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Dynamos Trainer: 3. Liga ist der wichtigste Wettbewerb

Nach dem Pokalrausch wartet der Ligaalltag - mit Start in Kaiserslautern. Beim Heimspiel gegen Mannheim sollen dann noch mehr Zuschauer ins Stadion.

Etwas nachdenklich wirkte Markus Kauczinski nach dem Pokalsieg gegen den HSV. Dachte er schon an die schwere Aufgabe zum Drittliga-Auftakt?
Etwas nachdenklich wirkte Markus Kauczinski nach dem Pokalsieg gegen den HSV. Dachte er schon an die schwere Aufgabe zum Drittliga-Auftakt? © dpa/Robert Michael

Dresden. Das nächste Spiel ist immer das schwerste - das Zitat stammt natürlich von Sepp Herberger. Markus Kauczinski, Dynamos Trainer, hat es am Mittwoch nicht wortwörtlich wiederholt, aber sinngemäß das Gleiche gesagt. Der 4:1-Sieg gegen der Hamburger SV, der Pokalrausch, muss zwei Tage danach "dem Drittliga-Alltag", wie es Kapitän Sebastian Mai formuliert, endgültig weichen. 

Am Freitagabend spielt Dynamo beim 1. FC Kaiserslautern, die Aufgabe wirkt im Vergleich zum Duell mit dem Zweitliga-Mitfavoriten HSV einfacher - und nicht ganz so reizvoll. Genau da lauert die Gefahr. 

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Kauczinski ist lange genug Trainer, um solch eine Gemengelage zu kennen. Deshalb klingen die Aussagen des Dynamo-Trainers vor dem Auftaktspiel der 3. Liga - die ARD überträgt ab 17.45 Uhr live - fast wie eine Warnung: "Wir sollten wissen, dass der Pokal vorbei ist. Das war ein Sahnetag, und  wir tun alles dafür, dass wir so was öfter erleben. Aber wichtig ist der Pokal erst wieder im Dezember", betont er. Deshalb habe er noch am Montagabend vor der Mannschaft den Fokus auf Kaiserslautern gelegt - und damit riskiert, der Stimmungskiller in der Kabine zu sein.   

Das Pokalerlebnis soll in der Liga helfen

Selbst im unwahrscheinlichen Fall, dass es Dynamo bis ins Pokalfinale im Berliner Olympiastadion schaffen und das gewinnen sollte, bringt das den Verein nicht zurück in die 2. Bundesliga. Deshalb unterstreicht Kauczinski: "Die 3. Liga ist der Wettbewerb, der für uns am wichtigsten ist." Und in dem ist seine Mannschaft der große Favorit, 16 seiner Kollegen haben in einer Umfrage so abgestimmt

Die Rolle, schon beim Start der erste Gejagte zu sein, macht die Aufgabe in der untersten Profiliga nicht einfacher. Das Pokalerlebnis soll helfen, im Ligaalltag anzukommen, komplett aus den Köpfen muss es nicht verschwinden.  "Die Bissigkeit, Griffigkeit und Galligkeit wollen wir natürlich mitnehmen", erklärt der Trainer. Es darf sich nur nicht eine Art Überheblichkeit einschleichen oder der Gedanke, es mit weniger Einsatz auch schaffen zu können. "Die Brust ist natürlich breit, aber es wir ein ganz anderes Spiel", meint Mai und spricht damit ganz in Kauczinskis Sinne. 

Anders wird das Spiel allein schon durch die Aufstellung. Chris Löwe brummt gegen Kaiserslautern noch eine Rotsperre vom vorletzten Zweitliga-Spiel der vergangenen Saison ab, als er sich gegen Sandhausen zu einem Revanchefoul hinreißen lies. Ihn wird Jonathan Meier als Linksverteidiger ersetzen, darauf hat sich der Trainer bereits festgelegt. Ob Marco Hartmann einsatzfähig ist, entscheidet sich wohl erst kurz vor dem Abflug am Donnerstag nach Frankfurt/Main. Und auch die Kulisse ist eine andere. Exakt 4.985 Zuschauer dürfen ins Fritz-Walter-Stadion, am Montagabend in Dresden waren es gut 10.000.

Dynamo beruft sich auf Sachsens Innenministerium

Beim ersten Heimspiel der Drittliga-Saison am 27. September gegen Waldhof Mannheim sollen es noch mehr werden. Dies kündigte Dynamos Pressesprecher Henry Buschmann an. Dabei hatten sich die Bundesländer am Dienstag auf eine bundesweite Grenze von 20 Prozent der maximalen Auslastung geeinigt. Im Fall des Harbig-Stadions wären das 6.450 Plätze. "Die Beschlüsse sind - Stand jetzt - Empfehlungen", betont Buschmann nach einem Gespräch mit dem sächsischen Innenministerium. "Für uns gilt daher weiter das vom Gesundheitsamt bestätigte Hygienekonzept." Und das erlaubt deutlich mehr als 10.000 Zuschauer. 

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"Im besten Fall sollte es für alle gleich sein", so Kauczinki und erklärt, dass "der Fußball seinen Teil zur schrittweisen Rückkehr in die Normalität" beiträgt. "Die Leute gehen wieder ins Kino, ins Theater. Der Fußball ist ein Teil der Gesellschaft."

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