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Rothenburgs Quellen versiegen nicht

Die letzten Hausbrunnen haben ausgedient. Damit wird die Versorgung jetzt sicherer. Doch das Wasser macht einen erstaunlichen Weg.

Silvia und Harald Schönberg (Mitte) sind froh, dass Dunkelhäuser jetzt mit der zentralen Trinkwasserversorgung verbunden ist.
Silvia und Harald Schönberg (Mitte) sind froh, dass Dunkelhäuser jetzt mit der zentralen Trinkwasserversorgung verbunden ist. © André Schulze

Der Anschluss von Dunkelhäuser an die zentrale Trinkwasserversorgung von Rothenburg ist perfekt. Nachdem die Bauarbeiten schon Ende Juni abgeschlossen werden konnten, sind jetzt auch alle notwendigen Abnahmen erfolgt. Wenn das Wasser jetzt aus der Leitung kommt, hat es schon einen langen Weg hinter sich.

Stadtwerkechef Ulrich Engelmann fällt ein Stein vom Herzen. Die Mühen der vergangenen Monate haben sich gelohnt. Im April 2019 hatte die Stadt Rothenburg beherzt zugegriffen, als der Freistaat ein Förderprogramm auflegte, das so nicht unbedingt zu erwarten war. "Wahrscheinlich kam der politische Druck vor allem aus dem Erzgebirge. Dort wurden bisher noch viele Hausbrunnen betrieben. Durch die zunehmende Trockenheit gab es wohl Probleme."

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Bauarbeiten werden preiswerter als gedacht

Die hatten auch die Einwohner von Dunkelhäuser. Nicht nur, dass der notwendige Wasserdruck für den Betrieb von Wasch- und Spülmaschinen oft nicht mehr vorhanden war. Auch die Laborwerte des aus fünf bis sechs Meter nach oben gepumpten Wassers machten die Probleme deutlich.

Knapp fünf Kilometer Leitungen wurden von der Hauptleitung bei Noes bis hinüber nach Dunkelhäuser verlegt, direkt bis zu den Häusern der Grundstückseigentümer. Laut Förderantrag belaufen sich die Kosten dafür auf 436.000 Euro. Davon kamen 283.000 Euro aus dem Förderprogramm. Zwar liegen die Endabrechnungen noch nicht vor, "aber wir haben preiswerter gebaut als angenommen", ist sich Engelmann sicher. Ausschlaggebend dafür war eine optimierte Planung. Durch die Herbsttrockenheit musste in den Schachtlöchern zudem kein Wasser abgepumpt werden.

Ein Saugbagger half bei der unterirdischen Rohrverlegung der Trinkwasserleitung vom Abzweig Noes nach Dunkelhäuser.
Ein Saugbagger half bei der unterirdischen Rohrverlegung der Trinkwasserleitung vom Abzweig Noes nach Dunkelhäuser. © Archivfoto: André Schulze

Die Anschlusskosten halten sich für die Anwohner - gegenüber ursprünglichen Befürchtungen - im Rahmen. Zweierlei Beiträge sind zu bezahlen: für den technischen Anschluss und die versorgte Grundstücksgröße. Nach Angaben des Stadtwerkechefs reicht die Spanne in der ersten Kategorie von einigen hundert bis knapp über 1.000 Euro. In der zweiten Kategorie sind zwischen 700 und 2.000 Euro zu zahlen, lediglich ein Gewerbebetrieb liegt darüber.

Kein Versorgungsengpass in Rothenburg

Wenn das Trinkwasser in Dunkelhäuser aus dem Hahn fließt, dann kommt es fast zu seinem Ursprung zurück und hat zwischendurch etliche Kilometer zurückgelegt. Denn die Rothenburger Stadtwerke zapfen im Wald bei Dunkelhäuser in etwa 25 Meter Tiefe das Grundwasser an und leiten es danach zur Aufbereitung ins Wasserwerk in die Neißestadt. Dort auf den erforderlichen Qualitätsstandard gebracht, fließt es unter anderem zurück nach Dunkelhäuser.

Ein Versorgungsengpass ist trotz der letzten drei heißen Jahre nicht zu spüren. Entsprechend der Messungen befindet sich laut Ulrich Engelmann noch genug Wasser in der Tiefe unter Rothenburg. So können die Stadtwerke auch weiterhin jährlich rund 200.000 Kubikmeter an ihre Abnehmer liefern. Lediglich 1.500 davon fließen künftig in die 25 Haushalte in Dunkelhäuser.

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