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Boxberg will weiter in Feuerwehren investieren

Beschlossen wurde der angepasste Brandschutzbedarfsplan allerdings noch nicht.

Hier war die Boxberger Feuerwehr bei einem Lkw-Unfall auf der B 156 im Einsatz.
Hier war die Boxberger Feuerwehr bei einem Lkw-Unfall auf der B 156 im Einsatz. © Rolf Ullmann

Aktuell „echt gut ausgestattet“ sind die neun Ortsfeuerwehren der Gemeinde Boxberg. Das gelte sowohl für Technik als auch Gebäude. So war es am Montagabend im Gemeinderat zu vernehmen. Ebenso sei die personelle Ausstattung „grundsätzlich vernünftig“. Jedoch könne die Einsatzbereitschaft einzelner Wehren am Tage nur in Kooperation mit anderen erreicht werden wie auch mit der Werksfeuerwehr der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag). In allen Wehren sei die Zahl der Atemschutzgeräteträger zu gering. Außerdem bleibe die Gewinnung von Nachwuchs Schwerpunkt.

So fasste Hauptamtsleiter Arian Leffs in der Sitzung des Gemeinderats die Situation zusammen. Die Räte hatten sich mit der Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans zu befassen. Dieser ist, so besagt es eine Vorgabe des Freistaats, alle drei bis fünf Jahre zu aktualisieren. Nötig ist das auch, um Fördermittel beantragen zu können.

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Umbau zweier Gerätehäuser

Zunächst war der überarbeitete Brandschutzbedarfsplan Thema im Verwaltungsausschuss. Der Entwurf der 15-seitigen finalen Fassung ging allen Gemeinderäten erst zu Beginn der Sitzung am Montag als Tischvorlage zu. Dabei war auf die 14 Anlagen mit insgesamt 35 Seiten voller technischer und statistischer Daten verzichtet worden. Eine Anlage enthält zum Beispiel die Messfahrten bezüglich der Einsatzzeiten der einzelnen Wehren, eine andere Anlage die Verkehrsprognose für die B 156. Um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei es nach Aussage von Arian Leffs etwas ruhiger geworden, dennoch wolle man die Anlage dazu beibehalten.

Über die Jahre sind alle Gerätehäuser saniert worden. Eine Überprüfung ergab, dass in Boxberg für getrennte Umkleideräume umgebaut werden müsste. „Die Räume könnten aber problemlos im vorhandenen Gebäude ausgebaut werden. Deshalb sollten die Mittel in den nächsten Jahren im Haushalt eingestellt werden“, heißt es in dem Entwurf. Und auch in Mönau/Rauden müsste zeitnah umgebaut werden, damit sich die Kameraden dort im Gerätehaus umziehen können.

Nach Bekleidung auch neue Technik

Alle Feuerwehren in den Ortsteilen verfügen über Funkmeldeempfänger. Weitere Geräte sollen je nach Personalstärke angeschafft werden. Abgesehen davon sei an allen Standorten die Alarmierung mit Sirenen gegeben. Mit Ausnahme von Mönau/Rauden. Für eine neue Sirene hatte Robin Zieger 2018 sogar Unterschriften gesammelt. Inzwischen Gemeinderat (WV Heimatverein Uhyst) hatte er das Thema seither mehrfach angemahnt, auch am Montag wieder. In der Gemeinde hingegen sieht man dafür wegen der Alarmierung durch Pieper keine Notwendigkeit.

Erst im Frühjahr 2020 hatte die Gemeinde Boxberg alle knapp 200 Frauen und Männer in den neun Ortswehren für eine Viertelmillion Euro mit neuer Einsatzbekleidung ausgestattet und etwas mehr als 100.000 Euro selbst dazu beigesteuert. In den nächsten fünf Jahren soll außerdem für 1,36 Millionen Euro neue Technik angeschafft werden, was jedoch nur mit Fördermitteln machbar ist. So benötigt die Feuerwehr Uhyst wegen ihrer Lage an der B 156 und der elektrifizierten Bahnstrecke ein Hilfeleistungsfahrzeug, „um die Hilfsfristen der technischen Hilfeleistung einhalten zu können.“ Gleiches gelte für die Feuerwehr Klitten. Auch müssten die Schließzeiten der Schranken an den Bahnübergängen der neu ausgebauten Strecke beobachtet und in den nächsten Brandschutzbedarfsplan eingearbeitet werden.

Mehr Anreize für Bürger schaffen

In der Gemeinde Boxberg mit ihren 18 Ortsteilen sucht man nach Anreizen, um mehr Bürger für den aktiven Dienst in den Feuerwehren zu gewinnen. Ideen gebe es so einige, etwa den Erlass der Grundsteuer für die Kameraden oder ein ganzjähriges Frei-Ticket zum Parken am Bärwalder See. „Bisher haben wir aber noch nicht wirklich etwas gefunden, was auch rechtlich durchsetzbar ist“, erklärte Arian Leffs. Für den Nochtener Ortsvorsteher Mario Weier sei der Lkw-Führerschein womöglich ein solcher Anreiz für junge Leute. Er berichtete, dass acht Kameraden der Nochtener Wehr einmal nicht ausrücken konnten, weil sie keinen Lkw-Fahrer hatten.

Um die Führung von Feuerwehreinsätzen auch tagsüber zu sichern, soll über einen hauptamtlich angestellten Gemeindewehrleiter nachgedacht werden. Wie Robin Zieger befand, würde sich dies allerdings mit dem Anfang 2020 beschlossenen Haushaltsstrukturgesetz beißen. Das sei nach Aussage aus der Verwaltung nicht zu befürchten. Es handle sich ja um keine zusätzliche Stelle. Vielmehr könnte eine der in den nächsten Jahren altersbedingt frei werdenden Stellen dafür genutzt werden.

Keine Pflicht für größere Boote

Einige Räte beschäftigt die Frage, ob die Gemeinde Boxberg womöglich ihre Feuerwehr für die Wasserrettung aufrüsten muss, wenn eines Tages ein Fahrgastschiff auf dem Bärwalder See fährt. Dazu gebe es keinerlei Verpflichtung, so Arian Leffs.

Beschlossen wurde der überarbeitete Brandschutzbedarfsplan am Montag nicht. Armin Hoffmann (WV Kringelsdorf) beantragte stattdessen, den Beschluss zu vertagen. „Auf Zuruf kann ich das nicht entscheiden. Ich muss mir die Unterlagen durchlesen können“, begründete er. Auch wolle er sämtliche Anlagen mit den technischen und statistischen Daten per Mail geschickt bekommen. Andere Räte sahen das offenbar genauso. So erschlossen sich Gunna Sock (WV Boxberg) die Zahlen des Investitionsplans nicht. Auch habe er Bedenken, was den Umbau des Gerätehauses Boxberg angeht. Dass zu der Tischvorlage noch Redebedarf besteht, konnte Bürgermeister Achim Junker (CDU) nachvollziehen.

Einstimmig folgten die Räte dem Antrag auf Vertagung. Die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplans soll im November nochmals Thema im Gemeinderat sein und dann auch beschlossen werden.

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