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Wantewitzer züchten Fjordpferde

Zur ersten Fohlenschau kommen die Züchter gleich zu Ulrich Vité nach Stauda gelaufen.

© Kristin Richter

Von Birgit Ulbricht

Stauda. Georgina hat ihre Sache gut gemacht – und Züchterin Ulrike Jäpel aus Wantewitz strahlt. Unbefangen trabt das kleine Stutfohlen an der Seite seiner Mutter Glenn durch den Parcours. Übermütig springt das Pferdemädchen los, mal fliegen die kleinen Hufe seitwärts. Übermütig wie ein junges Fohlen eben. Georgina ist ein Fjordpferd und damit eine Randerscheinung beim diesjährigen Fohlenchampionat im Pferdezuchtbetrieb von Ulrich Vité. Hier laufen sonst nur künftige Sportler auf – Deutsches Reitpferd und Warmblut.

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14 Fohlen, fünf Stuten und vier Hengste, präsentierten sich am Freitag in Stauda, um sich hier für das Championat am Sonntag in Moritzburg zu qualifizieren. Denn darauf kommt es beim diesjährigen Nachwuchs an: die Aufmerksamkeit der Preisrichter erregen und möglichst von der Startlinie des Lebens an für Furore zu sorgen. Die Preisrichter bescheinigten den jungen Stuten dieses Jahrgangs „schöne Gesichter“, „grazile, edle Auftrittsformen“ und den neu geborenen Hengsten jetzt schon den „typischen Auftritt ihres Geschlechts“.

Hier darf unbekümmert mit Klischees gearbeitet werden und so mancher der Zuschauer musste bei diesen Worten schmunzeln. Aber es kommt natürlich tatsächlich auf den guten Körperbau an, auf sportliche Gene, die schon früh erkennbar sein sollten, und auf Ausstrahlung. Die Show stahl den Debütanten allerdings Soraja. Die Kleine kam am Donnerstag, 17.50 Uhr, auf die Welt und wurde von Vités liebevoll gezeigt – außerhalb jeder Wertung, aber dafür als klarer Sieger der Herzen. In ein paar Jahren wird auch dieses Fohlen ein „echter Typ“ sein, wie die Züchter sagen. Die guten Anlagen sind schon nach wenigen Stunden zu sehen.

Ein Händchen für Sieger

Doch wie Typen jeweils zu sein haben, das ist wie bei jeder Zucht auch ein wenig dem Zeitgeist unterworfen. Wo werden die Pferde später eingesetzt, was ist der Geschmack der Reiter und Verbände? Georgina kümmert das alles nicht. Sie wird einmal zum Reitpferd für Kinder oder ein Kutschpony und hoffentlich von ihrer neuen Familie einfach nur geliebt. Vielleicht wird sie ja irgendwann selbst Mutterstute. Die guten Gene bringt sie allemal mit. Aber dabei unterscheidet sie etwas von ihren edlen Mit-Gefährten bei der Fohlenschau.

Georgina ist noch ganz natürlich gezeugt. Ulrike und Steffen Jäpel sind mit ihrer Stute Glenn nach Pirna ins Landgut Kemper & Schlomski gefahren – zu Valentino, einen bundesweit mehrfach prämierten Hengst – und Papa von Georgina. Da könnte so manches Deutsche Reitpferd schon fast wieder neidisch werden. Für sie kommen solche Ausflüge längst nicht mehr infrage. Im Zuchtbetrieb Vité werden jedes Jahr die Videopräsentationen und Prospekte der Hengststationen nach potenziellen Vätern durchsucht.

Die wichtigen Vorführungen sehen sich die Züchter natürlich live an. Der Blick geht auf gute Abstammung, sportliche Erfolge, Typus und Ausdruck. Und wer entscheidet, welcher Hengst für eine der zehn Zuchtstuten der Vités der Richtige ist? „Der Familienrat“, sagt Dominique Vité lachend. Mehr verrät die 25-Jährige nicht. Offenbar haben Vités ein Händchen für Sieger. Von den neun tollen Fohlen, die sie am Freitag vorführten, haben sie eines ausgesucht, das am Sonntag in Moritzburg beim Championat angetreten ist. Ein Hengstfohlen in Springabstammung. Der Kleine hat gewonnen.

Georgina ist Championatsfohlen

Georgina hat es nicht so weit gebracht. Platz vier in Moritzburg. „Sie hätte sich im Trab etwas besser zeigen können, aber sie war müde. Vielleicht war Stauda schon aufregend genug“, meinte Züchterin Ulrike Jäpel gestern nach dem Auftritt in Moritzburg. Enttäuscht ist die Wantewitzerin keineswegs, denn Georgina darf jetzt den Titel „Championatsfohlen“ führen. Das ist doch schon etwas. Außerdem lernen die Jäpels bei solchen hochkarätigen Veranstaltungen gleich andere Züchter und mögliche Käufer kennen. Die Pferdezucht ist mehr Liebhaberei. Der Pensionspferdebetrieb und die weißen Galloways sind dagegen der eigentliche Erwerb.