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Bautzen

Teure Schäden in Bautzens Stadtwald

Eine Viertelmillion muss die Stadt mehr ausgeben. Die Lage durch Sturm und Borkenkäfer wird immer schlimmer.

Im Bautzener Stadtwald gibt es massive Schäden.
Im Bautzener Stadtwald gibt es massive Schäden. © Steffen Unger

Bautzen. Schlechte Nachrichten hat Frank Wagner den Stadträten schon vor einem Jahr überbracht. Doch nun ist die Lage in Bautzens Stadtwald weitaus schlimmer, sagt der Leiter des städtischen Forstbetriebes. „Die Borkenkäferschäden haben ein katastrophales Ausmaß angenommen.“ Das hat auch finanzielle Konsequenzen: Die Stadt muss erneut mehr Geld für die Bewirtschaftung ihres Waldes ausgeben. Schon im Vorjahr waren vor allem durch die Folgen der Stürme „Herwart“ und „Friederike“ Mehrkosten von 120.000 Euro aufgelaufen, nun sind es gar 250.000 Euro.

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Der Borkenkäfer breitet sich im Stadtwald rasant aus. „Wir sind nur am Aufräumen“, sagt Frank Wagner. Trotzdem komme man nicht hinterher, die kranken Bäume aus dem Wald zu holen, obwohl vier Unternehmen im Einsatz seien und man einen zusätzlichen Forstwirtschaftsmeister eingestellt habe. „Wir sind nicht in der Lage, das in den Griff zu bekommen“, konstatiert Wagner. Da die Situation sachsenweit und darüber hinaus ähnlich ist, werde es immer schwieriger, Spezialfirmen für das Bergen des Holzes zu beauftragen – und wenn dann zu höheren Preisen. Das habe den enormen Kostenanstieg verursacht.

60 Prozent Fichtenwald

In Bautzens Stadtwald, der sich am Czorneboh über 1 300 Hektar erstreckt, hat der Borkenkäfer leichtes Spiel. Der Wald besteht zu 60 Prozent aus Fichten, die nach Stürmen, heißen Sommern und fehlenden Niederschlägen geschwächt und anfällig sind. An eine normale Waldbewirtschaftung sei momentan überhaupt nicht zu denken, so Wagner. So seien in diesem Jahr bereits etwa 22.000 Festmeter angefallen – ausschließlich Schadholz. Regulär eingeschlagen werden sollten 13.500 Festmeter. Die Auswirkungen seien mittlerweile auch für den Laien schon deutlich sichtbar. „Wir haben große Kahlflächen, die neu bestockt werden müssen“, erklärt Frank Wagner. Doch wann das erfolgen kann, sei noch nicht absehbar. Der erst Ende 2018 vorgelegte Zehn-Jahres-Plan, in dem die Maßnahmen für die Bewirtschaftung des Waldes festgelegt sind, sei nicht mehr haltbar. „Der ist jetzt schon überholt“, so Wagner.

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