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Wölfe töten vier Kälber

Der Angriff hat sich in der Region Liberec nahe der polnischen Grenze ereignet - und war nicht der erste. Ein Teil der Herde ist seither auf der Flucht.

Symbolbild
Symbolbild © Thomas Warnack/dpa

Wölfe haben bereits Ende 2020 eine Färsenherde in der Nähe von Višňová u Frýdlantu (Weigsdorf) in der Region Liberec (Reichenberg) angegriffen, seither ist ein Teil der Kühe auf der Flucht. Vier Kälber sind damals ums Leben gekommen. Weitere verängstigte Tiere durchbrachen einen Elektrozaun und flohen ins nahe gelegene Polen.

Die Herde gehört zum Landwirtschaftsbetrieb Grain. Nach Aussage von Mitarbeiterin Lenka Sejkorová gegenüber tschechischen Medien kehrten einige inzwischen alleine zurück, andere konnten gefangen werden. Doch fünf Tiere durchstreifen immer noch die polnische Gegend. "Wir wissen, wo sie sind, haben Heu dorthin gebracht, konnten sie bisher aber nicht fangen", berichtet Lenka Sejkorová. Ihr zufolge kooperiert das Unternehmen mit den örtlichen Behörden und der Polizei.

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Und die warnen vor allem Autofahrer im nahe gelegenen Bogatynia (Reichenau) vor den entlaufenden Kühen. "Sie sollten nicht gefüttert oder angesprochen werden, um zum Beispiel Fotos zu machen", heißt es. Die verängstigten Tiere könnten auf die Straße rennen. "Wir fordern die Fahrer auf, äußerst wachsam zu sein."

Grain bewirtschaftet rund 3.000 Hektar Fläche, die Hälfte davon als Weideland. Da der Betrieb eine biologische Viehzucht hat, sind die Tiere den größten Teil des Jahres draußen - in einem eingezäunten Bereich. Doch bereits 2019 waren Wölfe auf eine Weide des Unternehmens gelangt. "Sie haben sogar ein Kalb angegriffen, das gerade geboren wurde", sagt Lenka Sejkorová. "Wir haben nicht nur das verloren, sondern auch die Mutterkuh erlag dem Stress." Vor zwei Monaten griff das Wolfsrudel eine Herde auf einer eingezäunten Weide in Andělka (Engelsdorf) nahe der polnischen Grenze an.

Erste Sichtung vor sieben Jahren

Wölfe ziehen seit Jahren durch die Region Liberec. Erstmals konnte ihr Aufkommen 2014 mit Fotofallen in der Daubaer Schweiz bestätigt werden. Zur gleichen Zeit erschienen Informationen über ihr Erscheinen im Isergebirge und Frýdlant. Die dortigen Fotofallen bestätigten das jedoch erst im Oktober vorigen Jahres. In der Vergangenheit haben Wölfe mehrmals Schafherden in Frýdlant angegriffen und ihren Besitzern großen Schaden zugefügt. Laut Züchtern verlieren Wölfe ihre Schüchternheit und haben keine Angst vor Menschen. Das bestätigt auch Lenka Sejkorová. So war der Angriff auf das gerade geborene Kalb am helllichten Tag.

Der Wolf ist in Tschechien geschützt und der Staat zahlt eine Entschädigung für von ihm getötete Tiere. Es werden auch finanzielle Hilfen zum Schutz der Herden gewährt. "Die Schäden durch Wölfe steigen", sagt Filip Boob, Sprecher der Region Liberec, gegenüber tschechischen Medien. Nach 23 Vorfällen im Jahr 2019 liefen voriges Jahr 29 auf. Allein in den vergangenen zwei Jahren lagen die Entschädigungszahlungen bei über 300.000 Kronen (11.500 Euro).

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