 15 Grad aufgeheizten Stadion trafen Lukasz Piszczek (68. Minute) und Axel Witsel (78.) am Dienstag zum hart erkämpften Sieg. "Wir sind sehr happy, wir wollten unbedingt Erster bleiben", sagte der frühere St. Petersburg-Profi Witsel, der sein Tor kaum gefeiert hatte. Sebastian Driussi (16. Minute) hatte die Russen zuvor in Führung gebracht. "Es war jetzt nicht glorreich", sagte Reus, "aber es war wichtig, die Gruppe als Erster zu beenden."

Torhüter Hitz beim 0:1 ohne Chance

Nach zuletzt drei dürftigen Auftritten gegen Köln (1:2), Lazio Rom (1:1) und Frankfurt (1:1) wirkte die Borussia beim Start in die Partie gehemmt. Auch die von Trainer Lucien Favre vorgenommene Rotation mit sechs Änderungen in der Startelf konnte das Spiel des Teams zunächst kaum beleben. Von Rückkehrern wie Reus und Thorgan Hazard gingen anfangs nur wenig Impulse aus.

Obwohl die Russen bereits alle Chancen auf ein Weiterkommen verspielt hatten, erwiesen sie sich - wie schon im Hinspiel (2:0) - als unbequemer Gegner. Für ihren engagierten Start wurden sie früh belohnt. Nach Zuspiel von Aleksei Sutormin war der Argentinier Driussi zur Stelle und sorgte unter Mithilfe von Mats Hummels, der den Ball leicht abfälschte, für die Führung der Gastgeber. Den für Stammkeeper Roman Bürki ins Tor gerückten Marwin Hitz traf keine Schuld.

Erst dieser Gegentreffer wirkte auf den BVB wie ein Weckruf. Allmählich übernahm er die Regie, fand aber ohne den weiterhin schmerzlich vermissten Torgaranten Erling Haaland erneut nicht zu gewohnter Offensivkraft. Immerhin war bei zwei Möglichkeiten von Hazard (19.) und Reus (23.) Torgefahr erkennbar.

Moukoko stellt Rekord auf

Kurz vor der Pause waren die Dortmund dem Ausgleich wirklich nahe. Nach Flanke von Nico Schulz köpfte der frei stehende Jude Bellingham (43.) über das Tor. Zwei Minuten später traf Reus mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze den Pfosten. Wirklich wach war der BVB auch beim Start in die zweite Halbzeit nicht. Nur die gute Reaktion von Torhüter Hitz verhinderte bei einem Schuss von Daler Kuzjaew (47.) das 0:2.

Angesichts der anhaltenden Flaute im Angriff reagierte BVB-Coach Favre und bescherte dem Dortmunder Jungstar Youssoufa Moukoko einen weiteren Rekord. Gut zwei Wochen nach seinem Debüt als jüngster Bundesligaprofi sorgte er im Alter von 16 Jahren und 18 Tagen für eine ähnliche Bestmarke in der Champions League.

Diese Maßnahme belebte das BVB-Spiel. Nach dem Ausgleich durch den Polen Piszczek schöpften die Gäste neue Hoffnung. Es waren dann jedoch nicht die Jungstars, die für die Entscheidung sorgten. Routinier Witsel traf aus rund 18 Metern unhaltbar zum 2:1.

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