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Deutschland als erstes Team im EM-Achtelfinale - Schweiz nur mit Remis gegen Schottland

DFB-Elf mit Sieg gegen Ungarn in K.-o.-Runde, Shaqiri rettet Schweiz einen EM-Punkt gegen Schottland, Kroatien kassiert späten Ausgleich gegen Albanien - unser Newsblog zur Fußball-EM in Deutschland.

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Ilkay Gündogan jubelt über seinen Treffer zum 2:0.
Ilkay Gündogan jubelt über seinen Treffer zum 2:0. © dpa/Marijan Murat

Fußball EM in Deutschland: Das Wichtigste in Kürze:

19.52 Uhr: Englands Kane mit Tor und Fehler - 1:1 gegen Dänemark

England hat den vorzeitigen Gruppensieg bei der Fußball-EM verpasst. Die Mannschaft um Bayern-Stürmer Harry Kane kam am Donnerstag in Frankfurt gegen Dänemark nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus.

Kane erzielte vor 47.000 Zuschauern die Führung für die Three Lions (18. Minute), leitete mit einem fatalen Fehlpass aber auch den Ausgleich der Dänen durch Morten Hjulmand (34.) ein. Wie schon beim knappen 1:0 gegen Serbien zum Auftakt hinterließ der Titel-Mitfavorit aus England einen schwachen Eindruck.

Sollten Kane und Co. nur Gruppenzweiter werden, wären sie damit ein möglicher Achtelfinal-Gegner der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Die DFB-Auswahl müsste dafür Gruppensieger werden.

16.50 Uhr: UEFA schließt TV-Reporter aus dem Kosovo von der EM aus

Nach dem Zeigen der umstrittenen Doppeladler-Geste am Rande des EM-Spiels England gegen Serbien ist der kosovarische TV-Reporter Arlind Sadiku von der Europäischen Fußball-Union von der Europameisterschaft ausgeschlossen worden. Die UEFA bestätigte am Donnerstag auf dpa-Anfrage, dass einem Journalisten wegen eines Fehlverhaltens die EM-Akkreditierung entzogen worden sei. Den Namen und die Nationalität der Person nannte der Dachverband nicht.

Zuvor hatte die Schweizer Zeitung "Blick" über den Fall berichtet. "Es ist ein gefährlicher Präzedenzfall", sagte Sadiku dem Blatt. "Ich habe niemanden beleidigt oder provoziert. Ich bin einfach nur stolz auf das Symbol, das uns repräsentiert."

Der Doppeladler gilt als Zeichen der Heimatverbundenheit aller ethnischen Albaner und ziert auch die Nationalflagge Albaniens. Die Handgeste hatte bereits bei der WM 2018 für riesigen Wirbel gesorgt. Damals wurde sie von den Schweizer Nationalspielern Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri nach ihren Treffern beim 2:1-Sieg gegen Serbien gezeigt.

12.26 Uhr: Nagelsmann scheucht die Ersatzspieler: Stammelf ruht aus

Am Tag nach dem vorzeitigen Achtelfinaleinzug mussten nur die Ersatzspieler der deutschen Fußball-Nationalmannschaft auf dem Trainingsplatz schwitzen. Das sogenannte Spielersatztraining fand aber am Donnerstag auf dem Adidas-Gelände in Herzogenaurach im Adi-Dassler-Stadion vor zahlreichen Mitarbeitern des DFB-Ausrüsters in einer besonderen Stimmung statt. Es wurde applaudiert und gejubelt.

Die Stammkräfte vom 2:0 am Mittwochabend im zweiten EM-Spiel gegen Ungarn durften sich derweil erholen und durchschnaufen. Schon am Sonntag (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) steht in Frankfurt gegen die Schweiz das direkte Duell um den Gruppensieg an. Ein Unentschieden würde der DFB-Auswahl dann für Platz eins reichen, nachdem die Eidgenossen in ihrem zweiten Vorrundenspiel gegen Schottland am Mittwochabend nicht über ein 1:1 hinausgekommen waren.

Am Tag nach dem vorzeitigen Achtelfinaleinzug müssen nur die Ersatzspieler auf den Trainingsplatz. Sie üben mit Bundestrainer Julian Nagelsmann vor einem kleinen Publikum.
Am Tag nach dem vorzeitigen Achtelfinaleinzug müssen nur die Ersatzspieler auf den Trainingsplatz. Sie üben mit Bundestrainer Julian Nagelsmann vor einem kleinen Publikum. © Federico Gambarini/dpa

Nagelsmann hat den Gruppensieg zum nächsten Etappenziel erklärt. Es habe eine andere Wirkung nach innen und außen, "ob du Erster oder Zweiter wirst", betonte er. Um den Reifeprozess fortzuführen, plant er keine Rotation, sondern will konsequent an seiner Stammelf festhalten. "Ich glaube schon, dass es wichtig ist, dass wir möglichst viele Spieler von der ersten Elf auf dem Platz haben, um uns einfach den Rhythmus zu holen", begründete der Bundestrainer. Nach DFB-Angaben gibt es keine Blessuren, die Einsätze verhindern.

Die Zahl der Spieler, die von einer möglichen Sperre im Achtelfinale bedroht wären, hat sich allerdings auf vier verdoppelt. Beim 5:1 gegen Schottland hatten Jonathan Tah und Robert Andrich jeweils die Gelbe Karte gesehen. Gegen Ungarn wurden nun Antonio Rüdiger und Maximilian Mittelstädt verwarnt, allesamt Defensivkräfte. Einzelne Gelbe Karten werden erst nach dem Viertelfinale gelöscht.

