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So sieht Dynamos Startelf für den Saisonstart aus

Mit dem Pokalspiel gegen den Hamburger SV geht’s am Montag los. Und alle Positionen scheinen fest vergeben zu sein - bis auf eine.

Wer springt auf, wer muss raus? Dynamo hat sich nach dem Abstieg neu aufgestellt – aber wie stellt der Trainer nun die Mannschaft auf?
Wer springt auf, wer muss raus? Dynamo hat sich nach dem Abstieg neu aufgestellt – aber wie stellt der Trainer nun die Mannschaft auf? © dpa-Zentralbild

Dresden. Trainer machen gerne ein großes Geheimnis um die Aufstellung, das ist bei Dynamo nicht anders. Markus Kauczinski wird vor dem scharfen Saisonstart mit dem DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV am Montagabend seine Startelf sicher nicht verraten, von einer Stammformation spricht er sowieso nicht. Es werde jeder gebraucht, betont er – und ist sich mit dem Sportgeschäftsführer einig.

„Wir werden es nur in der Gemeinschaft schaffen“, sagte Ralf Becker bei der Premiere vom „Dynamo-Talk im Panometer“ am Dienstag. „Das wissen alle, darin sind sich die Spieler einig, dass es um Dynamo geht, um den Erfolg.“ Dennoch will jeder spielen, das liegt nun mal in der Natur des Sportlers. Insgesamt 27 Spieler stehen im Aufgebot. „Wir haben auf fast allen Positionen einen richtig guten Konkurrenzkampf. Das hat die Vorbereitung gezeigt“, betont Becker.

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Im Training und vor allem in den sechs Testspielen hat Kauczinski einiges ausprobiert und jedem eine Chance gegeben, wenn auch nicht allen die gleiche. Das ist sowieso unmöglich und wäre wenig zielführend. Schließlich geht es darum, die Mannschaft zu finden, die am besten harmoniert. Dabei war früh zu erkennen, auf wen der Chefcoach in der Defensive setzt. Dagegen gibt es offensiv mindestens eine offene Frage. Die Analyse der SZ.

  • Torwart

Auch wenn der neue Torwarttrainer David Yelldell sich noch nicht festlegen mochte: mKevin Broll ist trotz des Abstieges geblieben und unumstritten, Patrick Wiegers aber eine starke Nummer zwei mit professionellem Anspruch und Auftreten. Mit Stefan Kiefer wird ein talentierter Schlussmann aus dem eigenen Nachwuchs an das Profi-Team herangeführt, muss aber wegen einer Schleimbeutelentzündung im Hüftgelenk derzeit pausieren.

  • Abwehr

Das Deckungszentrum bilden Sebastian Mai, der neue Kapitän, und Tim Knipping. Mit dem Duo setzt Kauczinski auf Erfahrung und Körpergröße: Mai ist 26 Jahre alt und 1,95 Meter groß, Knipping 27 und 1,90. Der noch 19 Jahre junge Kevin Ehlers ist ein Stück hinten dran, aber mit seinem Talent, seinem Ehrgeiz und seiner Einstellung kämpft auch er um einen Stammplatz. Die leichte Knöchelblessur, die er sich im Länderspiel mit der U20-Auswahl zugezogen hatte, wirft ihn kaum zurück.

Robin Becker auf rechts und Chris Löwe auf links komplettieren die Viererkette. Das sind wohl die Positionen, auf denen der interne Druck nicht ganz so hoch ist. Mit dem 19 Jahre alten Max Kulke, der in der zweiten Liga sieben Einsätze hatte, und dem vom FSV Mainz ausgeliehenen Jonathan Meier (20) stehen zwei junge Außenverteidiger als Alternativen bereit.

  • Defensives Mittelfeld

Man sollte wohl dreimal auf Holz klopfen, wenn man das schreibt: Marco Hartmann ist ohne Verletzung durch die Vorbereitung gekommen und fit für den Auftakt. Damit hatte selbst der Sportchef nicht unbedingt gerechnet, als er den Ex-Kapitän noch vor seinem Amtsantritt in Dresden angerufen hat. „Es war mir wichtig, ihn dabei zu behalten, ohne zu wissen, in welchem körperlichen Zustand er ist“, sagt Becker. Wenn Hartmann gesund ist, sei er „sportlich für uns ein sehr wichtiger Spieler“.

