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Mit einem Kiosk mehr Service im Jahnbad

Das 2020 sanierte Naturbad in Weißwasser wird noch einmal zur Baustelle. Im Interesse der Besucher – und um es besser bewirtschaften zu können.

Von Constanze Knappe
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Das 2020 sanierte Naturbad in Weißwasser wird noch einmal zur Baustelle. Im Interesse der Besucher – und um es besser bewirtschaften zu können.
Das 2020 sanierte Naturbad in Weißwasser wird noch einmal zur Baustelle. Im Interesse der Besucher – und um es besser bewirtschaften zu können. © Joachim Rehle

Die ersten Strahlen der Frühlingssonne geben einen Vorgeschmack auf die warme Jahreszeit. Und sie drängen zur Eile. Denn bevor das Jahnbad in Weißwasser am 1. Juni in die neue Saison startet, wird es noch einmal zur Baustelle. Erste Aufträge, unter anderem für den Tiefbau, hatte der Bau- und Wirtschaftsausschuss des Stadtrats (BWA) im Januar vergeben. Ende Februar erteilte der Stadtrat den Zuschlag für weitere Bauleistungen (TAGEBLATT berichtete). „Damit wir es zu Ende bringen“, wie Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) sagte. Dafür seien noch einige Hinweise aufgenommen worden.

Nachschlag aus Fördertopf nötig

Finanziert werden sollten die Bauarbeiten eigentlich mit jenen Geldern aus dem Fördertopf der Europäischen Union für regionale Entwicklung (Efre), die bei der Gestaltung des Grünzugs samt Radweg am Jahndamm, einschließlich der Sanierung des Jahnbads, übrigblieben. Jetzt stellte der OB die Räte aber darauf ein, dass dieses Geld nicht reichen wird, dass man noch einmal Fördermittel aus dem Efre-Topf beantragen müsse, „weil die Preise nicht mehr die sind, die sie noch vor Monaten waren“.

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Kathrin Jung (SPD) hatte im BWA Kritik geäußert, „dass wir weiterbauen, obwohl wir glaubten, fertig zu sein“. Jetzt erkannte auch sie die Notwendigkeit an, den Eingangsbereich zu verändern, um daraus noch mehr Nutzen ziehen zu können. Vor zehn Jahren seien die Entscheidungen zum Freibad ohne Betreuung gefallen, jetzt seien die Gegebenheiten aber andere, räumte sie ein. Deshalb sollte man in die Zukunft schauen. „Trotz Gegrummel im Bauch“ befürwortete Kathrin Jung die weiteren Bauarbeiten. Diese würden „das Ganze aufwerten und das Bad attraktiver machen – auch für einen Betreiber“, begründet sie.

Versorgung nach innen und außen

Ein Knackpunkt in Sachen Bewirtschaftung des Naturbads dürfte die bislang fehlende Möglichkeit zur gastronomischen Betreuung gewesen sein. Aber gerade die sei für einen externen Interessenten wichtig. Deshalb soll ein Kiosk samt Lagermöglichkeiten und Personalraum das Herzstück des jetzt zu bauenden neuen Eingangsgebäudes sein. Wie Stefanie Sprejz vom Hochbauamt der Stadtverwaltung erklärte, könne der Betreiber des Kiosks dann sowohl nach innen die Badbesucher als auch nach außen hin Touristen auf dem vorbeiführenden Radweg versorgen. In dem Gebäude werden sich außerdem die Kasse und eine Service-Stelle zur Ausgabe touristischer Informationsmaterialien befinden. „Der Bereich vor dem Kiosk wird überdacht. Damit Radfahrer nicht im Regen stehen müssen, wenn sie sich zum Beispiel Infomaterial zum Geopark Muskauer Faltenbogen oder eine Übersicht über die touristischen Radwege der Region anschauen oder aber sich einen Kaffee holen“, sagte Stefanie Sprejz. Im Außenbereich werden die Fahrradständer erweitert und mehrere Papierkörbe aufgestellt.

Im Inneren des Bads wird eine Fläche am Kiosk gepflastert, wo man sich hinsetzen kann. Eine Multifunktionsfläche von 100 Quadratmetern könne als Tanzfläche für kleinere Veranstaltungen des Kiosk-Betreibers genutzt werden oder auch als fester Untergrund für eine Bühne bei größeren Events dienen. In der Vergangenheit hätten dafür irgendwelche Provisorien herhalten müssen, so Stefanie Sprejz. Wie sie sagte, eigne sich die Fläche aber auch für diverse Spiele während des Badebetriebs.

Zur Versorgung des Kiosks mit Elektroenergie werde von der Teichstraße aus eine neue Leitung zum Bad verlegt. Mit den Stadtwerken Weißwasser sei vereinbart, auch gleich noch Leerrohre in die Erde zu bringen – für eine künftige Ladestation für Elektrofahrzeuge. Zudem werde ein großer Verteiler installiert, um das Bad für Veranstaltungen besser erschließen zu können. Dafür wurden bislang Verlängerungskabel genutzt, was umständlich gewesen sei.

Der Hauptzugang zum Jahnbad wird sich zwischen dem Eingangsgebäude und dem Sanitärcontainer befinden. Dieser wird noch versetzt, um so für die Feuerwehr eine breitere Zufahrt direkt ins Bad zu schaffen. Auch soll der nicht so schöne WC-Container vor dem Bad mit Holz verkleidet werden, wie es bereits vor zwei Jahren im BWA diskutiert worden war.

Städtischer Zuschuss minimiert

Wie aus dem Baureferat zu erfahren war, sei man mit alldem „über dem, was wir zur Verfügung haben“. Grund dafür sei die Preisexplosion im Bausektor, die alleine bei diesem Vorhaben einen Preisanstieg von teilweise bis zu 50 Prozent bedeute. „Es wäre aber ungünstig, jetzt zum Beispiel die Multifunktionsfläche zu streichen und in drei Jahren noch mal damit anzufangen, da es jetzt die Chance auf Fördermittel gibt“, betonte Stefanie Sprejz.

Das Jahnbad in Weißwasser ist über 90 Jahre alt. Im Jubiläumsjahr 2020 blieb es wegen der Sanierung komplett geschlossen. In der ersten Saison danach führte die Stadt das Naturbad selbst, weil es bis zu Beginn der Saison im vorigen Jahr nicht gelungen war, einen Betreiber zu finden. Ob das für 2022 klappt, ist bislang noch nicht bekannt. OB Pötzsch ließ lediglich den Eingang einer „vielversprechenden Bewerbung“ durchblicken, wofür die Verwaltung sogar die Frist verlängert hatte.

Mit einem Zuschuss von 30.000 Euro finanzierte die Stadt Weißwasser das Jahnbad über Jahre mit. Der aktuelle Doppelhaushalt sieht nur noch 25.000 Euro vor. Wegen des der Stadt auferlegten strikten Sparkonzepts war der Betrag zusammengestrichen worden.

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