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Wenn das Handy seit Wochen tot ist

Ingrid Weidner ärgert sich über den schlechten Mobilfunkempfang in Lückendorf. Sie hat eine Vermutung, woran die Probleme liegen.

Ingrid Weidner mit ihrem Handy, mit dem sie derzeit nur selten telefonieren kann.
Ingrid Weidner mit ihrem Handy, mit dem sie derzeit nur selten telefonieren kann. © Matthias Weber/photoweber.de

Eigentlich wartet Ingrid Weidner dringend auf einen Anruf oder eine SMS. Denn die Lückendorferin hat sich als Komparsin bei den Dreharbeiten in Görlitz, die am Mittwoch begonnen haben, angemeldet und erwartet nun die notwendigen Infos, wann und wo genau sie vor der Kamera stehen soll.

Doch ihr Handy braucht die 84-Jährige derzeit nicht einzuschalten. Entweder wird ständig nur nach dem Netz gesucht - mit der Folge, dass der Akku täglich leer ist. Oder der Empfang ist mal kurz da und bricht dann wieder ab. Mit ihren Gesprächspartnern kann Ingrid Weidner in diesem Fall nur wenige Sätze am Handy wechseln, dann ist die Unterhaltung auch schon wieder unterbrochen.

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Auch SMS-Nachrichten erhält sie erst mit mehreren Stunden Verspätung. Dabei muss sie gerade bei Nachrichten der Filmfirma sehr schnell reagieren.

Probleme mit dem Handyempfang hat die Lückendorferin seit mittlerweile eineinhalb Monaten. Und sie ist nicht die einzige im Ort. Einige Bekannte sprachen sie bereits an, dass sie ebenfalls keinen Empfang haben. Von ihrem Anbieter Lidl Connect erhielt sie keinerlei Mitteilungen, warum der Handyempfang auf einmal so schlecht ist. Auch im Servicegeschäft konnte man der rüstigen Rentnerin nicht weiterhelfen. "Sie waren selber nicht informiert", erzählt die 84-Jährige.

Sie hat dafür absolut kein Verständnis. Dass sie für ihr Handy bezahlt - letztlich umsonst, stört sie weniger. Ärgerlich sei vielmehr, dass sie keinen Empfang hat. "So kann es nicht gehen", meint sie.

Ingrid Weidner glaubt nicht, dass die Probleme mit ihrem Mobilfunkanbieter zusammenhängen. "Sie informieren mich immer, wenn sie den nächsten Betrag abbuchen und wünschen mir dann viel Spaß beim Telefonieren." Angesichts der aktuellen Empfangsstörungen klingt dieser Wunsch wie Hohn.

Eine Vermutung hat die Lückendorferin aber: Der schlechte Handyempfang könnte mit den Bauarbeiten am Funkmasten auf dem Sommerberg zusammenhängen. Vodafone ist dort gerade dabei, seine Mobilfunkstation zu erweitern. Ziel der aktuellen Arbeiten ist es, bei der mobilen Breitbandtechnologie LTE die Kapazitäten im Einzugsgebiet dieses Standortes zu steigern, teilt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf mit. Das Mobilfunkunternehmen trage damit der starken Nachfrage nach mobiler Internetnutzung - mit jährlichen Wachstumsraten um 40 Prozent an dieser Station - Rechnung.

Im ersten Schritt dieses LTE-Erweiterungsprojektes wurden die bisherigen Antennen für GSM-Mobilfunk abmontiert und durch neue, moderne GSM-Sektor-Antennen ersetzt. Diese Arbeiten wurden am Montag vollendet und damit wurde Platz geschaffen für zusätzliche LTE-Antennen, die im zweiten Bauabschnitt in der Kalenderwoche 36 (6. bis 12. September) an dieser Mobilfunkstation installiert werden.

"Während dieser Arbeiten muss die Station immer wieder mal kurzzeitig abgeschaltet werden. Der Mobilfunkverkehr wird dann weitgehend über andere Standorte umgeleitet, jedoch werden sich dann bei einzelnen Kunden vorübergehende Einschränkungen beim mobilen Telefonieren und der mobilen Datennutzung nicht ganz vermeiden lassen", sagt Volker Petendorf.

Vodafone trägt die Investitionskosten für die LTE-Erweiterung auf dem Sommerberg komplett aus eigenen Mitteln.

LTE ermöglicht Handygespräche in kristallklarer Qualität und Breitbandinternet für unterwegs. Dank LTE können die Nutzer zum Beispiel HD-Filme blitzschnell downloaden, Musikvideos in Top-Qualität genießen und Live-Übertragungen von Sportereignissen auch unterwegs auf dem Smartphone oder Tablet in HD-Qualität anschauen.

Das alles möchte Ingrid Weidner gar nicht. Die 84-Jährige möchte mit ihrem Handy einfach nur ordentlich telefonieren. Wegen der ständigen Netzsuche hat sie ihr Gerät seit einigen Tagen fast immer aus. "Ich schalte es nur ein, wenn ich nach Oybin oder Zittau fahre, um zu prüfen, ob eine Nachricht eingegangen ist", sagt die Lückendorferin.

Auch der Handwerker, der zurzeit in ihrem Haus zugange ist, müsse immer wieder nach Oybin fahren, um mit seinem Handy telefonieren zu können. In Lückendorf hat er ebenfalls keinen Empfang. "Es ist ja zu verstehen, wenn gebaut wird. Das freut mich. Aber dass man so gar keine Informationen bekommt, ärgert mich wirklich sehr", sagt Ingrid Weidner.

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