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Wer trägt Schuld an der Chemie-Explosion?

Bei dem Unfall nahe Liberec vor einem Jahr wurden acht Arbeiter verletzt, einer davon starb. Nun ist die Ursache geklärt - und der Betrieb soll Strafe zahlen.

Ärztliche Hilfe brauchten wegen der Schadstoffe in der Luft auch Feuerwehrleute, die nach der Explosion im Einsatz waren.
Ärztliche Hilfe brauchten wegen der Schadstoffe in der Luft auch Feuerwehrleute, die nach der Explosion im Einsatz waren. © HZSLK

Ein Jahr nach dem tödlichen Chemie-Unfall im November vorigen Jahres im Entsorgungsbetrieb für Sondermüll in Hamr na Jezeře bei Liberec (Reichenberg) steht die Ursache fest. Mitarbeiter der regionalen Arbeitsaufsichtsbehörde der Regionen Ústí nad Labem und Liberec untersuchten den Vorfall.

Laut Meinungen der Experten sollen technologische Verfahren nicht eingehalten worden sein. Die Berichte zeigen auch, dass die Mitarbeiter des Unternehmens die Grundsätze des Arbeitsschutzes grob verletzt haben, wie Polizeisprecherin Ivana Baláková diese Woche gegenüber dem Nachrichtenportal idnes.cz berichtet . "Zum Beispiel, indem sie nicht die vorgeschriebene Schutzausrüstung verwendeten."

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Nach der Inspektion beschloss die Aufsichtsbehörde, dem für die Entsorgung der gefährlichen Abfälle verantwortlichen Unternehmen Purum wegen mehrfacher Verstöße gegen die Verpflichtungen eine Geldstrafe von 1,32 Millionen Kronen (knapp 50.000 Euro) aufzuerlegen. Die steht aber nicht endgültig fest, denn bisher fehlt eine Aussage des Betriebs dazu. Auch bei der Polizei gehen die Untersuchungen weiter, denn konkret beschuldigt werden kann noch keiner.

Bei der Explosion erlitten acht Arbeiter Verletzungen, wovon einer später im Krankenhaus starb. Nicht nur Retter, Feuerwehrleute und Polizisten, sondern auch Sanitäter, die sich in Krankenhäusern um die Verletzten kümmerten, kamen mit den ausgetretenen Chemikalien in Kontakt. Viele klagten über Atem- und Hautprobleme, weil hochkonzentrierte Schwefelsäure und stark basisches Natriumhydroxid unter Zusatz anderer chemischer Verbindungen in die Luft gelangten. Einer früheren Aussage zufolge führte das Einatmen dieser Substanzen zum Tod eines 63-jährigen Mitarbeiters des Unternehmens.

Seit dem Vorfall sind fünf Rettungswagen und ein Notarzt-Auto außer Betrieb, die in Kontakt mit den Verletzten standen. Die Fahrzeuge mussten dekontaminiert werden und warten auf eine technische Inspektion. Die ist Voraussetzung für den Wiederbetrieb.

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