12.07 Uhr: Beide deutschen EM-Schiedsrichter am Samstag im Einsatz

Der deutsche Schiedsrichter Felix Zwayer bestreitet auch seinen zweiten Einsatz bei der Fußball-Europameisterschaft in der Arena in Dortmund. Der 43-Jährige leitet am Samstag (18.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) die Vorrundenpartie zwischen der Türkei und Portugal, wie die UEFA mitteilte. Am vergangenen Samstag hatte er im Stadion des BVB bereits das Duell zwischen Italien und Albanien (2:1) gepfiffen.

Auch Zwayers deutscher Kollege Daniel Siebert kommt am Samstag (15.00 Uhr/RTL und MagentaTV) zu seinem ersten Turniereinsatz auf dem Rasen. Der 40-Jährige wird in Hamburg das Gruppenspiel zwischen Georgien und Tschechien leiten.

10.50 Uhr: Frimpong traut Oranje viel zu - "Leverkusen war auch kein Favorit"

Oranje-Flügelflitzer Jeremie Frimpong traut den Niederlanden bei der Fußball-EM in Deutschland eine gute Rolle zu. "Sind wir kein Favorit? War Bayer Leverkusen das denn? Ganz Deutschland hat darauf gewartet, dass wir einbrechen, aber das ist nicht passiert", sagte der Offensivspieler vom deutschen Double-Sieger der niederländischen Tageszeitung "AD". "Und wenn wir in Dublin nicht unser schwächstes Spiel der Saison gespielt hätten, dann hätten wir auch noch die Europa League gewonnen", sagte der 23 Jahre alte Frimpong.

"Die Menschen erwarten, dass Frankreich die EM gewinnt", sagte Frimpong vor dem Top-Duell mit den Franzosen in Leipzig an diesem Freitag (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV). "Oder Spanien, Deutschland oder England. Aber wie gesagt, Bayer Leverkusen war auch kein Favorit. Es geht darum, ob du als Mannschaft funktionierst oder nicht", sagte Frimpong. "Wir sind hier nicht, um fröhlich mitzuspielen. Wir sind hier, um das Ding zu gewinnen."

Jeremie Frimpong (vorn) und Polens Jakub Kiwior kämpfen um den Ball.
Jeremie Frimpong (vorn) und Polens Jakub Kiwior kämpfen um den Ball. © Marcus Brandt/dpa

10.21 Uhr: Neuers Zu-Null-Comeback: Rekordmann mit zersausten Haaren

In Euphorie geriet Manuel Neuer nicht. Die Genugtuung, nach viel Kritik und Zweifeln an seinem Torwartspiel nach langer Zeit bei einem großen Turnier wieder zu Null gespielt zu haben, war Deutschlands Nummer eins aber anzumerken. "Es ist gegen Schottland ein sehr unglückliches Tor gewesen. Da hätten wir als Mannschaft schon ein zu Null verdient gehabt. Deswegen war es umso wichtiger, dass wir heute die Null halten", sagte Neuer nach dem 2:0 der Fußball-Nationalmannschaft gegen Ungarn in Stuttgart.

"Wir", nicht ich, sagte Neuer. Dabei war die Null besonders für den 38-Jährigen ein wichtiges Signal. Nach seiner souveränen Leistung sind die Turnierzweifel am Bayern-Schlussmann erst mal beseitigt. Keine Pannen-Diskussion mehr. Die Nummer eins ist die Nummer eins. "Ich habe die Debatten nicht verfolgt", hatte Neuer schon vor der Partie gesagt.

Julian Nagelsmann hatte besonders die Situation nach der Parade beim Freistoß von Dominik Szoboszlai im Gedächtnis. "Manu hält den Freistoß, und dann gehen drei, vier Spieler hin und schütteln ihn, sodass seine Frisur danach total zerzaust war", sagte der Bundestrainer.

Acht Jahre und zwölf Turnierspiele muss Manuel Neuer auf diesen Moment warten. Gerade jetzt ist die Null für den neuen EM-Rekordtorwart besonders wichtig.
Acht Jahre und zwölf Turnierspiele muss Manuel Neuer auf diesen Moment warten. Gerade jetzt ist die Null für den neuen EM-Rekordtorwart besonders wichtig. © Christian Charisius/dpa

Ohne Gegentor war Neuer bei einer EM oder WM schon lange nicht mehr geblieben. Genau gesagt: Zwölf Spiele kassierte Deutschland seither bei vier verschiedenen Turnieren immer mindestens ein Tor. Diese Serie hatte sich auch beim furiosen 5:1 gegen Schottland zum EM-Auftakt durch das späte Eigentor von Antonio Rüdiger fortgesetzt. Die Null stand letztmals im EM-Achtelfinale 2016 beim 3:0 gegen die Slowakei.

In Frankreich war Bayern-Torwart Neuer damals auch in der gesamten Vorrunde ohne Gegentor geblieben. Auf Rekordjagd ist der Bayern-Schlussmann nun auch bei der Heim-EM. Mit dem Ungarn-Spiel zog er mit seinem 17. EM-Spiel mit Italiens Torwart-Legende Gianluigi Buffon gleich. Am Sonntag (21.00 Uhr/ARD/Magenta TV) gegen die Schweiz wird der Münchner zum alleinigen EM-Rekordtorwart.