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Leipzig und die EM 2024 - das ist der aktuelle Stand

Die Fußball-EM in zwei Jahren findet auch in Leipzig statt. Turnierchef Philipp Lahm sagt, was bis dahin noch zu tun ist.

EM-Turnierdirektor Philipp Lahm und EM Botschafterin und Ex-Nationalspielerin Celia Sasic ziehen die Dunkelbrille auf.
EM-Turnierdirektor Philipp Lahm und EM Botschafterin und Ex-Nationalspielerin Celia Sasic ziehen die Dunkelbrille auf. © PICTURE POINT / Roger Petzsche

Von Ullrich Kroemer

Leipzig. Am Tag vor seinem 38. Geburtstag setzte sich Philipp Lahm die Dunkelbrille auf, wodurch er nichts mehr sehen konnte, legte sich den Ball zurecht und schoss den Ball scharf und platziert blind ins rechte untere Eck. Die Torhüterin des 1. FC Lokomotive, die zuvor an einer Präsentation eines Blindenfußballteams beteiligt gewesen war, war machtlos, als die Kugel vom Innenpfosten ins Tor sprang. Und auch Perry Bräutigam, Torhüterlegende des Ostens und heute Repräsentant bei RB Leipzig, musste auf dem harten Parkett in einer Nebenhalle der Leipziger Arena am Mittwoch eine Glanzparade hinlegen, um Lahms zweiten Versuch gerade so zu parieren.

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Es sind auch Aufgaben wie diese, die der Weltmeister von 2014 und langjährige Kapitän der Nationalmannschaft in seiner neuen Funktion als Turnierdirektor der Europameisterschaft 2024 wahrnehmen muss, um Akzeptanz und Euphorie für das Turnier zu erzeugen. Was Franz Beckenbauer für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland war, übernimmt nun Lahm für die Euro 2024.

In dieser Woche besucht eine Delegation der Euro 2024 GmbH die Messestadt, einen von zehn Austragungsorten, um auch durch Lahms Präsenz den Startschuss für die konkreten Vorbereitungen zu geben, in Workshops Anforderungen zu definieren und die Voraussetzungen im umgebauten Leipziger Stadion zu evaluieren.

Konkret muss die Stadt bis Juni nächsten Jahres einen umfangreichen Pflichtenkatalog abarbeiten, der Themen wie Mobilität, Nachhaltigkeit, Sicherheit, Sponsorenpräsenz, Rahmenprogramm und die Organisation des Fanfestes umfasst. Sportbürgermeister Heiko Rosenthal gab bekannt, dass die Kommune dafür insgesamt einen zweistelligen Millionenbetrag aufwenden müsse.

Für alle Themen, die das Stadion betreffen, ist Stadionbetreiber RB Leipzig beziehungsweise die Red Bull Arena Besitzgesellschaft zuständig, die gemeinsam einen Mietvertrag mit der Euro 2024 GmbH abgeschlossen haben. RB Leipzig kassiert also für die wohl vier bis fünf Spiele – das wird erst im April konkretisiert – schätzungsweise um die 1,5 Millionen Euro Miete.

Neben dem Stadion werden die Teams, die in Leipzig zu Gast sind, auch den Trainingsplatz eins und die Möglichkeiten in der Akademie am Cottaweg nutzen. Es geht den Leipzigern – der Stadt ebenso wie dem Bundesligisten – vor allem ums Renommee und den Wirtschaftsfaktor, wie 2006 Teil eines weltweiten Großereignisses zu sein.

„Wir kommen aus einer WM in Russland, einer EM in verschiedenen Nationen, einer WM im Winter in Katar – bei uns wollen wir wieder ein großes Fest feiern, bei dem sich jeder wohlfühlen und bei dem jeder dabei sein kann – das wollen wir den Leuten bieten“, betonte Lahm. Das darf man ruhig als versteckte Kritik an den Verbänden verstehen, die Turniere in Länder vergab, wo Menschenrechte nicht so ausgeprägt sind wie hierzulande.

Lahm argumentierte weiter, dass wir in Deutschland für „unsere Gesellschaft und Gemeinschaft alle 15, 20 Jahre so ein Erlebnis brauchen, dass wir Austragungsort eines großen Turniers sind, weil es uns als Nation und Gesellschaft immer wieder näher zusammenbringt.“

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Das sei 2006 ebenso gewesen wie 2011 bei der Frauen-WM. „Das ist auch 2024 unsere große Chance. Schon auf dem Weg dahin wollen wir Themen angehen, die das Gemeinwohl stärken.“ Vor allem grün soll das Europaturnier in allen Bereichen werden – so klimaneutral, biologisch, regional wie möglich.

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