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Drei Mal Spektakel – so lief Dresdens Super-Samstag

Flotte Pferde und auffällige Hüte beim Galopp, ein Tennis-Erfolg auch ohne Star und eine Rarität beim Football – etwa 4.500 Fans sind live dabei.

Die Monarchs bejubeln den nächsten Sieg - diesmal vor 1.520 Fans gegen die Berlin Rebels.
Die Monarchs bejubeln den nächsten Sieg - diesmal vor 1.520 Fans gegen die Berlin Rebels. © Jürgen Lösel

Dresden. Es ist ein Sport-Wochenende, wie es in Dresden lange keins mehr gegeben hat. Exzellenter, erstklassiger Sport an drei verschiedenen Plätzen – und vor allem: unter verschiedenen Auflagen waren jeweils eine Menge Besucher mit dabei.

Beim 4. Galopprenntag des Dresdener Rennvereins strömten insgesamt 2.752 Besucher auf die Rennbahn in Seidnitz. Das sind zwar deutlich weniger als vor der Corona-Pandemie, aber die Tendenz geht weiter nach oben. Und das sorgt beim Veranstalter für gute Laune. „Eine rundum und in allen Belangen gelungene Veranstaltung mit hervorragenden sportlichen Leistungen, zufriedenen Sponsoren und einem unerwartet guten Wettumsatz“, bilanzierte Vereins-Präsident Michael Becker nach dem Tagesumsatz in Höhe von 175.600 Euro. Auch das bunte und glanzvolle Rahmenprogramm kehrte zurück. Hutmacherin Katrin Westhäusler organisierte einen Wettbewerb für die schönsten und originellsten Hüte. Ein Highlight war der Dynamo-Dresden-Cup, den Daniel Paulicks Marygold für sich entscheidet. Die Ehrenpreise wurden von den Ehrenspielführern Klaus Sammer und Hans-Jürgen Kreische übergeben. Der frühere Torjäger zeigte sich begeistert von seinem Rennbahn-Comeback: „Ich war das letzte Mal vor 50 Jahren hier. Ich komme bestimmt bald wieder“, versichert er.

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Gut gefüllte Tribünen auch beim Galopp-Renntag in Seidnitz.
Gut gefüllte Tribünen auch beim Galopp-Renntag in Seidnitz. © Matthias Rietschel

Das werden sich auch die Tennis-Fans im Waldpark sagen. Und das, obwohl Star-Spielerin Andrea Petkovic nicht – wie vom Verein versprochen – für den Erstligisten TC Blau-Weiß Blasewitz aufschlagen konnte. Die 33-Jährige hatte bei den Hamburg European Open das Halbfinale am Samstag erreicht – ein Start elbaufwärts am selben Tag war mithin ausgeschlossen. Petkovic zog sogar erstmals seit sechs Jahren wieder in ein Endspiel ein, das die Turnierbotschafterin am Sonntag gegen die Rumänin Elena Gabriela Ruse allerdings mit 6:7, 4:6 verlor. Ob Petkovic zum letzten Heimspiel am 31. Juli nach Dresden kommt, ist noch nicht ganz sicher. Auch auf eine zweite Stütze musste Blasewitz beim Punktekampf gegen den Marienberger SC verzichten. Krystina Pliskova wollte ihrer Zwillingsschwester Karolina im Finale von Wimbledon unbedingt vor Ort die Daumen drücken. Wer mag ihr das verdenken? Obgleich die schwesterliche Unterstützung letztlich vergebens war. Selten lag die personelle Verzahnung zwischen der millionenschweren Tennis-Weltklasse und dem Bundesliga-Alltag in Blasewitz so dicht beieinander.

Trotz der personellen Beschränkung feierten die Dresdner Tennis-Damen am 4. Spieltag gegen das ebenfalls dezimierte Schlusslicht Marienberger SC aus Köln vor 350 Zuschauern – bislang die größte Kulisse der 1. Tennis-Bundesliga der Damen – einen ungefährdeten 7:2-Erfolg. Der spülte das Team aus Dresden, das mit drei deutschen Spielerinnen antrat, auf Tabellenplatz zwei. „Für das gesamte Team war es eine absolute Wohltat, wieder vor so einer Zuschauerkulisse spielen zu können. Beide Mannschaften haben diesmal drei deutsche Spielerinnen eingesetzt, was mich auch sehr gefreut hat“, erklärte Trainer Tomas Jiricka und ergänzte: „Trotz einiger Absagen in unseren Reihen haben wir den Spieltag am Ende souverän gewonnen, einmal mehr auch durch eine klasse Teamleistung in allen Doppeln.“

Die Russin Varvara Flink gewann mit Blasewitz gegen den Marienberger SC aus Köln - vor 350 Zuschauern.
Die Russin Varvara Flink gewann mit Blasewitz gegen den Marienberger SC aus Köln - vor 350 Zuschauern. © Jürgen Lösel

Eine außerordentliche Teamleistung kann man auch den Footballern der Dresden Monarchs attestieren. Die verteidigten ihre Tabellenführung in der Nord-Staffel der zweigleisigen German Football League (GFL) mit einem ungefährdeten 49:20-Erfolg (35:14) über die Berlin Rebels. Im Heinz-Steyer-Stadion verfolgte die maximal zugelassene Anzahl von 1.520 Besuchern das Erstligaspiel. Allerdings mit der Einschränkung, dass nur gegen den Covid-19-Virus geimpfte Personen, von der Krankheit Genesene oder Menschen mit einem tagesaktuellen negativen Test ins Stadion durften. An den anderen beiden Freiluft-Sportevents gab es diese Auflage nicht.

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Der Rennverein in Seidnitz startet am Freitag pünktlich zum Jubiläum in eine weitere Saison ohne Zuschauer. Doch das soll sich schon bald ändern.

In der Mannschaft von Trainer Ulrich Däuber ragte neben Quarterback KJ Carta-Samuels ein Akteur heraus, der sonst nicht sonderlich oft im Rampenlicht steht. Dem Amerikaner Charles Oliver gelangen binnen zehn Minuten zwei sogenannte Kick-of-return-Touchdowns. Er fing also den Kick-of der Berliner weit in der eigenen Hälfte und ließ dann mit seinen Sprints keinem gegnerischen Spieler eine Chance, ihm das Spielgerät zu entreißen. Eine absolute Rarität. „Zwei solche Aktionen in einem Spiel habe auch ich noch nie erlebt“, unterstrich Chefcoach Ulrich Däuber.

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