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Wölfe töten zwei Schafe in Miltitz

Die Raubtiere haben in Sachsen in diesem Jahr bisher 189 Tiere gerissen. Bautzens Landrat findet den Zustand für Nutztierhalter unerträglich.

Wölfe haben jetzt zwei Schafe im Nebelschützer Ortsteil Miltitz gerissen. Bautzens Landrat fordert erneut eine Regulierung der Wolfsbestände.
Wölfe haben jetzt zwei Schafe im Nebelschützer Ortsteil Miltitz gerissen. Bautzens Landrat fordert erneut eine Regulierung der Wolfsbestände. © dpa-Zentralbild

Nebelschütz. Wölfe haben in der Nacht zum 5. Oktober im Nebelschützer Ortsteil Miltitz zwei Schafe getötet. Das bestätigt eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie. Dort ist Sachsens Fachstelle Wolf angesiedelt.

Der Sprecherin zufolge befanden sich die beiden Tiere in einer Koppel am Ortsrand. Beim Angriff der Wölfe seien die Schafe aus der Koppel ausgebrochen. Ein Tier wurde dann am Feldrand gerissen, auf das Feld gezogen und dort gefressen. Das andere Schaf flüchtete in Richtung Ort und wurde dort gerissen. "An der Stelle befindet sich der Stall, in dem die Schafe im Winter eingestallt waren", erklärt die Sprecherin. "Es ist davon auszugehen, dass das Schaf in eine sichere Umgebung flüchten wollte." Der Tierhalter werde für den Verlust der beiden Schafe entschädigt.

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Die meisten Risse gab es in der Oberlausitz

Wölfe haben in diesem Jahr in Sachsen bisher 189 Tiere getötet - meist Schafe. Das Landesamt nennt aber auch Ziegen, Rinder, Alpakas und andere Tiere als Opfer.

Die meisten Risse gab es in der Oberlausitz, aber auch im Leipziger Land und im Raum Meißen stillten die Raubtiere schon ihren Hunger. Im vergangenen Jahr töteten Wölfe in Sachsen insgesamt 326 Tiere.

Bautzener Landrat fordert Regulierung

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In einer ersten Reaktion verweist Bautzens Landrat Michael Harig (CDU) auf die Vielzahl seiner "Aktivitäten zur Schaffung rechtlicher Grundlagen für eine wirksame Regulierung der Wolfsbestände". Die Lausitz sei im europäischen Maßstab am meisten mit Wölfen besiedelt. "Wir fordern deshalb die Regulierung der Wolfsbestände nach dem Vorbild anderer auch der EU angehöriger Staaten. Nur so ist es möglich, einen wirklichen Interessenausgleich zwischen dem Artenschutz und der Weidewirtschaft zu erhalten. Für Nutztierhalter ist der gegenwärtige Zustand schier unerträglich", so Harig, der in seiner Freizeit selbst Schafe züchtet.

Die AfD-Fraktion im Bautzener Kreistag fordert unterdessen die "Entnahme" des Rudels, auf dessen Konto die jüngsten Risse von Schafen wahrscheinlich gehen.

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