merken
PLUS Freital

„Für mich ist das eine Riesensache“

Robin Fluß spielt die kommende Saison für den SC Freital. Am Mittwoch führt er Bischofswerda im Pokal gegen die SG Dynamo als Kapitän ins Harbig-Stadion.

Fast sieben Jahre ist es her: Robin Fluß nach seinem Profi-Debüt als 18-Jähriger für Dynamo Dresden.
Fast sieben Jahre ist es her: Robin Fluß nach seinem Profi-Debüt als 18-Jähriger für Dynamo Dresden. © Archivfoto: Robert Michael

Fußball-Landesligist SC Freital spielt in der kommenden Saison eventuell in der NOFV-Oberliga. Aufstiegsspiele gegen Budissa Bautzen oder ein Losentscheid bringen voraussichtlich erst Ende Juni Gewissheit. Bis dahin kann die sportliche Leitung aber nicht warten, um den Kader für 2021/22 zusammenzustellen. Fünf Neuzugänge hat Abteilungsleiter Daniel Wirth bereits unter Dach und Fach, „unabhängig, in welcher Liga wir antreten werden“.

Mit Robin Fluß, der am Freitag seinen 25. Geburtstag feierte, kehrt ein ehemaliger Hainsberger Spieler an seine alte Wirkungsstelle zurück. Fluß, in Freital geboren, war 2004 zu Dynamo Dresden in den Nachwuchsbereich gewechselt, schaffte es dort bis in den Profikader und feierte mit 18 Jahren sein Drittligadebüt. 2017 wechselte der Mittelfeldspieler zu Wacker Nordhausen, zwei Jahre später zum Bischofswerdaer FV.

Anzeige
Natürlich wohnt es sich am besten
Natürlich wohnt es sich am besten

Massivholzmöbel sind „wohngesund“ und zeitlos. Kaufen kann man sie bei Käppler in Dohma. Jetzt wieder geöffnet!

Am Mittwoch wird Robin Fluß, der in Dresden wohnt, seine aktuelle Mannschaft voraussichtlich zum letzten Mal in einem Pflichtspiel als Kapitän auf den Rasen führen. Im Landespokal-Viertelfinale sind die Schiebocker im Rudolf-Harbig-Stadion ab 18 Uhr bei Dynamo Dresden zu Gast. Am 1. Juli beginnt dann ein neues Kapitel.

Robin, sehen Sie eine reelle Chance, mit Bischofswerda ins Pokal-Halbfinale einzuziehen?

Eine Chance gibt es immer, auch wenn wir Außenseiter sind. Man muss auch abwarten, mit welcher Formation Dynamo aufläuft – ob es die volle Kapelle sein wird oder eher Ergänzungs- und Juniorenspieler. Es wird ein hartes Stück Arbeit, aber in den letzten Testspielen gegen Energie Cottbus, Luckenwalde und die Bundesliga-A-Junioren von RB Leipzig haben wir defensiv gut gestanden und kein Gegentor zugelassen.

Wie kam es damals zum Wechsel nach Dresden?

Mein Bruder besuchte die Sportschule und spielte bei Dynamo. Dadurch war ich auch öfter dort. Dann waren wir mit dem Hainsberger SV bei der Bezirksmeisterschaft in Dresden dabei. Ich war immer einer der Jüngsten im Jahrgang und danach wurde meine Mutti gefragt, ob ich es bei Dynamo versuchen will. Und ich wollte das.

Wer waren Ihre Trainer in Dresden?

Im Männerbereich Stefan Böger, danach Peter Nemeth und schließlich Uwe Neuhaus.

Vor vier Jahren haben Sie die SGD verlassen. Warum?

Ich hatte in der Saison 2014/15 mit 18 Jahren mein Drittliga-Debüt unter Trainer Stefan Böger gegeben. Wir spielten vor 24.000 Zuschauern 0:0 gegen Fortuna Köln. In den Folgejahren war die Konkurrenz auf der Sechser-Position mit Marco Hartmann, Aias Aosman, Niklas Hauptmann oder „Lumpi“ Lambertz sehr groß. Erschwerend kam hinzu, dass wir keine zweite Mannschaft im Punktspielbetrieb hatten, nachdem das Oberliga-Team aufgelöst worden war. Mit 21 wollte ich aber spielen und nicht auf der Ersatzbank sitzen.

Wie würden Sie die vier Regionalliga-Jahre in Nordhausen und Bischofswerda bewerten?

Es hat meiner Entwicklung gutgetan, mal die heimatlichen Gefilde verlassen und jede Woche einen Wettkampf gehabt zu haben. Bis 2019 war ich in Nordhausen, dann hat mich Trainer Erik Schmidt zu Bischofswerda geholt. Ich kannte ihn aus meiner Dresdner Zeit, er war mein Coach in der U17. In der Winterpause 2019/20 hat er mich zum Kapitän ernannt. Klar, die letzten zwei Serien waren für einen Fußballer schwierig, auch, weil wir mit Bischofswerda zweimal gegen den Abstieg spielen mussten.

Sie wechseln im Sommer zum SC Freital, es wäre aber möglich, dass Sie 2021/22 „nur“ in der Landesliga unterwegs sind. Haben Sie mit dem Profifußball schon abgeschlossen?

So würde ich das nicht sagen. Ich hatte mir zusammen mit meiner Familie einen Plan erstellt, der besagt, dass ich mit 25 Jahren alles auf die Waage lege. Bis jetzt habe ich vom Fußball gelebt, jetzt möchte ich auch in eine berufliche Ausbildung investieren. Vor Jahren hatte ich bereits eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann begonnen, diese aber aufgrund von Verletzungen und Krankheit abgebrochen. In Freital ergibt sich nun die Möglichkeit, Fußball und Ausbildung in einem Gesamtpaket zu realisieren. Ich brauche dieses zweite Standbein. Bis 28 würde ich auf der Schulbank sitzen und im Fußball versuchen, mit dem Sportclub dieses interessante Projekt voranzutreiben. Für mich als Freitaler ist das eine Riesensache, zumal ein richtig guter Plan dahintersteckt. Da ist es im Moment zweitrangig, ob wir in der Landes- oder der Oberliga antreten werden.

Was sagen Sie dazu, dass möglicherweise ausgelost werden soll, wer in die Oberliga geht?

Das ist ein Unding. Entweder geht keiner hoch, da alle Spiele annulliert wurden, oder Freital, da sie einen Punkt vor Bautzen rangierten. Oder man setzt die Quotienten-Regelung an, auch da wäre der Sportclub vorn. Die Aufstiegsspiele sind aus meiner Sicht nicht realisierbar. Der Verband nimmt alle Amateur-Mannschaften aus dem Landespokal, setzt aber zwei Relegationspartien des führenden Landesliga-Duos an? Das ist doch ein Widerspruch.

Nachrichten aus Freital und Dippoldiswalde.

Mehr zum Thema Freital