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Polizeidirektion: Rund hundert Corona-Fälle

Im Weißwasseraner Polizeirevier waren bislang zehn Bedienstete betroffen. Alle sind wieder genesen.

Nicht nur bei Kontrollen auf Einhaltung der Corona-Schutzverordnung haben die Einsatzkräfte der Polizei bei ihrer täglichen Arbeit viele kontakte zu anderen Personen. Da gilt es, sich zu schützen.
Nicht nur bei Kontrollen auf Einhaltung der Corona-Schutzverordnung haben die Einsatzkräfte der Polizei bei ihrer täglichen Arbeit viele kontakte zu anderen Personen. Da gilt es, sich zu schützen. ©  Rene Meinig

Alle Welt spricht über Pflegekräfte, Rettungsdienste und Krankenhaus-Mitarbeiter, die während ihrer täglichen Arbeit besonders gefährdet sind, mit dem Corona-Virus infiziert zu werden. Von der Polizei, die ja in der Öffentlichkeit allgegenwärtig ist, war bislang kaum die Rede. Dabei sind Polizisten und Polizistinnen gegen das Virus keineswegs immun ...

Seit Pandemie-Beginn im März vergangenen Jahres, so die Auskunft aus der Pressestelle der Polizeidirektion Görlitz, wurde – Stand Mitte Januar – bei 99 Bediensteten im Direktionsbereich eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus festgestellt. Bei rund 1.400 Polizisten und Polizistinnen macht das eine Quote von rund sieben Prozent. Tödliche Ausgänge gab es zum Glück keine.

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Im Polizeirevier Weißwasser mit einem Personalstamm von rund 80 Bediensteten waren seit Pandemie-Beginn zehn Personen an Covid-19 erkrankt. Alle sind wieder genesen. Mit 12,5 Prozent liegt hier die Infektions-Quote allerdings über dem Durchschnitt in der Polizeidirektion. Positiv auf das Corona-Virus getestete Polizistinnen und Polizisten, die keine Symptome aufwiesen, waren nicht im Dienst. „Diese haben sich entsprechend der behördlichen Regelungen in Quarantäne begeben.“ Seit Beginn der Pandemie befanden sich 230 Bedienstete in Quarantäne, knapp 120 davon allein im Dezember. Im Revier Weißwasser befanden sich bisher 19 Bedienstete in Quarantäne.Generell gesehen verteilte sich das Infektions-Geschehen bislang gleichmäßig auf die Polizeidienststellen. „Besondere Schwerpunkte waren nicht zu verzeichnen“, heißt es aus der Polizeidirektion. Fälle, in denen aus Personalmangel wegen Corona-Infektionen und Quarantänen andere Dienststellen aushelfen mussten oder der Dienstbetrieb eingeschränkt war, gab es bislang keine. „Die Polizeidirektion Görlitz mit all den dazugehörigen Organisationseinheiten kann ihre Aufgaben trotz der coronabedingten Ausfälle umfänglich erfüllen.

Auf mögliche Ausfälle kann durch interne Verschiebungen schnell reagiert werden. Dies war in der Polizeidirektion Görlitz bisher nicht notwendig. Einzelne Reviere, wie auch das in Weißwasser, haben vereinzelt und kurzzeitig mit organisatorischen Maßnahmen im Dienstbetrieb reagiert, um Ausfälle auszugleichen und den Dienstbetrieb zu gewährleisten.“

Polizistinnen und Polizisten haben auch in Corona-Zeiten viele Personenkontakte. Das beweist schon der Blick auf die täglichen Polizeiberichte, in denen über Kontrollen der Corona-Schutz-Verordnung informiert wird. Das stellt die Einsatzkräfte vor eine zusätzliche Herausforderung. Aber durch eben diese Kontakte sind die Einsatzkräfte auch in besonderer Weise gefährdet.

Um sie zu schützen, hat die Polizeidirektion Görlitz bereits im Frühjahr 2020 mit einem restriktiven Sicherheitsmanagement auf die Ausbreitung des Virus reagiert. „Um die fortlaufende Arbeit zu gewährleisten, wird selbstverständlich auch intern auf die bestehenden Corona-Regeln geachtet“, heißt es aus der Polizeidirektion. „Ein entsprechendes Hygienekonzept, welches unter anderem feste Streifenteams, getrennte Dienstzimmer, ein Verbot von nicht notwendigen Zusammenkünften, die Stornierung von Fortbildungen sowie das Tragen der Hygienemasken in den Diensträumen umfasst, bildet hier das Fundament. Während ihrer Tätigkeiten im öffentlichen Raum sind die Bediensteten angewiesen, im Rahmen der Möglichkeiten, alle Hygienestandards umzusetzen.“ Nachvollziehbare Fälle, in denen Beamte während eines Einsatzes vorsätzlich von anderen Personen mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert wurden, gab es bislang keine.

Neben den Maßnahmen des Hygienekonzeptes soll auch die Impfung für ein höheres Maß an Sicherheit der Polizistinnen und Polizisten sorgen. Ein Datum, wann mit Impfungen in der Polizeidirektion begonnen wird, steht noch nicht fest. Gemäß der Corona-Impf-Verordnung und der Priorisierungsliste des Sozialmministeriums, so der Hinweis aus der Polizeidirektion, sind Kräfte der Polizei aber für die Schutzimpfung mit hoher Priorität eingestuft. Eine Impfpflicht gibt es – so wie für alle Bürgerinnen und Bürger – jedoch nicht.

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