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Gewählter tschechischer Präsident besucht Grenzregion zu Sachsen

Der als arm geltende Schluckenauer Zipfel, der weit nach Sachsen hineinreicht, hat Besuch von Petr Pavel bekommen. Die Menschen dort hatten nicht für ihn gestimmt.

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Česká Kamenice: Petr Pavel, designierter Präsident von Tschechien, trifft zu einem Treffen mit Stadträten und Bürgern ein.
Česká Kamenice: Petr Pavel, designierter Präsident von Tschechien, trifft zu einem Treffen mit Stadträten und Bürgern ein. © Ondřej Hájek/ČTK/dpa

Sluknov/Prag. Der gewählte tschechische Präsident Petr Pavel hat zwei Wochen vor seiner Amtseinführung eine weitere strukturschwache Randregion an der Grenze zu Deutschland besucht. Auf dem Schloss in Šluknov (Schluckenau) traf er am Donnerstag mit Bürgermeistern des Schluckenauer Zipfels zusammen, der weit in sächsisches Gebiet hineinragt. Die einst durch die Textilindustrie geprägte Gegend leidet unter Armut und Abwanderung. Sie hat heute noch rund 40.000 Einwohner.

Auf dem Marktplatz in Česká Kamenice kam Ex-General Pavel mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen. Zum Abschluss der Reise durch Nordwestböhmen war ein Besuch in einer Schule in einem sozial benachteiligten Stadtteil von Ustí nad Labem (Aussig an der Elbe) vorgesehen. Vor rund einer Woche machte Pavel bereits in der westlichen Region um Karlovy Vary (Karlsbad) Station.

Der 61-Jährige hatte in der Stichwahl um das Präsidentenamt in Tschechien Ende Januar mit 58,3 Prozent der Stimmen den populistischen Ex-Ministerpräsidenten Andrej Babiš geschlagen. In den beiden Regionen, die Pavel nun besuchte, stimmten die Menschen indes mehrheitlich für Babis. "Ich will nicht nur der Präsident meiner Fans sein, sondern auch denen zuhören und dienen, die mich nicht gewählt haben", sagte Pavel der Agentur ČTK zufolge. (dpa)