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Starkregen überspült Straßen in Weißwasser

Viele Keller liefen voll. Auch ein Toter ist zu beklagen, der in seiner Laube vor dem Wasser retten wollte, was zu retten ist.

Wie die Berliner an der Einmündung der Jahnstraße waren Sonntag etliche Straßen in Weißwasser überflutet.
Wie die Berliner an der Einmündung der Jahnstraße waren Sonntag etliche Straßen in Weißwasser überflutet. © Jens Kaczmarek /lausitznews.de

Kurzzeitig „Land unter“ hieß am Sonntagabend in einigen Orten der Landkreise Görlitz und Bautzen. Wie die Polizeidirektion am Montag mitteilte, waren in kürzester Zeit fast 100 Notrufe bei der Rettungsleitstelle eingegangen. Dabei hätten Anwohner von vollgelaufenen Kellern, überlaufenden Gullys und überschwemmten Straßen berichtet. Einsatzkräfte der Feuerwehren beseitigten bis spät in der Nacht die Folgen des Starkregens.

Vom Unwetter besonders betroffen war die Stadt Weißwasser. Die Regenkanalisation konnte die Wassermassen gar nicht so schnell aufnehmen. Folge: Es liefen Keller voll und wurden Straßen überspült.

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Ein 67-Jähriger verunglückte tödlich. Wie die Polizei bekanntgab, habe der Kleingartenbesitzer in Weißwasser offenbar Regenwasser abpumpen wollen, welches in den Keller seines Gartenhauses gespült worden war. Nach ersten Erkenntnissen habe er mit einer Tauchpumpe hantiert und dabei einen Stromschlag erlitten. Kameraden der Feuerwehr bargen den Verunglückten. Trotz der sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen konnte eine Notärztin nur noch seinen Tod feststellen. Zu den genauen Umständen dieses Unglücks ermittelt jetzt die Kriminalpolizei.

Um 17.58 Uhr war am Sonntag die Feuerwehr in Weißwasser alarmiert worden, so deren Chef Marcel Nestler. Mit der Meldung an die ortsfeste Landfunkstelle wurden zugleich die Kameraden in Krausch-witz und Weißkeißel in Bereitschaft versetzt. Zusammen mit denen in Weißwasser betraf das alles in allem 90 Leute mit 13 Einsatzfahrzeugen, wobei nicht alle tatsächlich zum Einsatz kamen. Am Ende standen 80 Einsätze zu Buche. In der Mehrzahl waren es vollgelaufene Keller; etwa im Bereich der Jahnstraße, der Berliner Straße und der Damaschkestraße.

Bis zum Morgen im Einsatz

Neben diesen Schwerpunkten war die Hilfe der Feuerwehr aber beispielsweise auch am Albert-Schweitzer-Ring oder in der Robert-Koch-Straße vonnöten – und damit quasi im gesamten Stadtgebiet. Auspumpen und wohin mit dem Wasser sei dabei die eine Seite gewesen; die andere die Sicherheit der Einsatzkräfte, so Marcel Nestler. Damit sie eben nicht durch Stromschläge gefährdet oder gar getötet werden wie jener verunglückte Senior. Auch galt es, die vollgelaufenen Keller „mit Gefühl“ abzupumpen. Das habe zwar etwas länger gedauert, war aber notwendig, damit nach dem sich zurückziehenden Wasser die Kanalisation nicht gleich wieder überläuft und weitere Straßen überspült. Um 3.53 Uhr war der Einsatz am Montag beendet. Den ganzen Tag über hatten die Kameraden damit zu tun, die Technik zu reinigen und wieder einsatzfähig zu machen.

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In den Vorjahren seien die Unwetter in Weißwasser nach Aussage von Marcel Nestler „eher sturmlastig“ gewesen. Wenn es Probleme durch Regen gab, traten sie begrenzt, etwa in der Luther- und der Schillerstraße, auf. „Ein Starkregenereignis wie dieses ist eine Seltenheit in Weißwasser“, so der Feuerwehrchef. Soweit er denken kann, könne er sich nicht daran erinnern. Schon gar nicht daran, dass wie an diesem Sonntag fast die ganze Stadt betroffen war.

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