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Erlebniswelt Krauschwitz unter Druck

Seit Monaten darf das Badeparadies in Krauschwitz pandemie-halber nicht öffnen. Das hat immense Folgen.

Im Vorjahr hatte die Erlebniswelt Krauschwitz von März bis Mitte Juni zu. Dies gilt auch für die Zeit seit letztem November. Das führt nun zur wirtschaftlichen Schieflage.
Im Vorjahr hatte die Erlebniswelt Krauschwitz von März bis Mitte Juni zu. Dies gilt auch für die Zeit seit letztem November. Das führt nun zur wirtschaftlichen Schieflage. © Joachim Rehle

Krauschwitz. Still ruht das Wasser in den Becken der Erlebniswelt Krauschwitz (EWK), die seit Monaten wegen Corona geschlossen hat. Lediglich Gutscheine können nach telefonischer Anmeldung erworben werden. Das reicht nicht, um die Einnahmeausfälle auszugleichen. Für Bürgermeister Tristan Mühl steht daher fest, dass Verwaltung, EWK und Aufsichtsrat schnell gemeinsam „einen Marschplan und Ideen entwickeln“ müssen, wie es weitergeht.

An Szenarien, Konzepten, Plänen sowie einem neuen Geschäftsplan für 2021 arbeitet Michael Weihrauch bereits fieberhaft. Kein leichter Start für den EWK-Geschäftsführer, der seit 28. Februar 2021 offiziell berufen ist. Anders als sein Vorgänger Jörg Funda, der noch im Herbst 2020 wegen der guten Besucherzahlen von Mitte Juni bis Oktober 2020 und staatlicher Corona-Hilfen inklusive Kurzarbeitergeld verkünden konnte, dass man „mit einem blauen Auge“ davon gekommen sei, geht es für Weihrauch ums Überleben der Einrichtung.

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Bund streicht Hilfen komplett

Grund ist die vom Bund beschlossene generelle Streichung von Corona-Hilfen für kommunale Betriebe, die seit Januar 2021 gilt und auch das Krauschwitzer Bad trifft, da die Kommune einziger Gesellschafter ist. Gab es im Vorjahr noch umsatzabhängige Ausgleichszahlungen, so Michael Weihrauch, fließe nun – bis auf Kurzarbeitergeld für die rund 20 Mitarbeiter – kein Geld mehr. Dies sei wirtschaftlich umso schmerzlicher, da Januar bis März normalerweise die stärksten Monate seien, sie nun aber keine Einnahmen bringen. „Ich bin dabei, aufzuarbeiten, wie der aktuelle Stand ist, ob wir Null-Geschäft, Verluste oder eine Überdeckung als Reserve haben“, erklärt Weihrauch. Zu wissen, wo man steht, ist wichtig. Denn auch wenn kein Geld reinkommt, laufen betrieblich erforderliche Ausgaben und finanzielle Verbindlichkeiten weiter. Ein komplettes Runterfahren des Bades ist auch kein Ausweg, da Grundgebühren bleiben und ein Hochfahren aller Systeme und Anlagen sowie Neubefüllung der Becken letztlich teurer kämen als der Standby-Modus.

Erschwerend für Bad und Gesellschafter kommt hinzu, dass an 136 Tagen im Vorjahr das Blockheizkraftwerk (BHKW) wegen technischer Defekte und erforderlicher Reparaturen ausfiel. Es ist für die Badbetreibung nötig und von der Gemeinde gepachtet, weshalb die EWK nun einen Antrag an die Gemeinde stellte, die Pacht für 2020 um rund 9.900 Euro zu minimieren. Immerhin fiel das BHKW durch defekte Wärmetauscher, Abgassensoren und Kabel ganze 4,5 Monate aus. Noch stimmte der Gemeinderat nicht über den Antrag ab. Bei der Ratssitzung am Dienstag war das Gremium wegen vieler fehlender Räte nicht beschlussfähig. Eine Entscheidung zum Antrag soll nun im April fallen.

Indes sucht Weihrauch auch bei der Interessengesellschaft Sächsischer Bäder nach Lösungswegen, Ideen und Strategien im Umgang mit der Situation. „Man muss ja das Fahrrad nicht neu erfinden.“Nur gemeinsam wird etwas erreichtAuch von politischer Seite erhoffen er und die Gemeinde sich Unterstützung. Mit einer Stellungnahme zu Lage und Auswirkungen der beschlossenen Streichung von Corona-Hilfen wendet man sich an den Sächsischen Städte- und Gemeindetag. Die Krauschwitzer sind nicht die einzigen, die dort auf Unterstützung im Kampf um Corona-Hilfe-Erhalt für Kommunalbetriebe hoffen. „Nur gemeinsam kann man was erreichen“, so Weihrauch.

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