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Dynamo-Kapitän Knipping: Wird schwer, uns zu schlagen

Der Verteidiger wird plötzlich sogar zum Torjäger. Warum er für den Trainer nicht nur deshalb besonders wertvoll ist und was er im Interview selber dazu sagt.

Nach seinem Tor schreit Tim Knipping seine Freude heraus und läuft zur Bank, umarmt die Co-Trainer Heiko Scholz (l.) und Ferydoon Zandi. Chefcoach Alexander Schmidt (r.) zeigt die Jubel-Faust.
Nach seinem Tor schreit Tim Knipping seine Freude heraus und läuft zur Bank, umarmt die Co-Trainer Heiko Scholz (l.) und Ferydoon Zandi. Chefcoach Alexander Schmidt (r.) zeigt die Jubel-Faust. © Jan Huebner

Dresden. Andere Seite, gleiches Muster: Diesmal bringt Chris Löwe den Eckball, Tim Knipping springt am höchsten und verwandelt per Kopf. Wie schon beim 1:1 in Hamburg hat Dynamo auch im DFB-Pokal-Spektakel mit dem 2:1-Sieg gegen den SC Paderborn am späten Freitagabend nach einem Standard getroffen. Es war der Führungstreffer und was dabei vor allem bemerkenswert ist: Zum zweiten Mal in Folge trifft der Kapitän, der in seinem ersten Jahr bei den Schwarz-Gelben kein Glück im Abschluss hatte.

Den Liveticker von einem packenden Pokalkampf gibt es hier zum Nachlesen.

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"Das Tor war wieder toll", meint auch der Trainer danach, aber Alexander Schmidt beschränkt sein Lob für Knipping nicht nur auf dessen neue Offensivstärke. "Ich muss auch sagen: Wie der Tim verteidigt, das ist extrem gut. Er antizipiert Situationen, wie er sich reinschmeißt. Also Tim Knipping ist im Moment unfassbar." Motivator, Stabilisator und jetzt auch noch Torjäger - darüber staunt der 28 Jahre alte Innenverteidiger selbst, wie er im Interview nach dem Erfolg sagt.

Tim Knipping, zwei Tore in Folge: Wie erklären Sie sich Ihre neue Treffsicherheit?

Ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll. Ich bin einfach überglücklich. Diese Woche ist für mich optimal gelaufen. Zwei Tore in zwei Spielen - das ist für einen Verteidiger natürlich etwas ganz Besonderes. Wenn es dann noch wichtige Tore sind, macht mich das umso glücklicher.

Tim Knipping gegen alle. Dynamos Kapitän erzielt per Kopf das Tor zum 1:0. Tim Knipping gegen alle. Dynamos Kapitän erzielt per Kopf das Tor zum 1:0.
Tim Knipping gegen alle. Dynamos Kapitän erzielt per Kopf das Tor zum 1:0. Tim Knipping gegen alle. Dynamos Kapitän erzielt per Kopf das Tor zum 1:0. © dpa/Robert Michael

Es waren 12.702 Zuschauer im Rudolf-Harbig-Stadion, so viele wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Wie haben Sie die Stimmung wahrgenommen?

Unfassbar. Es kam mir vor wie 30.000. Die Stimmung ist einzigartig. Es macht einfach wieder Spaß, geht raus und hat Gänsehaut, gerade nach den Toren. Das haben wir vermisst, heute ist einfach ein schöner Tag.

Es war ein sehr intensives, umkämpftes Spiel. Glauben Sie, dass die Atmosphäre beide Mannschaften beflügelt hat?

Definitiv. Ich glaube, auch für die Gäste macht es mehr Spaß, in einem vollen Stadion zu spielen, in dem Stimmung ist. Das hat auch sie noch mal angestachelt, dadurch war es ein offener Schlagabtausch, auch Paderborn hat gut gespielt. Es stand auf Messers Schneide. Am Ende haben wir durch die super Aktion von Pana (Panagiotis Vlachodimos/Anm. d. Red), der den Ball überragend lupft, und den Laufweg von Jule (Juliuas Kade, Torschütze zum 2:1/Anm. d. Red) das entscheidende 2:1 gemacht. Ich denke, dass es nicht unverdient war. Jetzt sind wir eine Runde weiter und ich bin einfach stolz auf die Mannschaft.

Der Kapitän erzielt die Führung. Tim Knipping jubelt nach seinem Tor zum 1:0. Der Kapitän erzielt die Führung. Tim Knipping jubelt nach seinem Tor zum 1:0.
Der Kapitän erzielt die Führung. Tim Knipping jubelt nach seinem Tor zum 1:0. Der Kapitän erzielt die Führung. Tim Knipping jubelt nach seinem Tor zum 1:0. © dpa/Robert Michael

Es wurde mit offenem Visier gespielt, dadurch gab es viele Torchancen. War es das Ziel, viele Abschlüsse zu bekommen?

Ja, ich glaube, es ist unsere Spielweise, dass wir mutig spielen, nach vorne spielen, vorne direkt draufgehen. Wir wussten, dass Paderborn eine spielerisch starke Mannschaft ist, aber wir haben gesagt: Wir spielen mit offenem Visier von Minute eins und solange es geht. Das ist uns gut gelungen. Wir hatten viele Ballgewinne schon in der gegnerischen Hälfte, viele Torchancen und hätten auch früher eins machen können.

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Der Start war ganz ordentlich, darauf können wir aufbauen. Aber in den nächsten Spielen können wir uns dafür schon nichts mehr kaufen. Das Wochenende können wir mal genießen, dass wir in der nächsten Runde sind. Darauf freuen wir uns, aber ab Montag gilt der volle Fokus wieder dem nächsten Ligaspiel gegen Hannover zu Hause am Samstagabend. Jedes Spiel wird eng, wir wissen an unsere Grenzen gehen. Wer die Mannschaft sieht, der weiß, dass sie alles reinhauen wird. Wenn wir jedes Spiel so fighten, so kämpfen, wird es schwer, uns zu schlagen.

Notiert von: Sven Geisler.

Die Fragen wurden von Dynamo-Pressesprecher Henry Buschmann gestellt. Wegen der Auflagen im Hygienekonzept gibt es derzeit nach Spielen für Journalisten keine Möglichkeit, Interviews mit Trainern und Spielern zu führen.

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