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Anwohner beklagen zunehmende Raserei in Schleife

Selbst „Rechts vor Links“ an der Hoyerswerdaer Straße hält nicht davon ab. Jetzt gab‘s eine Bürgerbefragung – mit überraschendem Ergebnis.

Am Mitteltorweg in Schleife gilt „Rechts vor Links“. Ob die Anlieger dort bald Vorfahrt auf der Hoyerswerdaer Straße gewähren müssen, ist ein strittiges Thema. Die Reaktion darauf bisher: Unentschieden ...
Am Mitteltorweg in Schleife gilt „Rechts vor Links“. Ob die Anlieger dort bald Vorfahrt auf der Hoyerswerdaer Straße gewähren müssen, ist ein strittiges Thema. Die Reaktion darauf bisher: Unentschieden ... © Joachim Rehle

Schleife. Soll die Hoyerswerdaer Straße in Schleife zu einer Hauptstraße werden? Die Frage beschäftigt den Ortschaftsrat seit geraumer Zeit. Bisher gilt an den Seitenstraßen die Rechts-vor-Links-Regelung, was ganz automatisch dazu führt, dass Fahrzeuge langsamer fahren. Das war auch wichtig, so lange sich an der Ecke Hoyerswerdaer/Schulstraße die Schule befand. Seit die Schüler jedoch im neuen Schulkomplex an der Spremberger Straße lernen, erhebt sich für manchen die Frage, ob die Regelung somit nicht überflüssig ist. Die Anlieger hingegen kritisieren, dass die Raserei zugenommen hat – trotz „Rechts vor Links“. Für sie ist die Beibehaltung der bisherigen Verkehrsregelung eine Frage der Sicherheit, da die Straße auch weiterhin von vielen Kindern zu Fuß oder mit dem Rad als Schulweg genutzt wird.

Aus Bürgersicht sei bislang aber nur geredet worden, so lautet ein Vorwurf an den Ortschaftsrat Schleife. „Mit einer Bürgerbefragung wollten wir zeigen, dass wir das Thema und die Sorgen der Anlieger ernstnehmen“, erklärt Ortvorsteher Wolfgang Goldstein. Daraufhin wurde in der November-Ausgabe des Schleifer Amtsblatts ein Fragebogen veröffentlicht. Die Bürger sollten ankreuzen, ob auf der Hoyerswerdaer Straße die Rechts-vor-Links-Regel an der Einmündung Mitteltorweg/Alter Postweg, an der Schulstraße/Sportklause sowie an der Lindenstraße aufgehoben werden soll (dann würde die Hoyerswerdaer zur Hauptstraße) oder ob alles bleiben soll wie bisher. Mit einer zweiten Frage wollte der Ortschaftsrat die Meinung der Bürger wissen, ob auf dem Werksweg zur Verkehrsberuhigung eine Aufpflasterung als Hindernis aufgebracht werden soll, und, wenn ja, in Höhe welchen Grundstücks.

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Nach einer ersten Auswertung sieht die Sache „sehr, sehr unentschieden“ aus, so Wolfgang Goldstein. Er müsse sich selber die Kritik annehmen, dass der Fragebogen im Amtsblatt nicht eindeutig genug war. „Wir haben nicht bedacht, dass sich auch Leute äußern, die dort bloß schnell durchfahren wollen“, begründet er. Die Hoyerswerdaer Straße ist eine Abkürzung, wenn man aus Richtung Spremberg kommend nach Boxberg oder Hoyerswerda zur Arbeit will. Den Berufspendlern käme deshalb die Aufwertung der Hoyerswerdaer zur Hauptstraße gerade recht. Für die Anwohner ist die Vorstellung ein Graus. Man könne beide Seiten verstehen, so Goldstein.

Mehr als 50 Fragebögen aus dem Amtsblatt wurden zurückgeschickt. Im Ortschaftsrat freut man sich über die große Resonanz. Gemeinde- und Ortschaftsrätin Stephanie Bierholdt hat die Daten als Diskussionsgrundlage grafisch aufbereitet. Aus 48 Prozent der Zettel geht hervor, dass alles „bleiben soll, wie es ist“. 80 Prozent der Bürger mit eben dieser Meinung sind Anlieger. Diejenigen noch gar nicht mitgezählt, die den Ortsvorsteher „auf kurzem Wege“ direkt ansprachen. Man werde mehr Gewicht auf die Wünsche der Anlieger legen, lässt er durchblicken, weil es eben auch ein Schulweg ist. Aber noch sei das Ergebnis völlig offen.

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In der Abwägung des Für und Wider beider Varianten steht beispielsweise auch die Frage, was die Aufwertung der Hoyerswerdaer zur Hauptstraße für einen Schilderwald an den vielen Einmündungen bedeuten würde und was das kostet. Um sich im Ortschaftsrat eine Meinung bilden und zu einer Entscheidung durchringen zu können, soll es im nächsten Schritt eine Beratung mit Fachleuten geben.

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