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Weißwasser

Füchse erschreckend harmlos

Obwohl sich gegen Landshut viele Räume bieten, gelingt Weißwasser nur ein Tor. Der Spieler des Spiels trägt das gegnerische Trikot.

Landshuts Verteidger Stephan Kronthaler (links) versucht, gegen Lars Reuß an die Scheibe zu kommen.
Landshuts Verteidger Stephan Kronthaler (links) versucht, gegen Lars Reuß an die Scheibe zu kommen. © Thomas Heide

Weißwasser. Dieses Spiel sollte am Beginn der Serie von drei Heimspielen in sieben Tagen eine Standortbestimmung sein – und diese ging ordentlich daneben. Mit 1:3 (1:1, 0:0, 0:2) verlor Weißwasser am Montagabend gegen den EV Landshut. Dabei waren die Gäste keineswegs besonders stark aufgetreten. Aber die Füchse fanden keine Lösung gegen deren konzentrierte Defensive und ließ gerade in Überzahl die nötige Zielstrebigkeit vermissen.

Schon mit dem Verlauf des ersten Drittels konnten die Füchse nicht zufrieden sein. Da hatten sie es endlich geschafft, die Verteidigung der Gäste zu knacken, schon ließen sie in der eigenen Abwehr für einen Moment nach und mussten den Ausgleich hinnehmen.
Die 1:0-Führung gelang Erik Mik nach 16 Minuten in Überzahl. Der Verteidiger hatte schnurstracks abgezogen, Jonathon Martin nahm dem Goalie die Sicht, und da war es passiert. Per Video wurde noch ein vermeintliches Torraumabseits geprüft, aber der Landshuter Verteidiger selbst hatte Martin gerade noch rechtzeitig aus der Torzone geschoben. Bis dahin tat sich Weißwasser schwer, Lösungen gegen die tief stehenden Landshuter zu finden, die vor allem auf Konter lauerten. Auch die erste Lausitzer Reihe konnte nicht wirklich für Tempo und Überraschungsmomente sorgen.

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Martin wirkte auch in seinem siebenten Spiel für Weißwasser weitgehend wie ein Fremdkörper und agierte unglücklich. Nach elf Minuten kam er aussichtsreich zum Abschluss, nach Dimitri Pätzolds Parade hatte Eric Mik die Nachschusschance, wurde aber gerade noch von einem Verteidiger gestört – Pätzold wäre wohl machtlos gewesen. Zugleich hatte die Lausitzer Defensive die Sache im Griff und zeigte auch ein kluges Maß zwischen Härte und Strafzeitvermeidung.

Aber ein Aussetzer der vierten Reihe verhinderte, dass dieses erste Drittel mit einer verdienten Führung zu Ende ging. Eineinhalb Minuten nach Kanias Tor fanden sie überhaupt keine Zuordnung, Landshut nutzte das zu einer schönen Kombination, schließlich besorgte Torjäger Zach O‘Brien das 1:1 als kalte Dusche für die Gastgeber.

Weiter gesucht: die richtige Idee

Das Spiel wurde nach der Pause offener, Landshut schaffte es besser, die Scheibe aus der eigenen Zone herauszuhalten und erspielte sich auch selbst Möglichkeiten. Für ein Ausrufezeichen sorgte Alexander Dersch, der nach 27 Minuten wuchtig die Latte traf – da wäre Mac Carruth machtlos gewesen. Sekunden vor Ende des zweiten Drittels kamen die Gäste zu einer weiteren ganz dicken Gelegenheit, als erst Maximilian Brandl von halbrechts abzog, und danach Stephan Kronthaler zwei Nachschüsse abgeben konnte. Einer prallte noch einmal von Carruth ab, dann schoss die Scheibe haarscharf am leeren langen Eck vorbei – Glück für die Füchse, dass sie nicht mit einem Rückstand in die letzten 20 Minuten gehen mussten.

Für Weißwasser war es jetzt vor allem die erste Reihe mit Schwartz, Andres und Kerbashian, die für Gefahr sorgte. Aber spätestens bei Pätzold, einem der besten Torhüter der Liga, war dann Schluss. Es mangelte insgesamt weiter an den richtigen Ideen im richtigen Moment und dem Blick für den gut postierten Nebenmann. Die Räume waren gegen diese Landshuter auf jeden Fall da.

Das blieb auch im letzten Drittel so. Luis Rentsch hatte einige gute Szenen. In der 48. Minute legte Philip Kuschel per Rückhand auf Brad Ross, der war frei durch, umkurvte Pätzold, aber der Landshuter Goalie fuhr in phänomenaler Weise den Schoner aus und kratzte die Scheibe aus dem Eck. Die nächste Großchance hatte Andres, auch er hatte viel Platz, zielte aufs kurze Dreiangel und traf nur das Gestänge. Da war viel Pech im Spiel. Noch einmal kam Andres zum Abschluss, wieder hielt Pätzold.

Dann zeigte Landshut ein Lebenszeichen in der Offensive, und es war eines mit Wirkung. Zunächst war da der gute Angriff über Dominik Bohac und Brandl, die Füchse konnten sich nur auf Kosten einer Strafe erwehren und mussten, statt die eigene Führung zu bejubeln, fünf Minuten vor Schluss in Unterzahl ran. Die war beinahe überstanden, da passierte es: Weihager schoss, O‘Brien war da und beförderte den Abpraller ins Tor. Aber Weißwasser bekam die Chance zur Antwort: Eine Minute nach dem Rückstand musste Power wegen Stockschlags auf die Strafbank – Powerplay Lausitzer Füchse. Jetzt, wo es besonders wichtig war, spielten es die Füchse aber besonders harmlos. Stattdessen gelang Landshut nach Ablauf der Strafe das entscheidende dritte Tor. Wirklich gefährlich wurde Weißwasser nicht mehr.

Die Gäste konnten sich über einen überaus effizienten Auftritt freuen und darüber, dass sie mit Zach O‘Brien den Spieler des Spiels in ihren Reihen hatten. Den Füchsen fehlte bei den guten Gelegenheiten um die 50. Minute herum zwar auch etwas Glück. Was jedoch vor allem fehlte, war eine gewisse Lockerheit und Selbstverständlichkeit im Angriffspiel. Gelegenheit zum Durchschnaufen, um sich diese Lockerheit irgendwie wiederzuholen, bietet der Spielplan nicht. Schon am Mittwochabend kommt Bietigheim in den Fuchsbau.

Mitarbeit: Thomas Wagner

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