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„Wir haben es geschafft!“

Die Jahnstraße in Weißwasser ist wieder für den Verkehr frei. Fast zwei Jahre wurde gebaut – mit Unterbrechungen.

Die Jahnstraße in Weißwasser ist wieder für den Verkehr freigegeben. Noch laufen im Umfeld aber Restarbeiten an Gehwegen und auch an Privatgrundstücken.
Die Jahnstraße in Weißwasser ist wieder für den Verkehr freigegeben. Noch laufen im Umfeld aber Restarbeiten an Gehwegen und auch an Privatgrundstücken. © Sabine Larbig

Weißwasser. Am Freitag war Bauabnahme. Während Vertreter von Stadt und beteiligten Firmen die Presse über die Straßenfreigabe informierten, liefen im Hintergrund Pflasterarbeiten an Gehwegen. Auch die Wiederherstellung von Vorgärten samt Zäunen und Zugängen, die wegen der Erneuerung unterirdischer Medien und Neuverlegungen von Hausanschlüssen zerstört wurden, waren in vollem Gange. Laut städtischem Bauamtsleiter Thomas Böse dauern die Arbeiten noch an, kommen Baumpflanzungen erst 2021. „Aber wir haben es geschafft. Die 970 Meter lange Straße ist fertig.“

Restarbeiten trotz offener Straße

Man wisse, dass es in der fast zweijährigen Bauzeit in mehreren Abschnitten viel Unmut und Ärger bei Anwohnern gab. Nicht nur wegen kaputter, einst schön gestalteter Vorgärten. Auch, weil die Zufahrt zu Grundstücken und Garagen oft lange Zeit unmöglich war, was wiederum zu Behinderungen, Umwegen, Parkproblemen führte. Gründe für die massiven Eingriffe seien das Legen der Medienanschlüsse im engen Baufeld, Widersprüche zwischen Bauplänen und tatsächlicher Lage von Kabeln und Leitungen sowie unvorhersehbare Schwierigkeiten bei Bauuntergründen, die keine Verdichtung zuließen, gewesen. Selbst eine Ausschreibung habe man aufheben und neu starten müssen. „Alles hatte zeitliche, finanzielle und emotionale Folgen“, so Böse. Umso erfreuter sei man, dass die Jahnstraße, wo viele Jahre die Regenwasserentsorgung nicht funktionierte und es Rückstaus in Grundstücken gab, nun saniert ist. „Wir danken den Anwohnern, die viel ertragen mussten, für ihr Verständnis und allen Partnern und hoffen, dass hier in den nächsten 25 Jahren nichts mehr gemacht werden muss“, erklärte Böse zur Abnahme.

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Stefan Przymosinski von den Stadtwerken (li.), Mario Brendel von der Strabag (2.v.re.), Bauamtsleiter Thomas Böse (re.) und Vertreter weiterer Firmen bei der Bauabnahme.
Stefan Przymosinski von den Stadtwerken (li.), Mario Brendel von der Strabag (2.v.re.), Bauamtsleiter Thomas Böse (re.) und Vertreter weiterer Firmen bei der Bauabnahme. © Sabine Larbig
Zäune, Wege, Vorgartenpflanzungen von Anwohnern mussten den Bauarbeiten weichen. Nun wird, soweit es geht, der einstige Zustand hergestellt und Wege gepflastert.
Zäune, Wege, Vorgartenpflanzungen von Anwohnern mussten den Bauarbeiten weichen. Nun wird, soweit es geht, der einstige Zustand hergestellt und Wege gepflastert. © Sabine Larbig

Der Straßenbau war Gemeinschaftsprojekt der Stadtwerke, die Strom-, Gas-, Wasser-, Schmutz- und Regenwasserleitung erneuerten und der Stadt, die für die grundhafte Straßensanierung zuständig war.

Allein die Stadtwerke investierten, laut Geschäftsführer Stefan Przymosinski, unterirdisch 2,8 Millionen Euro. Weitere rund 2,1 Millionen Euro brachte Weißwasser für Straßendecke, Beleuchtung und Anteil am Regenwasserkanal auf, wobei 950.000 Euro Fördermittel für Straßenbau flossen.

Kosten bleiben im Rahmen

„Glücklicherweise“, sagt Thomas Böse, „war das Projekt finanziell eine Punktlandung.“ Seit 2015 beschäftigte es Planer und Verwaltung. Seit 2016 auch den Stadtrat, der sich unter drei Varianten entscheiden musste, um Fördergelder für den Bereich vom Kreisverkehr Straße des Friedens bis Forster Straße stellen zu können. Die wurden 2017 bewilligt, so dass im Jahr darauf der erste Abschnitt zwischen Jahndamm und Gelsdorfer Straße starten konnte. Ab Sommer 2019 wurde die Jahnstraße erneut Baustelle. In einem innovativen Verfahren zogen die Stadtwerke mit Druck und heißem Dampf neue Rohre in alte ein. Das minimierte Zeit und Kosten, ersparte Anwohnern noch mehr Unannehmlichkeiten.

Während die Jahnstraße trotz Restarbeiten wieder offen ist, ist ab kommenden Montag der Kreisverkehr an der Friedensstraße/Abzweig Jahnstraße für zwei Wochen dicht. Das Vorhaben war bis zum Abschluss der Arbeiten in der Jahnstraße verschoben worden.
Kreisverkehr und Berliner Straße

Ab 19. Oktober wird im Bereich Kreisverkehr Bitumen abgefräst und erneuert, Gerinne in Ordnung gebracht und eine lange geforderte barrierefreie Gestaltung umgesetzt. Entgegen bisheriger Ankündigungen ist die Berliner Straße ab Montag ebenfalls noch nicht frei. Auch hier war am gestrigen Freitag Bauabnahme. Doch wegen des tagelangen Regens konnte die Baufirma nach der Sanierung der Straßendecke keine Fahrbahnmarkierungen aufbringen. „Wir hoffen auf trockenes Wetter. Sonst müssen wir uns was einfallen lassen. Die Straße muss schnell wieder offen sein“, so Heike Zwanzig vom Bauamt.

Übrigens: Jahn- und Berliner Straße waren für Thomas Böse die ersten Großprojekte im Stadtbauamt und sind seine letzten. Ab Frühjahr 2021 ist er im Ruhestand.

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