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Das Gute an schlechten Zeiten

Vielleicht haben wir bald einen Sport-, einen Gesundheits- und einen Glas-Campus im wunderschönen Weißwasser! - Schwärmt unser Kolumnist.

Symbolfoto
Symbolfoto © fauxels/pexels

Der Lockdown in seiner ganzen Länge und Breite führt spürbar zu Ermattungserscheinungen, aber auch zu einer veränderten Sicht darauf, was uns etwas wert ist – bis hin zu neuen Formen des Miteinanders. Ein Beispiel ist die Initiative von Händlern, Modellstadt zu werden. Verwundert reibt man sich die Augen. Denn vor allem von außen betrachtet, ist unsere Stadt bisher nicht unbedingt bekannt für Einigkeit im Sinne des „An-einem-Strang-Ziehens“. Pandemie und Strukturwandel wirken ein bisschen wie eine Hochdruck-Augendusche: Man sieht klarer, worauf es ankommt.

Wenn ich so mit frisch gespülten Augen Richtung Zukunft schaue, scheinen mir neben Handel und lebendiger Innenstadt vor allem zwei Dinge enorm wichtig für die zukünftige Lebensqualität und Standortattraktivität Weißwassers zu sein: Bildung und Gesundheit. Weißwasser besitzt ein diverses Angebot an Schulen, das durch die Freie Schule und das Gymnasium für eine Kleinstadt üppig erscheint. Musikschule, Volkshochschule und Berufsschulzentrum ergänzen die Palette. Auch ein Krankenhaus haben wir. Dieses ist sogar „Modellprojekt“ und will sich für die Zukunft fit machen.

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Wenn nun, angelockt durch neue Jobs, mehr Menschen erwägen, nach Weißwasser zu ziehen, braucht es nicht nur guten Wohnraum, sondern ein attraktives Gesamtpaket „Stadt“. Und dazu gehören Bildungsperspektiven vor Ort. Zum Beispiel: Die schon lange angestrebte Sportschule am traditionsreichen Eishockeystandort könnte die Bildungslandschaft und das Image bereichern: Leistungszentrum Weißwasser. Dazu passt das neue Forschungsinstitut für Sporttechnologie der Handwerkskammer, welches in die Telux zieht. Bildung bringt Austausch von Menschen und Ideen in die Stadt. Die Verbindung von schulischer und weiterführender Bildung könnte genauso im Traditionsfeld Glas (wieder-)belebt werden: Glas-Campus Weißwasser 2.0. Und schließlich kann sich die Stadt mit dem modellhaften „Gesundheits-Campus“ zu einer reizvollen Kleinstadt im ländlichen Raum entwickeln. Mit vereinten Kräften könnten Verantwortliche (Räte) der Stadt also manchem Zukunftspfad die Trasse ebnen, indem sie sich über wichtige Dinge einig würden.

Täuscht mein durchgespültes Auge mich nicht, zeigt das vereinte Starkmachen für Bildung und Gesundheit ein großes Vertrauen in die Zukunft des eigenen Ortes. Dieses Signal kann außen – in Dresden oder Berlin – Entscheidungen begünstigen. Kann jungen Leuten von hier Zuversicht geben. Ein gesundes, positives Selbstbild der Heimatregion, bevor sie diese möglicherweise für eine Weile verlassen. Letztlich entscheiden auch Zu- oder Zurückziehende anhand solcher Signale, ob ein Ort für sie in Frage kommt oder nicht.

Das Gute an schlechten Zeiten: Man wächst daran. Jetzt ist die Zeit, die Pflöcke für die Zukunft einzuschlagen. Das geht besser, wenn wir bei wichtigen Dingen an einem Strang ziehen. Wir haben die Zukunft der Stadt selbst in der Hand. Vielleicht haben wir bald einen Sport-, einen Gesundheits- und einen Glas-Campus in unserer wunderschönen Stadt! Klingt nach Zukunft. Schön wäre das. Nicht nur, weil dann einige Lehrer und Eltern den Heranwachsenden weniger Negatives mit auf den Lebensweg geben könnten. Weißwasser kann Zukunft!

Unser Autor Gregor Schneider ist gebürtiger Weißwasseraner und Rückkehrer. Der Stadtplaner begleitet aktiv die Transformation der Heimatregion. Hier äußert er seine privaten Gedanken zum Stadtgeschehen.

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