Also spielt der 32-Jährige den Abräumer vor der Abwehr. Diese Aufgabe könnte auch Paul Will übernehmen. Der 21-Jährige hat mit der U23-Auswahl des FC Bayern vorige Saison die Meisterschaft in der 3. Liga gewonnen, allerdings durfte die zweite Mannschaft der Münchner nicht aufsteigen. Das will Will nun mit Dynamo nachholen. Ein weiterer Bewerber für den Platz im defensiven Zentrum fällt vorerst aus: Justin Leo Löwe musste an der linken Schulter operiert werden und arbeitet mit Reha-Trainer Tobias Lange am Comeback.

  • Offensive Schaltzentrale

Mit Yannick Stark hat Dynamo einen gestandenen Profi verpflichtet, der unter anderem die Erfahrung von 186 Spielen in der 2. Bundesliga mitbringt. Der 29-Jährige dürfte im zentralen Mittelfeld gesetzt sein, sofern er sein Leistungsvermögen abruft. Als sein Nebenmann empfohlen hat sich Patrick Weihrauch, ebenfalls ein erfahrener Mann. Der 26-Jährige hat für Würzburg und Arminia Bielefeld in der zweiten Liga gespielt, war zwar in der Vorsaison bei Trainer Uwe Neuhaus nur Reservist, aber mit fünf Einsätzen auch am Aufstieg beteiligt. Nun sucht er eine neue Herausforderung.

Dagegen gehört Sascha Horvath zu den wenigen, die geblieben sind. Der Österreicher hat durchaus gute Chancen, sich in die erste Elf zu spielen. Schlechter stehen sie derzeit für Julius Kade, der von Union Berlin gekommen ist. Bei Hertha BSC spielte er 2017 je einmal in der Bundesliga und der Europa League, ist allerdings seit fast zwei Jahren ohne echte Spielpraxis.

  • Offensive Außen

Kauczinski setzt taktisch auf das 4:3:3-System, das heißt: bei eigenem Ballbesitz auf drei Stürmer. Die offensiven Außen müssen allerdings auch defensiv arbeiten. Favorisiert sind Agyemang Diawusie, der in der Vorbereitung zweimal getroffen hat, auf rechts und Panagiotis Vlachodimos auf links. Allerdings sind Pascal Sohm, aus Halle gekommen, und der erst 18 Jahre alte Ransford-Yeboah Königsdörffer ernsthafte Alternativen, der ebenfalls aus der eigenen Jugend aufgerückte Simon Gollnack eher noch nicht. Keine Rolle spielt offenbar Osman Atilgan. Dynamo würde ihn wohl abgeben, wenn es einen Interessenten gäbe.

  • Sturmspitze

Im Angriffszentrum kann es nur einen geben – aber wer ist der Richtige? Das ist tatsächlich die Frage, wobei sie nach dem 5:1-Sieg im Test gegen den dänischen Zweitligisten HB Köge beantwortet zu sein schien. „Mir persönlich gibt das Selbstvertrauen“, sagte Christoph Daferner nach seinen beiden Treffern. Bis dahin war der 22-Jährige, der für die zweite Mannschaft des SC Freiburg vorige Saison in der Regionalliga 14-mal getroffen hat, torlos geblieben. Seine Einstellung: „Es war klar, dass am Anfang nicht alles klappt. Da muss man ruhig im Kopf bleiben, darf nicht hektisch werden.“

Philipp Hosiner hat vorige Saison für den Chemnitzer FC in der 3. Liga 19 Tore erzielt und sechs vorbereitet – eine Quote als Empfehlung. Doch bei Dynamo strahlte er bisher zu wenig Torgefahr aus, wird also wohl zunächst die Jokerrolle einnehmen. Genau wie Luka Stor, wobei der Slowene in der Rangfolge der Mittelstürmer an dritter Stelle kommt. 

Der Sportgeschäftsführer lehnt eine solche Einstufung ab. „Dafür ist unser Kader zu gut und zu namhaft besetzt, als dass wir es uns erlauben könnten, jemanden nicht mitzunehmen“, sagt Becker – und er betont: „Wir werden alle brauchen, aber jeder muss auch akzeptieren, wenn der Konkurrent auf seiner Position gerade einen Tick besser ist oder eine taktische Umstellung notwendig und ein anderer Spielertyp gefragt ist.“ So werde der Trainer hoffentlich jede Woche eine gute Auswahl haben.

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