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Südschulgebäude ist Geschichte

Das Haus 1 der 1968 etablierten Einrichtung steht nicht mehr. Auch die Turnhalle fällt bald. Dann wird neu gebaut.

© Bernd Gärtner

Von Gabriel Wandt

Löbau. Vom Haus 1 der Löbauer Südschule ist nicht mehr viel übrig. Große Steine liegen im Haufen aufeinander geschoben, dort, wo über Jahrzehnte Kinder gelernt haben. Doch die staatliche Schule ist schon lange geschlossen, und für den Nachfolger, die evangelisch-diakonische Grundschule, war das alte Gebäude keine Option. So war es schon lange beschlossene Sache, dass die Abrissbagger eines Tages anrücken würden. In diesem Sommer war es nun so weit. Bereits mit dem ersten Ferientag sind die großen Baufahrzeuge auf das Grundstück gekommen, erzählt Hans-Georg Matthes, Vorstandsmitglied des Diakoniewerks Oberlausitz, dem Träger der Grundschule. Das Entkernen des Gebäudes hat sogar schon davor stattgefunden. Vom großen Abrisslärm haben somit nur die Kinder etwas mitbekommen, die während der Ferien den Hort oder Ganztagsangebote genutzt haben. Und die fanden im baustellen-abgewandten Teil des Schulhauses 2 statt.

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Dieses Bild zeigt den Arbeitsstand von Mitte Juli.
Dieses Bild zeigt den Arbeitsstand von Mitte Juli. © Thomas Eichler

Doch die Baustelle ist für die Kinder der Grundschule wie für die Schüler der Berufsfachschule für Sozialwesen eine willkommene Abwechslung zum Lernalltag, das ist beim Besuch des Geländes sofort zu sehen. An den Fenstern sind zwischen den Unterrichtszeiten viele Gesichter zu beobachten, die neugierig den Fortschritt der Baustelle beobachten.

Nachdem das alte Schulgebäude nun abgetragen ist, hat sich ein Detail als komplizierter herausgestellt als zunächst gedacht, informiert Diakoniewerk-Vorstand Matthes. So war von Anfang an klar, dass die Heizungsanlage des Gebäudes bestehen bleiben muss: Von dort wird nämlich das Wohngebiet ringsum mit Wärme versorgt. Die Zusammenarbeit mit den Löbauer Stadtwerken und den beteiligten Firmen funktioniere dabei aber sehr gut, hebt Matthes hervor. Zum bestehenden Schulhaus selbst sind inzwischen auch neue Leitungen verlegt, die bald angeschlossen werden und dann rechtzeitig vor dem Beginn der kalten Jahreszeit die Räume mit Wärme versorgen können.

Spannendes Baustellengeschehen werden die Schüler an der Rosenstraße noch eine ganze Weile mitverfolgen können. So hat die Diakonie jetzt beschlossen, die Turnhalle ebenfalls wegzureißen. Das sollte ursprünglich später passieren, ist nun aber vorgezogen worden. Denn ein Teil der Halle steht auf dem Gelände, das für den modernen Erweiterungsbau des jetzigen Schulteils vorgesehen ist. Der soll ab Frühjahr 2017 entstehen, und bis dahin muss Platz geschaffen werden. Der Sportunterricht findet in den Turnhallen Großschweidnitz und Großhennersdorf statt. Im letzteren Ort ist das naheliegend, weil dort auch der Schwimmunterricht stattfindet. Generell sei man aber sowieso bemüht, so viel Sport wie möglich im Freien zu unterrichten, so Matthes. Dann entfallen auch die Fahrzeiten.

Wenn nächstes Jahr Start für den Erweiterungsbau ist, rücken für die Schule dringend benötigte neue Räume näher. Sechs Klassenzimmer, ein Sozialtrakt und zwei große, höhere Räume werden dann entstehen. Die beiden großen sollen dann als Speisesaal oder für die kleinen Klassen für den Sportunterricht genutzt werden. Seit die Schule eröffnet wurde, wächst sie stetig: Inzwischen lernen dort mehr als 80 Grundschüler und gut 40 in der Sozialassistenten-Ausbildung. Das Diakoniewerk investiert damit auf dem Gelände insgesamt einen mittleren siebenstelligen Betrag, informiert Hans-Georg Matthes. Unterstützung für den vorgezogenen Turnhallenabriss und die folgende Gestaltung des Außengeländes hat sie dabei von der Stiftung „Diakonie – Hilfe zum Leben“ erhalten.

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Auch wenn das alte Grundschulgebäude nun abgerissen ist: Ein Teil von ihm existiert weiterhin: Die Granitplatten, mit denen der Zweckbau außen eingefasst war, sind in ehrenamtlicher Arbeit abgenommen und von Profis zurechtgesägt und als neuer Fußboden in der Heilig-Geist-Kirche verlegt worden. Dort sind die Kinder der Grundschule regelmäßige Gäste, sodass die Nutzung des Gebäudes als Schulkirche damit noch ein weiteres Mal unterstrichen wird. Und weil der Schulbetrieb trotz Baustelle vor der Tür weiterläuft, sucht die Grundschule noch Unterstützung: Eine Stelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr ist kurzfristig wieder frei geworden. Wer diese besetzen will, kann sich bei der Schule oder dem Diakoniewerk melden.