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Marathon-Weltrekordläufer Kiptum stirbt bei Autounfall

Im Oktober 2023 hat Kelvin Kiptum einen Fabel-Weltrekord im Marathon aufgestellt und gilt seitdem als der Top-Läufer schlechthin. Bei einem Autounfall in seiner Heimat ist der Kenianer nun ums Leben gekommen.

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Kelvin Kiptum aus Kenia feiert seinen Weltrekordsieg beim Chicago-Marathon im Oktober 2023. Nun starb der 24-Jährige bei einem Verkehrsunfall.
Kelvin Kiptum aus Kenia feiert seinen Weltrekordsieg beim Chicago-Marathon im Oktober 2023. Nun starb der 24-Jährige bei einem Verkehrsunfall. © Eileen T. Meslar/Chicago Tribune via AP/dpa

Nairobi/Eldoret. Die Sportwelt trauert um Marathon-Star Kelvin Kiptum. Der Weltrekordhalter aus Kenia starb im Alter von 24 Jahren am späten Sonntagabend bei einem Autounfall in seinem Heimatland, wie der nationale Leichtathletikverband bestätigte. Zuvor hatten kenianische Medien unter Berufung auf Familienangehörige und die Polizei ebenso wie die Nachrichtenagentur AP von dem Tod berichtet.

Leichtathletik-Weltverbandspräsident Sebastian Coe, selbst früherer Weltklasse-Läufer, äußerte sich "geschockt und tief traurig" von der Nachricht. Kiptum war als erster Mensch einen Marathon unter 2:01 Stunden gelaufen.

Kiptum saß nach Polizeiangaben am Steuer des Wagens, der gegen 23.00 Uhr Ortszeit in Kaptaget im südwestlichen Hochland Kenias von der Straße abkam - einer Region, in der viele kenianische Langstreckenläufer trainieren. In dem Fahrzeug saßen außerdem Kiptums aus Ruanda stammender Trainer Garvais Hakizimana sowie eine Begleiterin. Hakizimana kam bei dem Unfall ebenfalls ums Leben, die Frau wurde nach Polizeiangaben schwer verletzt. Es habe keine weiteren beteiligten Fahrzeuge gegeben.

Nach ersten Ermittlungen hatte Kiptum die Kontrolle über das Fahrzeug verloren, kam von der Straße ab und kollidierte mit einem Baum, ehe der Wagen 60 Meter weiter in einem Graben landete, zitierte die Zeitung "Daily Nation" den zuständigen Polizeivertreter Peter Mulinge.

"Ein unglaublicher Athlet hinterlässt ein unglaubliches Vermächtnis, wir werden ihn sehr vermissen", sagte der Brite Coe in einer Mitteilung des Weltverbands. Kenias Präsident William Ruto bezeichnete Kiptum bei X als "außergewöhnlichen Sportler", der "auf der ganzen Welt eine außergewöhnliche Spur hinterlassen" habe. "Er war wohl einer der besten Sportler der Welt, der Grenzen durchbrach und einen Marathonrekord aufstellte", schrieb Ruto: "Kiptum war unsere Zukunft."

Der kenianische Sportminister Ababu Namwamba schrieb bei X, vormals Twitter: "Kenia hat ein besonderes Juwel verloren." Der zweimalige 800-Meter-Olympiasieger David Rudisha äußerte sich "geschockt" über den Tod seines Landsmanns.

Kiptum hatte vor gut vier Monaten den Chicago-Marathon in der Weltrekord-Zeit von 2:00:35 Stunden gewonnen. Dabei hatte er die vorige Bestmarke von Superstar Eliud Kipchoge um 34 Sekunden verbessert. Kiptum hatte dabei erst seinen insgesamt dritten Marathon bestritten. Er hatte nach Angaben des Weltverbands im Alter von 13 Jahren mit dem Laufsport begonnen.

In Valencia hatte Kiptum im Dezember 2022 einen inoffiziellen Debüt-Weltrekord von 2:01:53 Stunden erreicht, dann gewann er sensationell den London-Marathon in 2:01:25 Stunden. Der Wunderläufer hatte danach direkt angekündigt, dass er den Weltrekord angreifen möchte. Dies gelang ihm am 8. Oktober in Chicago. Im April wollte er in Rotterdam seinen ersten Marathon seit dem Rekordlauf absolvieren. (dpa, mit sid)